Ich bin iM EINsatz: Für die Besucher im Camp Marmal

Ich bin iM EINsatz: Für die Besucher im Camp Marmal

  • Ich bin im Einsatz
  • RSM
Datum:
Ort:
Masar-i Scharif
Lesedauer:
3 MIN

Auf drei Kontinenten und zwei Weltmeeren: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Ich bin iM EINsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Ein deutscher Soldat blickt auf den Ehrenhain für die gefallenen Soldaten

Hauptmann Manuel K. ist, wie hier am Ehrenhain, stets präsent, wenn es um das Organisieren von Veranstaltungen geht

Bundeswehr/Detlef Schachel

Ich bin Hauptmann Manuel K. und 31 Jahre alt. Bis zu diesem, meinem ersten, Auslandseinsatz war ich im Kommando Sanitätsdienst der Bundeswehr im Bereich Internationale Zusammenarbeit tätig. Zukünftig werde ich in der Informationsarbeit des Kommandos Regionale Sanitätsunterstützung in Rheinland-Pfalz tätig sein.
2009 trat ich in die Bundeswehr ein und begann im darauffolgenden Jahr meine Ausbildung zum Offizier. Nach Ende meines Studiums im Jahr 2015 wurde ich zum Offizier für Operative Kommunikation ausgebildet. Danach wechselte ich in die Laufbahn der Truppenoffiziere im Sanitätsdienst.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.


Als Stellvertretender Leiter des Besucherdienstes besteht meine Hauptaufgabe im Planen und Begleiten von VIP-Besuchen im Feldlager Camp Marmal nahe der nordafghanischen Stadt Masar-i Scharif. Bei den Besucherinnen und Besuchern handelt es sich im Schwerpunkt um hochrangige nationale und internationale Politikerinnen und Politiker sowie Militärs.
Wir organisieren den reibungslosen Ablauf der Besuche für den Kommandeur im Hauptquartier in Masar-i Scharif als multinationales Team und sorgen dafür, dass die Besucherinnen und Besucher zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind. Darüber hinaus unterstützen wir den Kommandeur und den Chef des Stabes beim Ausrichten von Veranstaltungen.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Ein deutscher Soldat lehnt mit verschränkten Armen an einem Schild mit der Aufschrift „Apotheke“, dahinter ein Containerhaus

Genau hier arbeitete vor nunmehr elf Jahren der Vater von Manuel K.

Bundeswehr/Detlef Schachel

Mir persönlich ist es wichtig, Einsatzerfahrung zu sammeln, um in späteren Führungsverwendungen zu wissen, was auf meine Soldatinnen und Soldaten zukommt. Zudem nehme ich aus meinem Dienst in einem multinationalen Stab mit 21 Nationen viele Eindrücke und Erfahrungen mit nach Hause.

Die Arbeit im Besucherdienst ist für mich eine besondere Aufgabe. Durch den direkten Kontakt zur Führungsspitze bin ich über viele aktuelle Geschehnisse im Bilde und bekomme einen guten Überblick. Zudem ergeben sich immer wieder Gelegenheiten, mit politischen und militärischen Führungskräften anderer Nationen ins Gespräch zu kommen.

Der emotionalste Moment während meiner bisherigen Zeit im Einsatz war der erste Besuch im Hospital unseres Feldlagers gleich zu Beginn meines Einsatzes. Genau hier war mein Vater 2009 als Leitender Apotheker im Camp Marmal im Einsatz. Dort zu stehen, wo er vor elf Jahren selbst seinen Dienst versah, verleiht schon ein tolles Gefühl der Verbundenheit.

Das vermisse ich hier am meisten.

Am meisten vermisse ich natürlich meine Frau und unseren erst kurz vor dem Einsatz geborenen Sohn. Wie meine Frau das alles bewältigt und dabei parallel ihre Doktorarbeit geschrieben hat, finde ich einfach unglaublich. Auch wenn sie als Sanitätsoffizier viel Verständnis für meine Arbeit mitbringt, war das für sie gewiss keine leichte Zeit. Gut, dass Eltern und Schwiegereltern immer wieder mal unterstützen konnten. Ohne diese Unterstützung und den bewundernswerten Einsatz meiner Frau wäre mein Einsatz in Afghanistan überhaupt nicht möglich gewesen.

Ansonsten vermisst man nach einem halben Jahr schon etwas die Abwechslung beim Essen und beim Sport. So freue ich mich bereits jetzt, wieder mal ein Rührei in der Pfanne zu braten. Aber vor dem Hintergrund unserer wichtigen Arbeit hier im Einsatz sind das keine wirklich gewichtigen Gründe zur Klage, wie ich finde.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Zu Hause werde ich erst einmal meine Frau und unser Baby in den Arm nehmen und ganz fest drücken. Ich möchte möglichst viel gemeinsame Zeit im Kreise unserer kleinen Familie nachholen. Am ersten Tag werde ich gleich mit einer riesigen Platte Sushi starten, auf das ich hier lange verzichten musste. Ansonsten gilt es dann, erst mal Familie und Freunde zu besuchen und die Erlebnisse der vergangenen Monate auszutauschen. Spannend wird sicher auch sein, wie ich in meiner neuen Rolle als Vater zurechtkommen werde. Ein wenig bange ist mir vor dem Windelnwechseln.
Grüßen möchte ich an dieser Stelle neben meiner Familie und Freunden noch all die tollen Kameradinnen und Kameraden, die ich in den letzten Jahren kennenlernen durfte, auch hier im Einsatz; vor allem Lisa, Dominik, Laura und Sven.

von Manuel K.

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