Ich bin iM EINsatz: Schirrmeister im Camp Marmal

Ich bin iM EINsatz: Schirrmeister im Camp Marmal

  • Ich bin im Einsatz
  • RSM
Datum:
Ort:
Masar-i Scharif
Lesedauer:
3 MIN

Auf drei Kontinenten und zwei Weltmeeren: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Ich bin iM EINsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Ein Soldat sitzt im Büro an seinem Schreibtisch und arbeitet am Computer

Zu Hause ist Michael B. Beamter im mittleren technischen Dienst im Marinearsenal – und selten am Schreibtisch zu finden

Bundeswehr/Sabine Oelbeck

Moin! Mein Name ist Hauptfeldwebel Michael B. und ich bin 46 Jahre alt. Meine Zeit bei der Bundeswehr begann im Jahr 1992 im Jagdgeschwader 71 Richthofen. Hier absolvierte ich als Zivilist eine Lehre zum Kommunikationselektroniker. Im Anschluss daran begann in diesem Verband auch meine soldatische Laufbahn und ich arbeitete als Eignungsübender und Flugregelanlagenmechaniker für die F-4 Phantom.
Nach einem Verwendungswechsel zur Luftwaffensicherungstruppe begann für mich ein neuer Abschnitt meines Soldatenlebens. Im damals neu aufgestellten Objektschutzbataillon der Luftwaffe in Schortens diente ich als ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Auswertefeldwebel und bekam die Möglichkeit zu verschiedensten Einsätzen im In- und Ausland. Unter anderem war ich 2003 Angehöriger des 2. Einsatzkontingentes ISAFInternational Security Assistance Force und zum ersten Mal in Afghanistan.

Ab 2005 begann für mich die Zeit des Berufsförderungsdienstes und ich schied als Soldat auf Zeit aus der Bundeswehr aus. Nach einigen Jahren und mehreren Stationen in der zivilen Wirtschaft bewarb ich mich 2016 erfolgreich für die Laufbahn der Beamten im mittleren technischen Dienst. Heute arbeite ich im Marinearsenal in Wilhelmshaven als technischer Beamter im Bereich Schiffbau. Nach einer freiwilligen Meldung zum Auslandseinsatz bekam ich die Möglichkeit – nach 18 Jahren und der militärischen Vorausbildung für Zivilpersonal –, mit dem Einsatz bei Resolute Support ein weiteres Mal mit der Bundeswehr nach Afghanistan zu gehen.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Ein Soldat sitzt auf dem Fahrersitz eines Autos und hält ein Klemmbrett mit Dokumenten in der Hand

Hauptfeldwebel Michael B. ist als Schirrmeister unter anderem für die Fahraufträge aller Dienstfahrzeuge verantwortlich

Bundeswehr/Sabine Oelbeck

Hier bei Resolute Support bin ich als Schirrmeister eingesetzt. Mein Aufgabengebiet umfasst Planungs- und Überwachungstätigkeiten sowie alles, was zur Sicherstellung der materiellen Einsatzbereitschaft von Fahrzeugen und Gerät nötig ist. Ich veranlasse und überwache die Durchführung von Prüfungen, Inspektionen, Wartungs- oder Instandsetzungsmaßnahmen und die Equipment-Pflege. Ich erstelle Fahraufträge und rechne diese am Monatsende ab. Darüber hinaus überwache ich die Vorstellung der Fahrzeuge beim Bundeswehrfuhrparkservice und bin verantwortlich für die Anmietung von zivilen geschützten Fahrzeugen eines ortsansässigen afghanischen Fahrzeuganbieters. Außerdem erstelle ich quartalsweise Meldungen für das Einsatzführungskommando der Bundeswehr und pflege die Gesamtübersicht der angemieteten Fahrzeuge.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Ein deutscher Soldat steht vor einer roten Teleskoparbeitsbühne, deren Klappe geöffnet ist

Michael B. hat sich freiwillig für den Einsatz als Schirrmeister bei Resolute Support gemeldet

Bundeswehr/Sabine Oelbeck

In Deutschland bin ich mit mehreren verschiedenen Gewerken für die Betreuung von Marineschiffen zuständig. Die Aufgabe als Schirrmeister bei Resolute Support empfinde ich als neue Herausforderung, um mal in einem gänzlich anderen Aufgabenfeld zu arbeiten. Vor allen Dingen bin ich stolz darauf, nach 18 Jahren bei einem Einsatz in Afghanistan einer anderen Tätigkeit nachgehen und den Einsatz bestmöglich unterstützen zu können.
Ich gewinne hier viele Eindrücke, die ich in meinem normalen Dienstalltag nicht vorfinde. Insbesondere die Zusammenarbeit mit Afghanen ist für mich etwas sehr Besonderes. An dieser Stelle möchte ich mich bei unseren afghanischen Sprachmittlern für die gute Zusammenarbeit bedanken.

Das vermisse ich hier am meisten.

Ein Soldat steht vor einer Gedenktafel und hat die Hand zum militärischen Gruß an die Schläfe geführt

Für Hauptfeldwebel Michael B. ist das Ehrenhain im Camp Marmal ein ganz besonderer Ort

Bundeswehr/Sabine Oelbeck

Am meisten vermisse ich meine Lebensgefährtin und meine Kinder. Ansonsten ist es im Einsatz derzeit etwas lebendiger als daheim in Deutschland und man bekommt hier eigentlich alles, was man braucht. An dieser Stelle möchte ich mich beim Küchenpersonal und den Kameraden aus dem Bereich Marketender bedanken, die hier vieles ermöglichen, um allen Kontingentangehörigen die Einsatzzeit so angenehm wie möglich zu gestalten. Ansonsten möchte ich hier ganz unverbindlich anmerken: Mein Lieblingsdeo und ein schönes gekochtes Ei wären doch mal etwas!

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Ich wünsche mir sehr, einmal gemeinsam mit meinem Sohn in den Einsatz zu gehen. Er ist bei der Marine und versieht auf der Fregatte „Hessen“ seinen Dienst.
Ich grüße meine Lebensgefährtin, die Kinder, Freunde und Verwandte, die Kameradinnen und Kameraden des 19. und 20. Kontingentes von Resolute Support, alle Mitarbeitenden des Marinearsenals, im Besonderen das AF 232, sowie die Kameradinnen und Kameraden des Objektschutzregimentes in Schortens, insbesondere die Kameraden aus den Anfangszeiten in den verschiedenen Staffeln und den unvergessenen Vergessenen .

von Michael B.

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