Ich bin iM EINsatz: Ohne ihn läuft nichts im OP

Ich bin iM EINsatz: Ohne ihn läuft nichts im OP

  • Ich bin im Einsatz
  • RSM
Datum:
Ort:
Masar-i Scharif
Lesedauer:
2 MIN

Auf drei Kontinenten und zwei Weltmeeren: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Ich bin iM EINsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Ein Soldat kniet vor einem Schild mit der Aufschrift: German Field Hospital

Oberfeldwebel Patrick N. arbeitet im Feldlazarett im Camp Marmal

Bundeswehr/Timo Rosenbohm

Ich bin Oberfeldwebel Patrick N., 30 Jahre alt, seit 2010 Soldat bei der Bundeswehr und in Ulm stationiert. Im Bundeswehrkrankenhaus bin ich als Operationstechnischer Assistent eingesetzt. Zusammen mit meiner Familie lebe ich in Ulm. Dies ist mein zweiter Auslandseinsatz. Mein erster Einsatz war 2018 im Irak.





Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Ein Patient wird von einem Bett auf den OP-Tisch umgelagert

Der Operationssaal ist vorbereitet, der Patient kann kommen

Bundeswehr/Timo Rosenbohm

Ich bin der Teileinheitsführer der Operationsgruppe und Operationstechnischer Assistent. Zu meinen Aufgaben gehört das Instrumentieren und Assistieren während der Operationen.

Des Weiteren bin ich für das Vor- und Nachbereiten der Operationssäle zuständig. Ich prüfe die Räume, Materialien und Bestecke auf Sterilität und Sauberkeit. Außerdem bilde ich die internationalen Kräfte weiter und mache sie mit unseren Verfahren bekannt. Wenn ich nicht selber mit im OP stehe, bin ich der Springer, um weiteres Material oder Geräte zu holen.



Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Patrick N. bei der Arbeit im OP

Instrumentieren und Assistieren ist nur ein Teil der täglichen Arbeit von Oberfeldwebel Patrick N.

Bundeswehr/Rosenbohm

Mich motiviert hier jeden Tag, dass wir Menschen helfen können. Deutschen Soldatinnen und Soldaten und weiteren Angehörigen aus insgesamt 22 Staaten. Dabei ist es wichtig, dass wir gut und schnell arbeiten, denn im Ernstfall hängen davon Leben und Lebensqualität der Patienten ab.

Von Schusswunden bis zu Verletzungen durch Explosionen bei den Angehörigen der afghanischen Sicherheitskräfte, hier im Einsatz sehe ich Verletzungsmuster, die es in Deutschland zum Glück fast nicht gibt.

Es ist ein besonderes Arbeitsumfeld, da ich hier mit Angehörigen vieler Nationen arbeite und so Einsicht in deren Arbeitsweisen bekomme. Oft fällt dabei auf, wie unterschiedlich die Abläufe sind.

Um für mich und andere einen Ausgleich zur Arbeit zu schaffen, gebe ich mehrere Male in der Woche „Freeletics“ Kurse.

Das vermisse ich hier am meisten.

Patrick N. stützt sich am Boden auf seinen linken Arm und streckt den rechten entgegengesetzt nach oben

Für den Ausgleich von der Arbeit hilft Patrick der Sport

Bundeswehr/Timo Rosenbohm

An erster Stelle vermisse ich natürlich meine Kinder und meine Frau. Wir sind jeden Tag in Kontakt, aber trotzdem verpasst man so viel. Es fehlen mir der geregelte Tagesablauf und auch so einfache Dinge, wie sich frei bewegen oder schwimmen gehen zu können oder die Workouts mit meinen Sportgruppen. Was mich durchaus belastet, ist 24 Stunden am Tag abrufbereit sein zu müssen.





Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Patrick N. vor dem Marmal Gebirge im Hintergrund

Der Einsatz ist fast geschafft, doch noch hat Patrick Ziele für den Einsatz

Bundeswehr/Timo Rosenbohm

Ich freue mich besonders auf die Zeit mit meiner Familie nach dem Einsatz. Ich wünsche allen Kameraden, dass sie heil und sicher wieder nach Hause kommen, aber auch eine gute Zeit im Einsatz und dass sie die Zeit gut nutzen. Ich grüße alle Operationstechnischen Assistenten in Deutschland und in den anderen Einsätzen. Hier im Einsatz und wieder in Deutschland ist es mein Ziel, mich international sowie fachlich weiterzubilden und vielleicht in naher Zukunft Berufssoldat zu werden.

von Patrick N.

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