Wir sind iM EINsatz: Die Beschützer am Monitor in Afghanistan

Wir sind iM EINsatz: Die Beschützer am Monitor in Afghanistan

  • Ich bin im Einsatz
  • RSM
Datum:
Ort:
Masar-i Scharif
Lesedauer:
3 MIN

Auf drei Kontinenten und zwei Weltmeeren: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Ich bin iM EINsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Gordon A. und Tom F. stehen an einer Wandkarte und tragen Daten darauf ein

Tom F. und Gordon A. ergänzen sich perfekt. Der erhaltene Funkspruch wird ausgewertet und in die Karte übertragen.

Bundeswehr/Nicole Middeldorf

Ich bin Oberstabsgefreiter Tom F., 28 Jahre alt und dies ist mein erster Auslandseinsatz. Zu Hause bin ich in der 1. Kompanie des Panzergrenadierbataillon 411 in Viereck als Kraftfahrer eingesetzt. Ich bin seit 2013 bei der Bundeswehr.

Ich bin Gordon A. und ebenfalls Oberstabsgefreiter. In Deutschland bin ich als Kraftfahrer für unseren Chef eingesetzt. Seit 2006 bin ich bei der Bundeswehr und zurzeit in der 4. Kompanie des Panzergrenadierbataillon 411. Dies ist mittlerweile mein dritter Einsatz in Afghanistan.

Das sind unsere Aufgaben im Einsatz.

Auf einem Tisch liegt eine Übersichtkarte. Tom F. und Gordon A. zeigen mit den Fingern auf die Karte

Die Kräfte der Force Protection werden am nächsten Tag das Camp verlassen. Jetzt muss eine Route gefunden werden.

Bundeswehr/Nicole Middeldorf

Für uns beide ist die Arbeit hier im Tactical Operation Cell kurz TOCTactical operation cell absolutes Neuland. Im Heimatverband sind wir Kraftfahrer und draußen im Gelände unterwegs. Wenn wir zu Hause mit dem Fahrzeug unterwegs sind, melden wir uns im Gefechtsstand an und ab. Von dort bekommen wir dann alle wichtigen Informationen für die Fahrt. Jetzt sind wir die Soldaten die im Gefechtsstand sitzen und die Funksprüche entgegennehmen. Wir suchen taktische Routen heraus, führen das aktuelle Lagebild und zeichnen auf den Karten alle aktuellen Ereignisse ein. Das machen wir natürlich nicht alleine, dennoch wird uns beiden viel Verantwortung übertragen.


Das macht unsere Tätigkeit hier besonders.

Ein Soldat sitzt am Schreibtisch und hält einen Höhrer an sein Ohr

Sobald Soldaten das Camp verlassen oder zurückkommen, melden sie sich per Funk bei den Kameraden der Tactical Operations Center

Bundeswehr/Nicole Middeldorf

Vom Praktischen zur Theorie – es ist schön einmal die andere Seite kennenzulernen. Die Arbeit hier, ist in einem komplett multinationalen Umfeld.

Das Funken mit Soldaten, die das Camp verlassen gehört zum Alltag. Die permanente Verbindung zu den Kräften ist im schlimmsten Fall lebenswichtig. Sollten Unfälle oder Angriffe passieren, ist die TOCTactical operation cell erster Ansprechpartner, um Hilfe oder zusätzliche Soldaten in Marsch zu setzen.

Spannend ist auch die Überwachungstechnik, die den Soldaten den bestmöglichsten Schutz gewährleisten soll. Alles geschieht in Echtzeit, somit bekommen wir fast zu hundert Prozent alle Ereignisse als erstes mit. Ohne, dass es die Kameraden mitbekommen, passen wir die ganze Zeit auf sie auf. Das ist ein gutes Gefühl, welches definitiv auch stolz macht.

Das vermissen wir hier am meisten.

Wir vermissen beide definitiv unsere Familien und Freunde. Gerade ich, Tom F., habe einen Zwillingsbruder und somit fehlt da immer einer.

Und ich, Gordon A., freue mich wieder darauf Boot fahren zu können. Also noch dauert es ein bisschen, aber wir freuen uns auf zu Hause.

Das sind unsere Pläne, unsere Wünsche und Grüße.

Tom und Gordon, beide im Portrait

Tom F. und Gordon A. ergänzen sich, denn im Schichtsystem löst einer den anderen ab

Bundeswehr/Nicole Middeldorf

Für meine Zukunft stelle ich mir eine berufliche Veränderung vor. Hier in Afghanistan ist mir wichtig, dass es so gut weiterläuft wie bisher. Ich Grüße zum Schluss noch Hauptfeldwebel Matze O., Hauptfeldwebel Dennis R. und nicht zu vergessen das Jägerbataillon 413., euer Tom F.

Mein Ziel ist es, weiter meine Englischkenntnisse aufzubessern und viele Erfahrungen zu sammeln. Mein lieber Kompanietruppführer zu Hause, bald bin ich wieder da. Ich Grüße die Jungs vom Drachenbootteam „Freakshow“. Zuletzt noch die 4./411 und den Bravo Zug der Force Protection hier in Masar-i Scharif, euer Gordon A.

Die letzten Worte wollen wir gern an alle Kameraden hier vor Ort richten: „Seid Euch bitte immer bewusst wo wir hier sind und ruft euch das vielleicht einmal öfter wieder ins Gedächtnis.“

von Tom F. und Gordon A.  

Mehr zum Thema