Ich bin iM EINsatz: Die sichere Verbindung zur Heimat

Ich bin iM EINsatz: Die sichere Verbindung zur Heimat

  • Ich bin im Einsatz
  • CD/CBI
Datum:
Ort:
Al-Asrak
Lesedauer:
4 MIN

Auf drei Kontinenten und zwei Weltmeeren: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Ich bin iM EINsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Ein Soldat steht in Wüstentarnuniform vor einer Satellitenschüssel

Stabsgefreiter Jason O. ist Teil des Teams für Satellitenkommunikation

Bundeswehr/PAO Counter Daesh

Ich bin Stabsgefreiter Jason O. und 24 Jahre alt. In Deutschland leiste ich meinen Dienst in der 4. Kompanie des ITInformationstechnik-Bataillons 282 in Kastellaun. Ehrlicherweise war der Standort zu Beginn meiner Dienstzeit nur als eine Übergangslösung gedacht, doch mir hat es vor Ort so gut gefallen, dass ich dort unbedingt bleiben wollte. Seitdem bin ich als ITInformationstechnik-Soldat für Satellitenkommunikation tätig.

In meiner Zeit bei der Bundeswehr habe ich bereits viel gesehen und erlebt. Satellitenkommunikation ist schließlich überall dort notwendig und gefragt, wo die Bundeswehr im Ausland aktiv ist. Beispielsweise war ich 2018 als ITInformationstechnik-Soldat beim Verstärkten Air Policing im Baltikum. Aktuell übe ich diese Tätigkeit wieder aus, jedoch im Einsatz in Jordanien bei Counter Daesh. Hier wende ich an, wozu ich im Inland ausgebildet wurde.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Ein Soldat zeigt einem anderen Soldaten etwas, hinter ihnen hängt Werkzeug an einer Containertür

Zu Beginn seines Einsatzes wird der ITInformationstechnik-Soldat von seinem Truppführer in die Ausrüstung und Örtlichkeiten eingewiesen

Bundeswehr/PAO Counter Daesh

Die ITInformationstechnik-Soldaten für Satellitenkommunikation arbeiten bei Counter Daesh in Jordanien in einem Team von drei Leuten. Geführt wird dieses aktuell von einem Hauptfeldwebel. Sollte mein Vorgesetzter einmal ausfallen, übernehme ich als Stellvertreter seine Aufgaben.
Wir sind unter anderem verantwortlich für die Antenne. Diese empfängt und überträgt beispielsweise Video und Telefonie. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass wir die letzte Möglichkeit zur Kommunikation nach Deutschland darstellen, wenn die Landverbindungen ausfallen sollten. Aber auch Videokonferenzen mit Deutschland oder anderen Einsatzgebieten laufen über unser System. Unserem Team ist es sehr wichtig, die Qualität bei der Übertragung aufrechtzuerhalten, denn wenn diese schwindet, merken es die Nutzerinnen und Nutzer sofort.

Ich bin für die Wartung und Pflege zuständig. Beispielsweise überprüfe ich regelmäßig die Lüftungen, wechsle die Filter aus und prüfe das Notstromaggregat. Darüber hinaus bin ich dafür verantwortlich, die Systeme der Satellitenkommunikation rund um die Uhr zu überwachen. Sollte das System ausfallen oder sollten Einschränkungen vorliegen, sehen mein Kamerad oder ich das als Erstes und müssen dann die entsprechenden Ansprechpartner identifizieren. Diese sitzen entweder selbst hier in Jordanien oder müssen in Deutschland informiert werden.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Zwei Soldaten prüfen die Ausrüstung anhand einer Liste

Jason O. übernimmt die gesamte Ausrüstung für die Antenne: Dabei werden alle Komponenten auf Vollzähligkeit geprüft

Bundeswehr/PAO Counter Daesh

Für mich steht in den nächsten Wochen eine ganz besondere Herausforderung im Einsatz an: Ich werde für einen kurzen Zeitraum die Aufgaben des Truppführers wahrnehmen. Hierzu übernehme ich die gesamte Anlage inklusive Ausrüstung – vom einfachen Spaten bis hin zum Notstromaggregat. In dieser Zeit werde ich dafür verantwortlich sein, die Wartung der Antenne zu veranlassen und die Qualität entsprechend zu überprüfen. Das ist für mich eine ganz besondere Verantwortung, weil ich in diesem Zeitraum auch die Verantwortung für meinen Kameraden übernehme. Ich nehme diese vor mir liegende Herausforderung gern an und freue mich schon sehr darauf!

Das vermisse ich hier am meisten.

Drei Soldaten sitzen auf einer Rattan-Möbel-Sitzgruppe und unterhalten sich

Mit seinen Kameraden des SatComSatellitenkommunikation-Trupps sitzt Jason O. gern in ruhigeren Minuten zusammen und tauscht sich aus

Bundeswehr/PAO Counter Daesh

Bis jetzt bin ich erst wenige Wochen im Einsatz, daher vermisse ich noch nicht allzu viel. Das liegt auch daran, dass ich während der Ausgangsbeschränkungen in Deutschland nach zweiwöchiger isolierter Unterbringung in den Einsatz geflogen bin. Aktuell fehlen mir hier im Einsatz daher die gleichen Dinge, die wir auch im Inland so schmerzlich vermissen. Gern würde ich mit meinen Freunden wieder etwas unternehmen oder meine Familie regelmäßig und ganz entspannt besuchen. Meine Telefonate und Kurznachrichten nach Hause bieten zwar die Möglichkeit zum guten Kontakt, ersetzen aber das persönliche Gespräch oder Zusammensitzen nicht wirklich.
Auch auf einen Kinobesuch würde ich mich nach dem Einsatz freuen. Immerhin kann ich hier im Einsatz unter Bedingungen, die an Corona angepasst wurden, meinen sportlichen Hobbys nachkommen.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Nach meinem Einsatz möchte ich zunächst einmal umziehen. Aktuell pendele ich regelmäßig 210 Kilometer von meiner Kompanie im ITInformationstechnik-Bataillon in Kastellaun nach Hause. Eine eigene Wohnung in der Nähe meiner Arbeitsstätte wäre daher sehr schön. Dienstlich werde ich alles daransetzen, eines Tages in die Laufbahn der Feldwebel übernommen zu werden. Gerade mein Dienst im ITInformationstechnik-Bereich bereitet mir unheimlich viel Freude, hier kann ich mich verwirklichen.
Bis zu meiner Rückkehr grüße ich meine gesamte Familie, alle meine Freunde und meine Kameradinnen und Kameraden im ITInformationstechnik-Bataillon 282 in Kastellaun. Ich wünsche euch allen, dass ihr gut durch den Winter kommt. Ich hoffe, dass ich mit euch nach meiner Rückkehr wieder etwas unternehmen kann.

von Jason O.

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