Ich bin iM EINsatz: Der internationale Planer

Ich bin iM EINsatz: Der internationale Planer

  • Ich bin im Einsatz
  • NMI
Datum:
Ort:
Bagdad
Lesedauer:
3 MIN

Auf drei Kontinenten und zwei Weltmeeren: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Ich bin iM EINsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Ein deutscher Stabsoffizier steht vor dem Panorama Bagdads

Der Einsatz in Bagdad ist für den erfahrenen Stabsoffizier eine neue Herausforderung

Bundeswehr/Sebastian Strempel

Mein Name ist Mario G., ich bin 56 Jahre alt und wohne bei Bruchsal in der Nähe von Karlsruhe. Meinen Dienst leiste ich im ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrkommando der Bundeswehr in der General Dr. Speidel-Kaserne in Bruchsal. Dort bin ich als Dezernatsleiter Grundsatz und Konzeption in der Abteilung Grundlagen Weiterentwicklung tätig. Die strategische Ausrichtung der ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehr der Bundeswehr steht dabei im Fokus.

Meine erste Dienstzeit leistete ich von 1983 bis 1990 in der Nationalen Volksarmee (NVANationale Volksarmee). Im Rahmen der Übernahme von Soldatinnen und Soldaten der NVANationale Volksarmee in die Streitkräfte der Bundesrepublik Deutschland wurde ich als Oberleutnant 1991 in die Bundeswehr übernommen. In diversen Lehrgängen und Truppenverwendungen wurde ich auf meine zukünftigen Aufgaben vorbereitet. Durch mein Studium der Verfahrenstechnik mit Vertiefung in Mikrobiologie und Nuklearphysik war ich bestens für die Truppengattung ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehr in der Bundeswehr vorbereitet. Es folgten eine Verwendung im Joint Force Command Head Quarters Neapel in Italien sowie eine mehrjährige Verwendung als Stabsoffizier für die Streitkräfteplanung in Virginia in den USAUnited States of America.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Ein deutscher Soldat steht vor zwei Flaggen. Im Hintergrund befindet sich eine Holzschnitzerei

Oberstleutnant Mario G. sorgt bei der NMI NATO Mission Iraq als Planer dafür, die Fähigkeiten irakischer Sicherheitsorgane zu verbessern

Bundeswehr/Sebastian Strempel

Dies ist mein zweiter Auslandseinsatz als Soldat. Der erste erfolgte 2011 in der Mission Operation Unified Protector unter Führung der NATO während meiner Stationierung in Neapel. Für meine jetzige Verwendung in Bagdad wurde ich aufgrund meiner vorherigen multinationalen Verwendungen und operativen Erfahrungen ausgewählt. In Bagdad bin ich im multinationalen Stab als Planer zur Verbesserung der Fähigkeiten irakischer Sicherheitsorgane eingesetzt, um die Sicherheit im Land zu stärken.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Im Hintergrund befindet sich eine T Mauer und eine Palme. Im Vordergrund sprechen zwei deutsche Soldaten miteinander

Die NATO Mission Iraq erfolgt in Zusammenarbeit mit der Mission Operation Inherent Resolve

Bundeswehr/Sebastian Strempel

Meine Verwendung in Bagdad ist durchweg multinational geprägt. Das Planungsteam besteht aus fünf Nationen unter Führung eines türkischen Stabsoffiziers. Die Kommunikation erfolgt ausschließlich in Englisch. Die Zusammenarbeit mit der Mission Operation Inherent Resolve, die mit militärischen Beratern der Bundeswehr unterstützt wird, erfolgt fast täglich. Dabei handelt es sich jedoch um zwei verschiedene Missionen, die überlappende Ziele verfolgen. Der Auslandseinsatz der Bundeswehr im Rahmen der NATO Mission Iraq (NMI NATO Mission Iraq) hat die Unterstützung und Stärkung der gesamten Sicherheitsstruktur der Republik Irak im Fokus. Die Mission Operation Inherent Resolve konzentriert sich primär auf die militärischen Fähigkeiten im Land.

Das vermisse ich hier am meisten.

Besonders vermisse ich meine Frau, die aufgrund meines Berufs einen gewissen Kummer mit mir gewohnt ist. Auch die Kameradinnen und Kameraden in meinem Dezernat in Deutschland sowie der enge Zusammenhalt unseres eingespielten Teams fehlen mir hier in Bagdad. In der trockenen und heißen Landschaft des Iraks beginnt man außerdem schnell, das Meer zu vermissen. Die häufigen Warnmeldungen und Alarmierungen im Camp Union III sowie das Beziehen der Schutzbauten werde ich nach meiner Rückkehr im September sicherlich nicht vermissen.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Im Hintergrund befindet sich eine Stellung. Im Vordergrund befinden sich zwei Soldaten verschiedener Nationen

Die gewonnenen multinationalen Erfahrungen in Italien und den USAUnited States of America helfen Mario G. bei seiner Aufgabe im Irak

Bundeswehr/Sebastian Strempel

Für meine Zeit nach dem Einsatz wünsche ich mir einen ausgiebigen Urlaub mit meiner Frau am Meer – wenn möglich ohne Corona-Auflagen. Besonders freue ich mich auf meine zukünftige Verwendung in den USAUnited States of America, bei der mich meine Frau wieder begleiten wird.


von Mario G.

Mehr zum Thema