Ich bin iM EINsatz: Der Trucker der EFP-Battlegroup

Ich bin iM EINsatz: Der Trucker der EFP-Battlegroup

  • Ich bin im Einsatz
  • EFP
Datum:
Ort:
Rukla
Lesedauer:
3 MIN

Auf drei Kontinenten und zwei Weltmeeren: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Ich bin iM EINsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Ein Soldat sitzt am Lenkrad eines Fahrzeugs

Egal ob Gefahrgut oder persönliche Ausrüstung: oberste Prämisse beim Be- und Entladen ist es, die Fracht nicht zu beschädigen

Bundeswehr/Karel Podlesny

Ich bin Stabsunteroffizier Lars L. und 29 Jahre jung. Bei Audi und VW habe ich meine Ausbildung zum KfzKraftfahrzeug-Mechatroniker mit Erfolg absolviert. Doch diese Arbeit hat mich nicht wirklich zufriedengestellt. Daher habe ich mir bei der Bundeswehr eine neue Herausforderung gesucht. Seit 2015 bin ich nun Soldat in der Unteroffizierslaufbahn und arbeite im Versorgungsbataillon 131 im Herzen von Deutschland, im wunderschönen Gotha in Thüringen. Dort bin ich für den Transport der verschiedensten Güter verantwortlich. So habe ich mit meinem LkwLastkraftwagen schon viele große und kleine Dinge transportiert. Von Unterlegscheiben bis hin zum Triebwerk für einen Schützenpanzer Marder habe ich bisher alles sicher an die richtige Adressatin beziehungsweise den richtigen Adressaten gebracht. Der Einsatz in Litauen EFPEnhanced Forward Presence ist mein erster Einsatz. Ich bin mit großer Freude auf die bevorstehenden Herausforderungen, aber auch mit einer gewissen Anspannung nach Litauen geflogen.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Ein Soldat kontrolliert am Ölmessstab des Lastkraftwagens den korrekten Füllstand

Vor jeder Abfahrt wird der technische Dienst am Fahrzeug durchgeführt, dazu gehört auch die Kontrolle des Ölstands

Bundeswehr/Sven Fischer

In Summe hat die Bandbreite meiner Aufgaben in Litauen eher zu- als abgenommen. Das beginnt beim Transport der Gepäckstücke sowie der persönlichen Ausrüstung der Kameradinnen und Kameraden. Diese müssen vom Flughafen Kaunas nach Rukla gebracht werden und irgendwann natürlich auch wieder zurück. Das Ein- und Ausladen, gemeinsam mit einem Kameraden, ist eine kräftezehrende Arbeit. Hinzu kommen die verschiedenen Gefahrguttransporte mit Munition, Kraftstoff oder Batterien, mit denen die Battlegroup versorgt werden muss. Auch dafür bin ich hier zuständig.


Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Ein Container auf einem Bundeswehr-Lkw wird durch einen Soldaten auf das Rollfeld des Flughafens abgelassen

Angekommen am Flughafen in Kaunas bereitet Stabsunteroffizier L. den Container zur Entladung vor

Bundeswehr/Karel Podlesny

Der Personaltransport vom Flughafen in Vilnius nach Rukla oder Pabrade ist ein weiterer Teil meiner Aufgaben. Besonders in Erinnerung bleiben wird mir wohl die allererste Fahrt unter den neuen Restriktionen, die aufgrund von COVID-19Coronavirus Disease 2019 erlassen werden mussten. Ich habe einen Kameraden aus Vilnius abgeholt und ihn unter den entsprechenden Schutzmaßnahmen nach Pabrade gefahren. Mit Mund-Nasen-Schutz sowie Handschuhen am Steuer: eine nicht alltägliche Fahrt unter alles andere als alltäglichen Bedingungen. „Auch Ausbilder für meine Kameradinnen und Kameraden sein zu dürfen, zählt zu den Besonderheiten meines Einsatzes in Litauen. Dabei weise ich sie in die Technik des LkwLastkraftwagen ein, den ich normalerweise fahre.“


Das vermisse ich hier am meisten.

Besonders vermisst Lars L. seine Freundin

Besonders vermisst Lars L. seine Freundin

Privat


Ganz besonders vermisse ich meine Freundin. Gleichzeitig freue ich mich darauf, meine Freunde und die Familie wiederzusehen. Die Treffen mit meinen Kumpels fehlen mir ebenso wie mit meinem besten Freund mal wieder ein Formel-1-Rennen zu sehen. Ich freue mich auch sehr darauf, wieder angeln zu gehen. Die Ruhe fernab vom Alltagstrubel und der Hektik genieße ich dabei jedes Mal aufs Neue. Und vielleicht gelingt es mir dabei, wieder einen „dicken Fisch“ an Land zu ziehen!

Ich freue mich aber auch ganz einfach darauf, wieder in meiner eigenen Wohnung im thüringischen Erfurt zu sein. Und dort mit meiner Freundin über den Markt zu schlendern und herzhaft in eine original Thüringer Rostbratwurst hineinzubeißen!


Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Lars L. zeigt stolz einen gefangenen Karpfen, er hockt am Rande eines Flusses

Lars L. ist ambitionierter Hobbyangler und fängt auch mal einen Karpfen

Privat


Ich bin sehr gespannt darauf, wie sich die Situation für mich darstellt, wenn ich wieder zu Hause bin. Ob die Restriktionen bezüglich COVID-19Coronavirus Disease 2019 dann noch genauso gelten wie jetzt. Ich plane zudem, mich nach meiner Zeit bei der Bundeswehr selbständig zu machen. Ich arbeite zusammen mit einem Freund bereits an einem Konzept, in das ich meine Erfahrungen und Kenntnisse aus meinem bisherigen Berufsleben einbringen möchte. Zum Schluss grüße ich alle, die mich kennen. Ich bin bald wieder bei euch!


von Lars  L.

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