Planung, Vorbereitung und Durchführung

Ich bin iM EINsatz: Der Besucheroffizier bei MINUSMAMultidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali

Ich bin iM EINsatz: Der Besucheroffizier bei MINUSMAMultidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali

  • Ich bin im Einsatz
  • MINUSMA
Datum:
Ort:
Gao
Lesedauer:
4 MIN

Auf drei Kontinenten und zwei Weltmeeren: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Ich bin iM EINsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Ein Soldat steht vor einem Schild und einer deutschen Flagge

Oberleutnant Daniel Z. war als Besucheroffizier im deutschen Einsatzkontingent MINUSMAMultidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali im Einsatz

Bundeswehr/Marcus Schaller

Ich bin Oberleutnant Daniel Z., 32 Jahre alt, verheiratet und Zugführer eines Infanteriezuges in der 1. Staffel des Objektschutzregimentes der Luftwaffe im wunderschönen Friesland. Meine ersten Berührungspunkte mit der Bundeswehr hatte ich 2009. Damals wurde ich als Grundwehrdienstleistender eingezogen. Ich stellte früh fest, dass der Beruf des Soldaten ein ganz besonderer ist: Die tägliche Abwechslung im Alltag und auf Übungen, das Interagieren mit den unterschiedlichen Bereichen und Personen sowie Herausforderungen, die gemeinsam gelöst werden, faszinieren mich bis heute. Nach meiner Wiedereinstellung als Offizieranwärter im Jahr 2013 bereue ich keinen einzigen Tag. Der Einsatz in Mali war mein erster.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz

Ein Soldat sitzt an einem Schreibtisch und arbeitet am Computer

Bei den Besuchen ist viel Vorplanung gefordert: Man muss an jede Kleinigkeit denken und jederzeit flexibel sein

Bundeswehr/Marcus Schaller

Ich war als Besucheroffizier (Joint Visitors Bureau – JVB) im 18./19. Deutschen Einsatzkontingent MINUSMAMultidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali im Camp Castor eingesetzt. Zu meinen Aufgaben gehörten die Planung und Vorbereitung, Durchführung sowie Nachbereitung hochrangiger multinationaler und nationaler Besuche. Alle Aufgaben waren eng verbunden mit detaillierten Absprachen und wurden im engen Schulterschluss mit der Kontingentführung durchgeführt.

Mein Tag begann mit meiner eigenen Tagesroutine. Alle vorhandenen Informationen, Sachstände und Vorgänge für den Tag und die Woche mussten verglichen werden. Sind Neuerungen oder Veränderungen eingetreten? Wenn ja, so wurden sie direkt ausgewertet und mit einbezogen.
Das Arbeiten am Computer und Telefon war der Schwerpunkt meiner Arbeit, was die Kommunikation mit den unterschiedlichen Bereichen und multinationalen Partnern ungemein erleichtert hat. Regelmäßig haben wir unsere Fahrzeuge, Waffen und das Material, welche aufgrund der hiesigen klimatischen Bedingungen mehr als daheim in Mitleidenschaft gezogen werden, überprüft.
Das Angenehme war für mich persönlich, dass alle notwendigen Akteure, mit denen ich zusammengearbeitet habe, in unmittelbarer Reichweite greifbar waren und man sich unkompliziert und jederzeit mit seinem Anliegen an sie wenden konnte.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders

Drei Soldaten im Gespräch

Im Einsatz war Oberleutnant Daniel Z. für hochkarätige militärische und zivile Gäste verantwortlich

Bundeswehr/Marcus Schaller

Mein Team und ich hatten den Anspruch, unsere Aufträge auch unter engen Zeitvorgaben oder strengen Auflagen bestmöglich zu erledigen. Das konnte auch mal bedeuten, bis spät in die Nacht zu arbeiten. Den Dienstschluss, wie man ihn von Deutschland kennt, gab es im Einsatz nicht.
Da ich für einen Kameraden kurzfristig einspringen musste, hatte ich nur eine sehr kurze Vorbereitungszeit. Durch meine Verwendung als Zugführer wusste ich jedoch, was auf mich zukommt und was mich erwartet. „Flexibility is the key to airpower“, sagen wir in der Luftwaffe – und diesem Grundsatz bin ich gefolgt.

Von Anfang an hatte ich die Erwartung an den Einsatz, in einem professionellen Umfeld zu arbeiten. Darin wurde ich nicht enttäuscht. Jeder hochrangige Besuch, den ich organisieren und durchführen durfte, war ein persönliches Highlight für mich, das positiv in Erinnerung bleiben wird. Die Wahrnehmung der Person, die man sonst nur aus dem Fernsehen, Internet oder Radio kennt, ist noch einmal eine andere, wenn man mit ihr persönlich über allgemeine oder alltägliche Themen spricht und sich austauscht.
 
Ein kleiner Auszug, der mir in Erinnerung bleiben wird: Die Parlamentarische Staatssekretärin war zu Gast und wir begrüßten sie am Flughafen. Das Marschband war wie geplant aufgefahren, die Sicherung der Kräfte hatte ihre Position eingenommen und die Maschine der Delegation landete. Natürlich ist man in diesem Moment sehr aufgeregt , denn den ersten Eindruck kann man nur schwierig korrigieren. Die Parlamentarische Staatssekretärin wurde von unserem Kontingentführer begrüßt. Ich begrüßte sie mit einem militärischen Gruß, immer noch innerlich aufgeregt. Das erste Wort, das sie erwiderte, war ein freundliches, lockeres, friesisches „Moin“. Und schon fühlte ich mich heimisch und die Anspannung war verflogen.

Das vermisse ich hier am meisten

Ein Soldat steht vor einem Ortsschild mit der Aufschrift „Schortens“

Oberleutnant Daniel Z. ist erfreut über die Anwesenheit der Soldatinnen und Soldaten aus seinem Heimatverband im Einsatz

Bundeswehr/Marcus Schaller

Ganz klar habe ich besonders meine Frau vermisst. Ich war und bin immer noch dankbar für ihr Verständnis und die Unterstützung, die sie mir entgegengebracht hat. Schon im Einsatz habe ich mich besonders darauf gefreut, dass, wenn wir wieder vereint sind, ich ihr als Dank etwas zurückgeben kann. Im Einsatz fehlte mir außerdem der Gang auf dem Marktplatz in Jever, wo man die tummelnde Gesellschaft der Menschen genießen kann. Aber auch die täglichen Spaziergänge in den Weiten der friesischen Landschaft sind Dinge, an die ich besonders gerne gedacht habe. Auch an meine militärische Heimat im Objektschutzregiment der Luftwaffe habe ich oft gedacht, an die zahlreichen Truppenübungsplatzaufenthalte und die gemeinsame Zeit und Erinnerungen im Tagesdienst. Ich habe mich schon im Einsatz darauf gefreut, jeden Einzelnen in der Staffel wiederzusehen und zu begrüßen.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße

Ein Soldat macht einen Klimmzug

Durch täglichen Sport hält Daniel Z. sich im Einsatz fit und kann außerdem gut vom Dienstalltag abschalten

Bundeswehr/Marcus Schaller

In erster Linie war es mein Ziel, gesund wiederzukommen. Das ist das höchste Gut für jeden im Einsatz und so auch für mich das Allerwichtigste. Weiterhin stehen auf der Agenda die zahlreichen Sportwettkämpfe, die sehnsüchtig auf mich warten. Die ersten Wochen zu Hause waren für mich sehr aufregend. Nach einer solch langen Zeit freue ich mich darauf, die heimatliche Ortschaft neu zu entdecken, wo man bislang routiniert entlanggelaufen ist. Absolutes Highlight war natürlich das Wiedersehen mit meiner Frau, Familie, engsten Freunden und Kameraden. Das Jahr 2022 wird viele tolle Veränderungen mit sich bringen. Meine Folgeverwendung steht bevor und in diesem Zusammenhang auch der gemeinsame Umzug in ein neues Zuhause.

von Daniel  Z.

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