Ich bin iM EINsatz: Der digitale Zauberer

Ich bin iM EINsatz: Der digitale Zauberer

  • Ich bin im Einsatz
  • RSM
Datum:
Ort:
Masar-i Scharif
Lesedauer:
3 MIN

Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Portrait Philipp F.

Der passende Mundschutz zum Helm eines „Doorgunners“ (Bordsicherungssoldat) ist unter anderem ein Zauberstück aus dem 3D-Drucker

Bundeswehr / Jürgen Sickmann

Ich bin Philipp F., 26 Jahre alt und Oberfeldwebel der Reserve. Im zivilen Leben bin ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter im 3D-Druckzentrum der Bundeswehr in Erding beschäftigt. Nachdem ich die einjährige Beamtenlaufbahn im mittleren technischen Dienst abgeschlossen habe, bin ich 2015 an das Wehrwissenschaftliche Institut für Werk- und Betriebsstoffe der Bundeswehr in Erding gekommen. Hier befindet sich das 3D-Druckzentrum der Bundeswehr. Um als Reservist in den Einsatz gehen zu können, habe ich im Vorfeld eine neunwöchige allgemeine soldatische Ausbildung zur Vorbereitung auf den Einsatz in Hammelburg absolviert.

Im Einsatz bin ich als 3D-Druckspezialist im Rahmen eines Pilotprojektes tätig.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Generalleutnant Schelleis mit einem weiteren Soldaten

Der Inspekteur der Streitkräftebasis, Generalleutnant Martin Schelleis zeigte sich anlässlich seines Besuches beeindruckt von den vielfältigen Möglichkeiten

Bundeswehr / Jürgen Sickmann

„3D-Druck im Einsatz“, heißt das Pilotprojekt, das den technischen Einsatz eines 3D-Druckers unter Einsatzbedingungen für die Bundeswehr erproben soll.

Neben der Bedienung des 3D-Druckers und dem Management des Druckprozesses, gehört das Konstruieren und Optimieren von Ersatzteilen, Prototypen und Sonderanfertigungen zu meinen Aufgaben.

Um das gesamte Potenzial dieser innovativen Technologie im Einsatz auszuschöpfen, teste ich zudem den Einsatz eines handgeführten Projektionsscanners. Dieser ermöglicht es schnell Bauteile einzuscannen und davon ein digitales 3D-Modell zu erstellen, welches für den Druck von Teilen benötigt wird.

Neben den technischen Aufgaben gehört es auch zu meinem Auftrag, für das Thema „3D-Druck“ Werbung zu machen. Wir wollen das Thema sprichwörtlich in die Köpfe der Kameraden bringen, um aufzuzeigen, welche Möglichkeiten die neue Technologie bietet.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Soldat am Laptop

Viel Fleiß und Können ist die Voraussetzung für ein gelungenes Produkt.

Bundeswehr / Jürgen Sickmann

Ich bin sehr stolz, Teil dieses Pilotprojektes zu sein. Es bereitet mir sehr viel Spaß, mit derart neuen Technologien zu arbeiten, sich auch ein klein wenig durch die umgesetzten Bauteile zu verewigen und „meine Spuren“ zu hinterlassen.

Dabei möchte ich auch zeigen, dass die zivile Seite der Bundeswehr stark mit der militärischen verzahnt ist und es nicht immer langwieriger Beschaffungsprozesse bedarf.

Es bereitet mir sehr viel Freude, direkt mit den Kameraden nach Lösungen zu suchen. Egal, ob es sich dabei um personalisierte Ausrüstungsgestände oder Bauteile für Großgerät handelt. So habe ich auch die Möglichkeit, die ich als ziviler Mitarbeiter nicht immer habe, einen tieferen Einblick in die einzelnen Systeme zu bekommen, um so die 3D-Druck Technologie noch wirkungsvoller einzusetzen.

Das vermisse ich hier am meisten.

Soldat vor dem 3D-Drucker

Wie bei jedem anderen Drucker muss auch beim 3D-Drucker Material nachgelegt werden

Bundeswehr / Jürgen Sickmann

Am meisten vermisse ich es, einfach in die Berge oder an den See zu fahren, um vom Alltag abzuschalten und die Natur zu genießen.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Auch zukünftig möchte ich das Thema 3D-Druck weiter für die Bundeswehr vorantreiben.

Jedoch steht nach dem knapp fünfmonatigen Einsatz erstmal Urlaub mit der Familie an und die ein oder andere Klettersteigtour, um wieder Kraft zu tanken und die Akkus aufzuladen. Denn so ein Einsatz ist schon eine besondere Art der Belastung.

Ich möchte mich hiermit auch für die großartige Unterstützung meiner Familie, meinen Freunden und Arbeitskollegen bedanken, die mir in dieser besonderen Zeit den Rücken gestärkt haben.

von Philipp F.

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