Ich bin iM EINsatz: Watchkeeper Tag und Nacht

Ich bin iM EINsatz: Watchkeeper Tag und Nacht

  • Ich bin im Einsatz
  • UNIFIL
Datum:
Ort:
Naqura
Lesedauer:
3 MIN

Auf drei Kontinenten und zwei Weltmeeren: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Ich bin iM EINsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Ein Soldat steht vor der VN-Flagge, der libanesischen und der deutschen Flagge

Auch wenn Philipp B. seine Arbeit bei der UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon MTFMaritime Task Force mag, freut er sich auf den Juli, wenn er seine Liebsten wiedersieht

Bundeswehr/Tim Gabrys

Hallo aus dem Stab der UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon Maritime Task Force (MTFMaritime Task Force) in Naqoura. Mein Name ist Philipp B. und ich bin 24 Jahre alt. Seit 2017 bin ich bei der Marine und normalerweise als Sonargast auf dem Minenjagdboot „Weilheim“ im 3. Minensuchgeschwader in Kiel stationiert. Seit Anfang Februar bin ich als Watchkeeper hier im UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon MTFMaritime Task Force-Stab eingesetzt. Es ist meine zweite lange Abwesenheit von zu Hause, seit ich bei der Bundeswehr bin. Im Jahr 2019 war ich schon einmal mit der „Weilheim“ für sechs Monate in der Nord- und Ostsee unterwegs.   

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Ein Soldat sitzt am Schreibtisch und schaut auf seine Computerbildschirme, neben ihm steht ein Laptop

Viele Informationen: Watchkeeper Philipp B. überwacht im Schichtdienst mit seinem Team den Seeraum vor Naqura

Bundeswehr/Tim Gabrys

Unser Team besteht aus insgesamt drei Watchkeepern. Wir sind dafür verantwortlich, dass die Kommunikation zwischen dem Stab und den fünf Einheiten der Maritime Task Force, von denen sich immer zwei bis drei auf See befinden, rund um die Uhr funktioniert. Gleichzeitig überwachen wir den Seeraum vor Naqura. Hier im Stab der MTFMaritime Task Force sind die Watchkeeper in einen Dreier-Wachstopp eingebunden. Das bedeutet, dass wir uns nach jeweils sechs Stunden gegenseitig ablösen. Nur im Tagesdienst treiben wir zusätzlich Sport oder unterstützen gemeinschaftliche Tätigkeiten. Mir persönlich bringt es sehr viel Spaß, mit anderen Nationen zusammenzuarbeiten – hier bei UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon sind es insgesamt sogar 46!

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

In der Mitte steht eine Soldatin, rechts und links neben ihr je ein Soldat. Hinter ihnen befinden sich Fahnenmasten

Das Team der Watchkeeper in der Maritime Task Force besteht derzeit aus einer Soldatin und zwei Soldaten

Bundeswehr/Tim Gabrys

Braucht man als Motivation mehr als jeden Tag 25 Grad Celsius und Sonnenschein? Was mir besonders viel Spaß bereitet, ist die Zusammenarbeit in einem fantastischen Team. Damit meine ich in erster Linie unser kleines dreiköpfiges Watchkeeper-Team, aber auch die Gemeinschaft hier im Stab der UNIFILUnited Nations Interim Force in Lebanon MTFMaritime Task Force. Es ist immer wieder großartig zu erleben, dass über alle Dienstgradgruppen hinweg an einem Strang gezogen wird. Bei der Renovierung des neuen Gemeinschaftshauses, dem „Neuen Deutschen Haus“, haben alle mitgeholfen, vom Stabsgefreiten bis hin zum Admiral. Das war nicht nur ein tolles Erlebnis – auch das Ergebnis, das wir hier vor Ort zusammen erzielt haben, motiviert alle immer wieder aufs Neue und bekräftigt den Zusammenhalt.

Das vermisse ich hier am meisten.

Natürlich vermisse ich meine Familie und Freunde. Aber durch die Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus in Deutschland ist der Unterschied zum Einsatz und den Verhältnissen hier im Libanon nicht so gravierend. Auch fehlen mir meine Kameradinnen und Kameraden von dem Minenjagdboot „Weilheim“. Abgesehen davon freue ich mich jetzt schon darauf, endlich wieder all meinen Hobbys nachzugehen, beispielsweise dem Segeln auf der Kieler Förde sowie meinen Radtouren im Kieler Umland. Auf beides muss ich natürlich während des Einsatzes, beziehungsweise bereits während der isolierten Unterbringung verzichten.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Ich freue mich darauf, Ende Juli wieder nach Hause zu kommen. Ich hoffe, dass bis dahin die vielen Einschränkungen durch Corona weitestgehend beendet sind. Außerdem bin ich während meines Einsatzes geimpft worden und habe die obligatorische 14-tägige Karenzzeit dann auch hinter mir. Ziele für die nahe Zukunft sind unter anderem, meine französischen Sprachkenntnisse auszubauen, um mich noch besser im Ausland unterhalten zu können.
Abschließend möchte ich alle grüßen, die mit dem Mittelmeer nur Italien und Mallorca verbinden. Bleibt alle gesund!

von Philipp B.

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