Ich bin iM EINsatz: Gruppenführer der Force Protection

Ich bin iM EINsatz: Gruppenführer der Force Protection

  • Ich bin im Einsatz
  • RSM
Datum:
Ort:
Masar-i Scharif
Lesedauer:
3 MIN

Auf drei Kontinenten und zwei Weltmeeren: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr täglich ihren Dienst. Doch was tun sie vor Ort genau? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Ich bin iM EINsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Soldat mit Schutzausrüstung und Gewehr vor zwei gepanzerten Fahrzeugen

Hauptfeldwebel Erik F., Gruppenführer des Bravo Zuges, vor seinem Dingo

Bundeswehr/Dina Krüger

Ich bin Hauptfeldwebel Erik F. und in der 4. Kompanie des Panzergrenadierbataillon 411 in Mecklenburg-Vorpommern stationiert. Hier bei Resolute Support bin ich als einer der Gruppenführer des Bravo-Zuges der Force Protection eingesetzt. Dies ist mein zweiter Einsatz, 2016 war ich schon einmal in Afghanistan. Auch dieses Mal begleiten mich einige Kameradinnen und Kameraden, mit denen ich bereits letztes Mal im Einsatz war.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Zwei Soldaten mit Schutzausrüstung im Gelände

Der Gruppenführer ist verantwortlich für seine Besatzung

Bundeswehr/Dina Krüger

Als Gruppenführer bin ich für meine Fahrzeugbesatzung verantwortlich. Das bedeutet konkret, dass ich meine Besatzung in den Einsätzen außerhalb des Camp Marmal in Masar-i Scharif führe. Mit mir sind drei weitere Soldaten auf dem Dingo, unserem gepanzerten Transportfahrzeug, unterwegs.

Auf unserem Dingo haben wir eine genaue Aufgabenteilung: Die Besatzung besteht aus dem Kraftfahrer, der den Dingo steuert, dem Richtschützen, der das Maschinengewehr bedient und einem weiteren Soldaten, der auch mein Back-Up ist. Wir sind das sogenannte Spitzenfahrzeug. Wie der Name schon andeutet: Wir sind immer die Ersten, wenn es beispielsweise darum geht, in ein Dorf hineinzufahren oder uns in unbekanntes Gelände zu begeben. Dabei sind wir zum Glück nicht auf uns alleine gestellt: Wir haben eine ständige Funkverbindung zum Zugführer. Bei ihm können wir Auffälligkeiten oder sonstige Beobachtungen melden.

Neben den regelmäßigen Patrouillen in unserem Einsatzgebiet im Norden Afghanistans gehört es ebenfalls zu unseren Aufgaben, Personen sicher von A nach B zu bringen – etwa für ein Treffen mit unseren afghanischen Partnern. Die Force Protection stellt dann auch den sogenannten „Guardian Angel“, quasi den Personenschutz. Wir weichen der entsprechenden Person dann nicht eine Sekunde von der Seite.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.


Zwei Soldaten mit Schutzausrüstung, davon einer mit Rucksack, vor einem Auto

Hauptfeldwebel F. und sein Kamerad verstehen sich ohne Worte

Bundeswehr/Dina Krüger

Eine wichtige Voraussetzung, um den Job hier gut machen zu können: Flexibilität. Täglich kann sich der Auftrag oder die Lage ändern. Aber alle meine Soldatinnen und Soldaten sind hoch motiviert und konzentriert bei der Sache. Ohne Teamwork geht es einfach nicht und ich habe mit meinem Team großes Glück gehabt.  Für meinen Kraftfahrer ist dies sogar der erste Einsatz – und er macht wirklich einen super Job. Es macht Spaß, seine positive Entwicklung zu beobachten. Auch mein Richtschütze arbeitet stets tadellos und mein Back-Up ist ebenfalls einfach top: Auf meine Besatzung kann ich mich blind verlassen.

Selbiges gilt für die Arbeit im Zugrahmen, also im Zusammenspiel mit allen anderen Soldatinnen und Soldaten vor Ort. Jeder hier weiß genau, was er oder sie zu tun hat – selbst wenn das Briefing mal kürzer ausfällt oder die Wochenplanung erneut kurzfristig umgeworfen werden muss. Wieviel jede einzelne Soldatin und jeder einzelne Soldat persönlich von diesen neuen Erfahrungen mitnimmt, wird sich mit der Zeit zeigen.

Das vermisse ich hier am meisten.

Mir fehlen meine Liebsten Zuhause: Meine Freundin, meine gesamte Familie sowie mein Freundeskreis. Das Gute hier im Einsatz ist, dass ich jeden Tag sehr beschäftigt bin. So gibt es kaum freie Momente und damit keine Gelegenheit, ins Grübeln zu kommen. Das ist in der Tat für die Zuhausegebliebenen meist schwerer. Zum Glück gibt es aber inzwischen viele Möglichkeiten, nach Hause zu kommunizieren – und das sogar täglich. Das macht es für mich hier viel einfacher.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Ich grüße auf jeden Fall meine Freundin und die gesamte Familie sowie meinen Freundeskreis! Außerdem die Kameradinnen und Kameraden die zuhause bleiben mussten sowie meinen Bravo-Zug, der mit mir hier im Einsatz ist. Das Ziel im Einsatz ist definitiv, dass wir unseren Auftrag hier bestmöglich erfüllen und dann alle wieder heil nach Hause kommen!

von Erik F.

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