EUTM Mali: Als Frau bei der Kampfmittelabwehr

EUTM Mali: Als Frau bei der Kampfmittelabwehr

  • Einsatz
  • EUTM Mali
Datum:
Ort:
Bamako
Lesedauer:
3 MIN

Seit 2007 ist Sabine K. Soldat. Mit abgeschlossener Ausbildung zur KfzKraftfahrzeug-Mechanikerin sollte sie eigentlich Kampfpanzer reparieren.

Eine Soldatin und drei Soldaten stehen zusammen

Ein eingespieltes Team, Hauptfeldwebel Sabine K. mit ihrem Trupp

Bundeswehr / Simon Hofmann

Doch manchmal kommt es eben anders, als man denkt. Nach erfolgreichen Lehrgängen wurde sie direkt von der Kampfmittelabwehr „abgeworben“. Seitdem ist sie dort eine von nur drei Frauen. Für sie ist die Mischung aus Technik und Mensch der perfekte Job.

Der Weg zur Kampfmittelabwehr

Eine Soldatin spricht in ein Funkgerät, im Hintergrund liegt ein Soldat am Boden, der einen Übungsverletzten spielt

Bei einer Übung zur Lagersicherheit überwacht Sabine die getroffenen Maßnahmen

Bundeswehr / Kraft

Es ist ihr erster Einsatz hier im multinationalen Camp in Koulikoro. Eigentlich sollte alles ganz anders kommen, als sie 2007 in Holzminden zur Bundeswehr kam. Als ausgebildete KfzKraftfahrzeug-Mechanikerin durchlief sie drei Jahre lang alle Aus- und Weiterbildungen, viele davon in Aachen, ihrer Heimatstadt. Mit ihren gezeigten Leistungen und ihrem technischen Verständnis, gepaart mit dem gewissen „Händchen für den Umgang mit Menschen“, wurde schnell die Kampfmittelabwehr auf sie aufmerksam und warb sie schließlich ab. „Es ist für mich natürlich toll, in meiner Heimatstadt das tun zu können, was ich gerne mache – Ausbilden“, erzählt sie zufrieden. „Im Ausbildungszentrum Technik – Landsysteme unterrichte ich Munitionstechnik für alle Feuerwerker der Bundeswehr. Im Kern bilde ich an Mörser, Panzerabwehrhandwaffen und Bordkanonen Munition aus.“

Arbeiten im Team

Hauptmann Daniel U. ist der Chef aller Kampfmittelabwehr Kräfte bei der European Union Training Mission (EUTMEuropean Union Training Mission) in Mali. Sein Team umfasst drei deutsche und neun spanische Soldaten. Ihr Auftrag ist aber nicht Ausbildung oder Training – sondern Schutz. Sie sind ein Teil der Lagersicherheit, stellen Schnelle Eingreifkräfte und suchen Fahrzeuge von Zulieferern und Arbeitern ab. „Daneben haben wir aber noch viele anderen Aufgaben“ erklärt der einsatzerfahrene Hauptmann. „Wir vernichten kontrolliert Fundmunition und Blindgänger. Außerdem sind wir bei allen Schießvorhaben, bei denen Sprengmunition verwendet wird, mit vor Ort und sorgen für Sicherheit.“

Eine Soldatin untersucht ein Tankfahrzeug mit Taschenlampe

Bei der Fahrzeugabsuche ist volle Konzentration gefragt

Bundeswehr / Simon Hofmann

Das Ausgebildete anwenden

Im Einsatz geht es nun darum ihr Wissen anzuwenden, statt es zu vermitteln. Das ist hier natürlich deutlich fordernder, bei der zusätzlichen Belastung durch das warme Klima und die Ausrüstung. Körperliche Fitness ist da unerlässlich. Gut, dass die aktive Handballerin eine Grundfitness vorweisen kann. „Wir trainieren zuhause zwei- bis dreimal pro Woche, dazu natürlich noch ein Spiel. Hier halte ich mich täglich mit Crossfit und Fußball spielen fit. Das macht besonders viel Spaß, weil hier Leute aus verschiedenen Nationen mitspielen“, so Sabine begeistert.

Für mich der perfekte Job

Eine Frau bei den Kampfmittelabwehrsoldaten – eine Seltenheit. „Ich kann hier Technik mit dem Faktor Mensch vereinen und meine zivile Ausbildung mit dem militärischen Wissen zusammenbringen. Das macht den Job für mich besonders und bereitet mir jeden Tag viel Spaß“, sagt sie überzeugt. Diesen Spaß an der Arbeit kann auch Hauptmann Daniel U. bezeugen: „Ich kenne Sabine ja schon seit 2012. Hier in Mali ist es ein tolles Team und die Arbeit macht Spaß. Natürlich gibt es auch mal Meinungsverschiedenheiten, die aber professionell gelöst werden. Sabine ist unser Sonnenschein, sie kommt bei den Malis und hier besonders bei den Kindern super an.“

Eine Soldatin steht mit mehreren malischen Kindern zusammen

Wann immer es geht, nimmt sich Sabine noch ein paar Minuten für die malischen Kinder Zeit

Bundeswehr / Simon Hofmann

Urlaub und Aufstieg

Noch etwa zwei Monate wird das Team um Hauptmann Daniel U. und Hauptfeldwebel Sabine K. in Mali sein, dann geht es für alle nach Hause. „Nach einem halben Jahr in Afrika freue ich mich dann auf eine Woche an der Nordsee“, blickt Sabine nach vorne. Mit Partner und Hund steht dann erstmal Erholung an erster Stelle. Dann geht es zuhause in Aachen aber wieder in die Vollen, beruflich wie auch sportlich. „Ich werde als Hörsaalfeldwebel die Grundlagenausbildung und technische Kommunikation leiten, und dann freue ich mich natürlich auf die letzten vier Saisonspiele“, so Sabine K. lächelnd. Es geht um den Aufstieg in die Nordrheinliga. Sabine ist überzeugt: „Das werden wir auch schaffen.“

von Simon Hofmann

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