EUTM Mali: Die Technische Materialprüfung

EUTM Mali: Die Technische Materialprüfung

  • Einsatz
  • EUTM Mali
Datum:
Ort:
Koulikoro
Lesedauer:
3 MIN

Von A wie ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Schutzanlagen bis W wie Waffen: Das Material der Soldatinnen und Soldaten muss im Einsatz ohne Wenn und Aber funktionieren. Aus diesem Grund muss es zwingend regelmäßig überprüft werden. Zu diesem Zweck reiste eigens ein Materialprüftrupp aus Dresden zur Europäischen Trainingsmission nach Mali. Innerhalb von drei Wochen kontrollierte das achtköpfige Expertenteam das vielfältige Material auf Herz und Nieren.

Regelmäßige Wartung der Fahrzeuge

Ein Soldat überprüft Reifenprofil und Lenkgestänge an einem Fahrzeug

Ähnlich wie im Zivilen werden die Fahrzeuge regelmäßig überprüft. Reifenprofil und Lenkgestänge sind in einem guten Zustand

Bundeswehr/Sebastian Vogt

Den Prüfern entgeht nichts. Mithilfe einer Hebebühne überprüfen sie die Fahrzeuge des deutschen Einsatzkontingents bei der Europäischen Trainingsmission auf mögliche Schäden und Mängel. „Wir sind im Zivilen vergleichbar mit einer Prüforganisation wie der Dekra oder dem TÜV“, erklärt Oberstleutnant Joachim M., Leiter des Materialprüftrupps. Er und seine sieben Kameraden sind aus dem über viereinhalbtausend Kilometer Luftlinie entfernten Dresden angereist, um das Material zu kontrollieren.

Stellen die Prüfer einen Mangel fest, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder muss nachgebessert werden oder das Fahrzeug wird für die weitere Nutzung gesperrt. Der Geländewagen auf der Hebebühne besteht die Prüfung jedoch ohne Auflagen und kann guten Gewissens weiterhin eingesetzt werden.

Jede Waffe wird einzeln zerlegt

Ein Soldat überprüft ein Bauteil des Gewehr G36 auf Verunreinigungen und Schäden

Jedes einzelne Bauteil einer Waffe nehmen die Prüfer unter die Lupe. Bereits kleinste Risse oder Verunreinigungen können die Sicherheit beeinträchtigen

Bundeswehr/Sebastian Vogt


Das Sturmgewehr G36 ist das Standardgewehr der Truppe. Es gehört – wie alle anderen Handwaffen – ebenfalls zum Prüfungsumfang der Spezialisten. Das Gewehr ist in bestimmten Situationen nicht weniger als eine Lebensversicherung für die Truppe – seine vollständige Funktionsweise muss zu jedem Zeitpunkt gewährleistet sein. Selbst kleinste Schäden können die Sicherheit der Soldatinnen und Soldaten gefährden. Deshalb kommt es auf eine besonders sorgfältige Prüfung des Materials an: Jede Waffe muss einzeln zerlegt und jedes Bauteil einzeln überprüft werden.

Der Waffenprüfer ist routiniert und hat seine Abläufe im Laufe der Jahre perfektioniert – für die Prüfung einer Handwaffe braucht er im Schnitt nur wenige Minuten. Mit Kennerblick fallen ihm selbst kleinste Risse oder Verunreinigungen sofort auf. Heute kann er Entwarnung geben: Das Bodenstück mit Schließfeder des Gewehrs G36 weist keinerlei Schäden auf. Dem Einsatz der Waffe für ein weiteres Jahr steht somit nichts im Wege.


Auf frische Luft kommt es an

Ein Soldat kniet auf einem geschützten Fahrzeug und erklärt die Beschaffenheit des Filters

Die Filteranlagen des Eagles müssen regelmäßig gereinigt werden. Gerade in Mali sammelt sich hier allerhand Staub und Sand

Bundeswehr/Sebastian Vogt

Sogenannte „geschützte Fahrzeuge“ haben bei der Bundeswehr die Aufgabe, Soldatinnen und Soldaten im Einsatz vor vielfältigen Bedrohungen zu bewahren. Dazu gehören beispielsweise Minen, Sprengfallen, aber auch ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Kampfmittel. Auch die geschützten Fahrzeuge bei der Europäischen Trainingsmission in Mali haben eine eingebaute ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Schutzanlage. Das bedeutet, dass atomare, biologische und chemische Kampfstoffe automatisch aus der Luft herausgefiltert werden. Somit ist sichergestellt, dass die Soldatinnen und Soldaten im Innenraum des Fahrzeugs ausschließlich gereinigte Luft einatmen. Im Ernstfall kann diese technische Ausstattung lebensnotwendig sein. Deshalb nimmt der ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Prüfer die Filter der Anlagen ganz genau unter die Lupe – und veranlasst bei Beanstandungen den sofortigen Austausch. Wenn die Prüfer nicht selbst Hand ans Material legen, nutzen sie jede freie Minute, um ihr Wissen weiterzugeben. Sie geben den Materialverantwortlichen vor Ort wichtige Tipps und zeigen ihnen, worauf es bei der Prüfung ankommt. Dabei erläutern sie alles: von der genauen Funktionsweise der Geräte über mögliche Schwachstellen der Technik bis hin zum effizienten Umgang mit dem Material.

Fernmeldeverbindung ist das A und O

Ein Soldat überprüft die Fernmeldeanlagen eines Fahrzeugs und zeigt einem weiteren seine Beanstandungen

Kleine Mängel werden sofort behoben. Der Prüfer zeigt dem Soldaten seine Beanstandungen

Bundeswehr/Sebastian Vogt

Auch außerhalb des Koulikoro Training Centers sind die Soldatinnen und Soldaten regelmäßig mit ihren Fahrzeugen unterwegs – sei es zu Ausbildungszwecken oder für Fahrten in die circa 60 Kilometer entfernte Hauptstadt Bamako. Bei diesen Fahrten ist es wichtig, dass die Kommunikation der einzelnen Fahrzeuge sowohl untereinander als auch zur Operationszentrale jederzeit gewährleistet ist. Deshalb nehmen sich die Prüfer aus Dresden auch der Fernmeldeanlagen der Eagle IV an. Die entscheidenden beiden Fragen der Prüfung lauten: Stehen die Funkverbindung und funktioniert der Datenaustausch unter den Fahrzeugen? - Das Fazit vom Leiter des Materialprüftrupps fällt heute positiv aus: „Es ist alles im grünen Bereich!“


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Ein Soldat überprüft mit einer Taschenlampe die Bremsscheibe eines Geländewagens auf Schäden

Sind an den Bremsscheiben oder –Belägen Risse und Verschmutzungen zu erkennen, dann findet sie der Prüfer. Rad für Rad kontrolliert er sorgfältig

Bundeswehr/Sebastian Vogt
Zwei Soldaten überprüfen ein Gewehr G36 auf Schäden. Jede Waffe muss hierfür zerlegt werden

Zwei Waffenprüfer nehmen jede einzelne Handwaffe genau unter die Lupe. Im Schnitt benötigen sie zwei Minuten, mit ihrem geschulten Auge, für ein Gewehr G36. Dabei entgeht ihnen nicht der geringste Mangel

Bundeswehr/Sebastian Vogt
Zwei Personen sind über den geöffneten Motorraum gebeugt und begutachten eine undichte Stelle

Gründlich gehen die Prüfer vor. Eine undichte Stelle im Motorraum wurde entdeckt. Das Bauteil muss ausgetauscht werden. Beim zweiten Anlauf besteht das Fahrzeug die Prüfung ohne Mängel

Bundeswehr/Sebastian Vogt

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von Sebastian Vogt

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