Wir sind iM EINsatz: Für die Gesundheit - Rock`n Role 1

Wir sind iM EINsatz: Für die Gesundheit - Rock`n Role 1

  • Ich bin im Einsatz
  • RSM
Datum:
Ort:
Masar-i Scharif
Lesedauer:
3 MIN

Auf drei Kontinenten und zwei Weltmeeren: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Ich bin iM EINsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Nadine A. und Kathrin G. stehen vor einem Gebäude und halten beide den Daumen hoch

Geteilte Freude ist doppelte Freude. Die Mühen und Lasten eines mehrmonatigen Einsatzes fern der Heimat lassen sich zu zweit wesentlich leichter ertragen

Bundeswehr/Herbert Singer

Mein Name ist Oberfeldwebel Kathrin G. Ich bin 27 Jahre alt und seit 2014 bei der Bundeswehr. In der Heimat bin ich im Sanitätsversorgungszentrum Rennerod als Heilfürsorgesachbearbeiterin eingesetzt. Dies ist mein erster Einsatz.

Ich heiße Nadine A., bin Oberstabsarzt und 34 Jahre alt. In Deutschland bin ich zurzeit im Sanitätsunterstützungszentrum Köln-Wahn in der Abteilung Heilfürsorge eingesetzt. Eingetreten in die Bundeswehr bin ich 2007. Dies ist mein dritter Auslandseinsatz, jedoch der erste in Afghanistan und auch der erste als Truppenärztin.

Das ist unsere Aufgabe im Einsatz.

Oberstabsarzt Nadine A. sitzt in ihrem Büro und hält einen Impfpass in ihren Händen

Ein vollständiger Impfschutz ist in Afghanistan lebenswichtig. Hier ist die Truppenärztin als kompetente Expertin gefordert

Bundeswehr/Herbert Singer

Als Truppenarzt - Trupp sind wir vornehmlich für die ambulante Behandlung von Soldatinnen und Soldaten aller Nationen, sowie von Angehörigen ziviler Organisationen im Camp Marmal zuständig. Außerdem führen wir die arbeitsmedizinischen Einstellungs- und Verlaufsuntersuchungen der lokalen Arbeitskräfte durch. In das Tätigkeitsfeld der deutschen Role-1-Kräfte fallen militärärztliche Untersuchungen und wehrmedizinische Begutachtungen. Aber auch präventivmedizinische Aufgaben im Bereich der Hygiene, Seuchenbekämpfung und Gesundheitsfürsorge gehören dazu. Zurzeit besteht unser Team aus vier militärischen Arzthelfern aus vier verschiedenen Nationen, sowie fünf Truppenärzten aus Deutschland, Niederlande, Kroatien, Armenien und Ungarn.

Die Kontingente aus Georgien, Finnland und der Mongolei haben eigene Truppenärzte, die nur bei Bedarf unsere Räumlichkeiten nutzen. Die multinationale Zusammenarbeit birgt zwar gewisse Tücken, aber sie bereichert uns in vielerlei Hinsicht. Wir versuchen stetig, etwas über Land und Leute der einzelnen Nationen zu lernen und haben dazu beispielsweise das „Word of the Day“ eingeführt. Täglich wird ein medizinischer Begriff in Englisch an unsere Tafel geschrieben und in jede bei uns vorhandene Sprache übersetzt.

Das macht unsere Tätigkeit hier besonders.

Nadine A. ist im Gespräch mit einem Soldaten der ihr gegenüber steht

Mit einem freundlichen Lächeln lassen sich sogar lebenserfahrene Stabsoffiziere leichter von der Notwendigkeit einer Therapie überzeugen

Bundeswehr/Herbert Singer

Die Erhaltung bzw. Wiederherstellung der Gesundheit hat im Auslandseinsatz einen besonderen Stellenwert. Die Soldatinnen und Soldaten befinden sich in einem fremden Land und leisten ihren Dienst in ungewohnter Umgebung. Man hat es hier zwar teilweise mit gewöhnlichen Erkrankungen zu tun, die man auch von zu Hause kennt, allerdings ist die gesundheitliche Gefährdungslage im Einsatzland grundsätzlich eine andere als im Inland. Die Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften, die veränderten Ernährungsgewohnheiten, die klimatischen Bedingungen sowie geistige und körperliche Belastungen führen zu besonderen Herausforderungen. Wir versuchen täglich, die bestmögliche medizinische Versorgung zu gewährleisten und den Kameradinnen und Kameraden in unserem Spezialbereich ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln. Wir betrachten jeden Patienten individuell, berücksichtigen seinen Auftrag sowie sein dienstliches und privates Umfeld und setzen die notwendigen Maßnahmen dementsprechend um. Wir sind stolz darauf, einen entscheidenden Beitrag für die Gesundheit unserer Kameradinnen und Kameraden hier im Auslandseinsatz leisten zu können.

Das vermissen wir hier am meisten.

Kathrin G. steht in einem Behandlungsraum und hält eine Spritze in ihrer Hand

Injektionen und Blutentnahmen sind für Kathrin G. kein Problem, im Gegenteil

Bundeswehr/Herbert Singer

Oberfeldwebel Kathrin G.:

Am meisten vermisse ich meine Familie und Freunde, aber auch das Ausschlafen am Wochenende in meinem eigenen Bett. Selber Kochen, auf was man Lust hat und Chillen auf meiner Couch – das fehlt mir nach drei Monaten sehr.

Oberstabsarzt Nadine A.:

Mir fehlen natürlich mein Partner, meine Familie und meine Freunde sehr. Ich vermisse Glitzerturnschuhe, weichgekochte Frühstückseier, Kölsch, Tennisspielen und Ausschlafen am Wochenende. Glücklicherweise sind wir eine tolle Truppe und Masar-i-Scharif hat so viel zu bieten, dass die Trennung von zu Hause einigermaßen erträglich ist.

Das sind unsere Pläne, unsere Wünsche und Grüße.

Oberfeldwebel Kathrin G.:

Ich wünsche uns für den restlichen Einsatz, dass wir weiterhin so viel Spaß als Team haben, unseren Auftrag erfolgreich erfüllen und viel gemeinsam lachen können, aber auch, dass alle gesund nach Hause kommen. Zu Hause freue ich mich auf meine Mädels und Jungs aus dem Sanitätsversorgungszentrum und auf das alltägliche Chaos.

Oberstabsarzt Nadine A.:

Für den restlichen Einsatz wünsche ich mir Gesundheit für alle Kameradinnen und Kameraden, dass alle munter nach Hause kommen und wieder gut in den Alltag zurückfinden. Ich freue mich schon auf die Rückkehr nach Hause und in meine Abteilung, auf ein Kölsch am Flughafen und einen Gyrosteller beim Lieferservice meines Vertrauens.

von Kathrin G. und Nadine A. 

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