Ich bin iM EINsatz: Informationen sind das A und O

Ich bin iM EINsatz: Informationen sind das A und O

  • Ich bin im Einsatz
  • Afghanistan
Datum:
Ort:
Masar-i Scharif
Lesedauer:
3 MIN

Auf drei Kontinenten und zwei Weltmeeren: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Ich bin iM EINsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Ein Soldat sitzt vor einem Computer

Einen großen Teil seiner Arbeitszeit verbringt Hauptmann Christian B. am Computer

Bundeswehr/Timo Rosenbohm

Ich heiße Christian B., bin 36 Jahre alt, Hauptmann und zu Hause Sachgebietsleiter im Kommando Strategische Aufklärung in Grafschaft in Rheinland-Pfalz. Mein Einsatz seit September 2019 ist die erste Verwendung in Masar-i Scharif, Afghanistan. 2017 war ich bereits in Mali.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Ein Soldat öffnet eine Tür, die mit „Class II Security Area“ beschriftet ist

In der Operationszentrale bekommt Hauptmann B. wichtige Informationen und gibt sie anschließend weiter

Bundeswehr/Timo Rosenbohm

Auch wenn bei Resolute Support Ausbildung, Unterstützung und Beratung im Fokus stehen, ist ein aktuelles und möglichst umfassendes Lagebild für den Kontingentführer und die Truppe unerlässlich. Damit dieses erstellt und bewertet werden kann, ist es meine Aufgabe, die mir zur Verfügung gestellten Informationen den Lagebearbeitern und den weiteren Stabsabteilungen nach Bedarf zur Verfügung zu stellen. Weiterhin müssen auch unsere Aufklärungsmittel im Einsatz koordiniert eingesetzt werden, um den Informationsbedarf des Kontingentführers und der Truppe zu decken. Dabei arbeite ich eng mit den Kameradinnen und Kameraden aus anderen Nationen zusammen. Wir müssen Prioritäten setzen, da niemals jede Anfrage gleichrangig behandelt werden kann. Das gefällt den Bedarfsträgern nicht immer und dann muss man schon mal Kritik aushalten.


Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Zwei Soldaten betrachten eine Karte

Absprachen mit anderen Nationen sind an der Tagesordnung

Bundeswehr/Timo Rosenbohm

Für die Abteilung ist meine Funktion zentral. Hier werden die wesentlichen Informationen sowohl ein- als auch ausgesteuert. Die Koordination der Aufklärungsmittel sowie die Zusammenarbeit mit den Analysten bringen täglich neue Herausforderungen und Erfahrungen mit sich. Das motiviert mich. Dennoch gibt es auch mal Schattenseiten. Vor einiger Zeit musste ich erleben, wie die Motivation bei einem Kameraden spürbar abnahm. Im Gespräch mit dem Kameraden selbst fanden wir eine konstruktive Lösung. Das erkannt und erfolgreich gegengesteuert zu haben, war ein zwischenmenschlicher Erfolg. Das ist leider nicht selbstverständlich. Die Grundlage dafür war aus meiner Sicht die professionelle Herangehensweise aller Beteiligten. Das zu erleben, stärkt auf jeden Fall die Kameradschaft und das Vertrauen ineinander. Damit lassen sich die langen und manchmal sehr langen Tage leichter aushalten.

Das vermisse ich hier am meisten.

Eine Person in schwarzer Sportkleidung läuft eine Straße hinunter.

Zum Ausgleich für die Arbeit am Computer lauft Christian B. viele Runden durch das Camp

Bundeswehr/Timo Rosenbohm

So ein Einsatz ist mit Einschränkungen verbunden. Darauf sollte sich jeder von vornherein einstellen. Das betrifft eigene Gewohnheiten, frei verfügbare Zeiten und Verfahren. Privates kommt dann oft viel zu kurz. Abgesehen von der fehlenden Nähe zu Familie und Freunden fehlt mir mein ehrenamtliches Engagement. Durch dieses habe ich in den letzten Jahren viele Freunde gewonnen, Diese sind mir fast so nah wie meine Familie. Daher ist diese Einschränkung doch schon erheblich.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Bis Ende März werde ich voraussichtlich noch in Masar-i Scharif bleiben. Für die weiteren Monate und Wochen wünsche ich mir, dass die Zusammenarbeit in dem Team hier weiterhin so gut funktioniert und wir uns weiterhin gegenseitig unterstützen. Nach Afghanistan wünsche ich mir, dass ich die hier gesammelten Erfahrungen zuhause in die Arbeit in meiner Dienststelle einfließen lassen kann. Ideen zur Umsetzung habe ich schon genug. Ansonsten gilt mein Dank meiner Familie und meinen Freunden, die mir daheim einiges an Aufgaben abnehmen, um mir hier den Rücken freihalten. Dank dieser Unterstützung kann ich mich hier voll auf meinen Einsatz konzentrieren.

von Christian B.

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