Ich bin iM EINsatz: Teil des Sicherungszuges im Libanon

Ich bin iM EINsatz: Teil des Sicherungszuges im Libanon

  • Ich bin im Einsatz
  • UNIFIL
Datum:
Ort:
Limassol
Lesedauer:
2 MIN

Auf drei Kontinenten und zwei Weltmeeren: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Ich bin iM EINsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.


Ein Soldat mit einem Gewehr steht auf der Schießbahn im Einsatz UNIFIL

Hauptgefreiter Gereon N. ist stellvertretender Gruppenführer im Sicherungszug

Bundeswehr/PAO UNIFIL

Ich bin Hauptgefreiter Gereon N. und 20 Jahre alt. In Deutschland verbringe ich meinen Dienst als Marineinfanterist in der Küsteneinsatzkompanie des Seebataillons. Hier in Limassol bilde ich mit meinen Kameraden aus Eckernförde den Sicherungszug und bin in diesem der stellvertretende Gruppenführer.


Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Im Wachcontainer werden die im Camp aufgetellten Kameras überwacht

Im Wachcontainer überwacht Gereon N. die Bilder von zahlreichen Kameras, die überall im Camp aufgestellt sind

Bundeswehr/PAO UNIFIL

Unser primärer Auftrag als Sicherungszug ist natürlich die Absicherung des Camps. Dabei unterstütze ich den Gruppenführer bei seinen Aufträgen, zum Beispiel, wenn Material auf Vollzähligkeit geprüft werden muss, Schichtpläne geschrieben werden oder beim Vorbereiten von Ausbildungen. Hinzu kommt, dass ich Verantwortlicher vor Ort bin, wenn der Gruppenführer ruht oder an anderen Orten gebunden ist.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Ein Soldat hat seine rechte Hand auf die Dienstflagge gelegt und die linke Hand zum Schwur gehoben

Auch im Auslandseinsatz können Freiwillig Wehrdienst Leistende den Schritt zum Zeitsoldaten machen

Bundeswehr/PAO UNIFIL


Mir als recht jungem Soldaten wird hier viel Vertrauen entgegengebracht, und aufgrund der Tatsache, dass der Gruppenführer vor allem im Tagesdienst des Camps persönlich gebraucht wird, verrichte ich meinen Dienst in der Regel nachts. Das bringt für mich eine ganz eigene Herausforderung mit sich, insbesondere, was meinen Schlafrhythmus angeht. Das bedeutet aber auch, dass ich für die Umsetzung meiner Aufträge relativ viel Freiraum bekomme.
Andere Besonderheiten in meinem Einsatz sind, dass ich vor Ort die Möglichkeit habe, viel Sport zu treiben, aber auch, dass ich hier meinen 21. Geburtstag feiern werde und den Wechsel vom Freiwillig Wehrdienst Leistenden zum Soldaten auf Zeit gemacht habe. Die Entscheidung, länger in der Bundeswehr dienen zu wollen, habe ich allerdings bereits in Deutschland getroffen, da mir der Dienst in der Küsteneinsatzkompanie und die Tätigkeit eines Marineinfanteristen sehr gut gefallen.


Das vermisse ich hier am meisten.

Ein UN Soldat der Deutschen Marine steht neben einem Kühlcontainer und dokumentiert dessen Temperatur

Bei den regelmäßigen Ronden muss Gereon N. auch die Temperatur der Kühlcontainer auf der Pier dokumentieren

Bundeswehr/PAO UNIFIL

An erster Stelle vermisse ich meine Familie und Freundin, wobei die guten Kommunikationswege, Pakete aus der Heimat und die hier im Einsatz angebotene Familienzusammenführung, die getrennte Zeit deutlich erträglicher gestalten. Ansonsten freue ich mich schon darauf, meine Freizeit wieder komplett selbst zu gestalten und in Düsseldorf in eines der Brauhäuser auf ein frisch gezapftes „Alt“ einzukehren.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Zuallererst will ich die Adventszeit samt Feiertagen, den Jahreswechsel, meinen Geburtstag und die letzten Tage vom Einsatz gut hinter mich bringen. Nach meiner Rückkehr werde ich erst einmal Urlaub machen, um aus meiner Heimat im Bergischen Land zu meinem Dienstort in Eckernförde umzuziehen. Danach freue ich mich auf meine Stammeinheit und bin gespannt, was mich dort so an Aufgaben und Ausbildungen erwartet. Bis dahin grüße ich alle Lieben daheim und die Kameraden in der Küsteneinsatzkompanie.


von Gereon N.