Ich bin iM EINsatz: Mit ruhiger Hand in Erbil

Ich bin iM EINsatz: Mit ruhiger Hand in Erbil

  • Ich bin im Einsatz
  • Syrien und Irak
Datum:
Ort:
Irak
Lesedauer:
2 MIN

Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Eine Soldatin lächelt in die Kamera

Auch im Einsatz immer gut gelaunt: Oberfeldarzt Dr. Naziha H.

Bundeswehr/ Gregor Weber

Ich bin Oberfeldarzt Dr. Naziha H. und lebe mit meiner Familie in Berlin. Ich bin 54 Jahre alt, seit 23 Jahren glücklich verheiratet und habe 2 Kinder von 22 Jahren (Zwillinge, Junge und Mädchen). Seit 18 Jahren bin ich Fachärztin für Chirurgie und seit 9 Jahren Fachärztin für Gefäßchirurgie. Im November 2013 bin ich als Seiteneinsteiger in die Bundeswehr gekommen und habe dann im Bundeswehrkrankenhaus Berlin in der Chirurgie angefangen. Mein erster Einsatz war auf dem Einsatzgruppenversorger „Bonn“ im Jahr 2014. Danach war ich zweimal in Afghanistan und einmal im Kosovo.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Meine Aufgabe im Einsatz ist die medizinische Betreuung chirurgischer Patienten. Ich entscheide über die Notwendigkeit einer Operation und deren anschließende Durchführung. Der typische Tagesablauf beginnt mit dem gemeinsamen Treffen um 7:30 Uhr und dem Frühstück. Im Anschluss erfolgt dann eine gemeinsame Besprechung mit dem amerikanischen Team.  Am Vormittag erfolgen Beratungen der Truppenärzte bei der Vorstellung der Patienten und Mitbeurteilungen hinsichtlich chirurgischer Fragestellungen. Der Mittag ist dann meist sportlichen Aktivitäten vorbehalten. Später erfolgt dann eine Lagebesprechung mit dem deutschen Team des Sanitätsbereiches und eine tägliche Fortbildung für das gesamte Team, die medizinische einsatzrelevante Themen beinhaltet.

Die multinationale Zusammenarbeit macht viel Freude. Erfüllung finden wir hier in der Möglichkeit, Patienten professionell helfen zu können.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Drei Ärzte behandeln einen Patienten im OP-Saal

Erleichterung und Freude nach jeder geglückten Operation

Bundeswehr/ Gregor Weber

Meine persönliche Motivation ist es, neue Erfahrungen in einem multinationalen Team zu sammeln und Kameraden aus anderen Berufsfeldern kennenzulernen. Ich bin hochmotiviert, mein Wissen und Können an die Assistenten gerade bei Notfallsituationen weiterzugeben und diese in der richtigen Handhabung auszubilden. Es ist immer wieder schön zu sehen, wie sich nach einer erfolgreich durchgeführten Operation ein Glücksgefühl im gesamten OP-Team einstellt. Unser gemeinsames Ziel ist es immer wieder, eine Operation zu einem glücklichen und guten Ende zu führen.

Das vermisse ich hier am meisten.

Drei Sportler dehnen sich beim Yogaunterricht

Ausgleich und Engagement zugleich: Yogaunterricht für die Kameraden

Bundeswehr/ Gregor Weber

Ich vermisse meine Familie, meine vier Katzen und mein gemütliches Zuhause. Ich vermisse das Laufen im Wald und mein Training im Sport- oder Yogastudio. Hier vermisse ich natürlich auch die Möglichkeit, in die Sauna zu gehen oder sich eine wohltuende Massage nach einem anstrengenden Arbeitstag zu gönnen. Ich vermisse auch die täglich OP-Routine, auf die ich mich dann besser einstellen kann.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Ich möchte gerne eine gute Zeit mit meinen Kameraden verbringen. Nach dem Einsatz freue ich mich auf mehre Fortbildungen im Bereich der Behandlung und Vorbeugung von Übergewicht sowie der Bauchchirurgie, die meinen Patienten zugutekommt.

Ferner plane ich einen schönen Urlaub mit der Familie in die Karibik. Hier kommen wir dann alle auf unsere Kosten, werden Wellenreiten gehen und Vulkane besteigen

Liebe Grüße an meine Familie und danke, dass ihr mich immer unterstützt, wenn ich in einem Einsatz bin.


von Naziha H.