Ich bin iM EINsatz: Der Betreuungsfeldwebel bei MINUSMAMultidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali

Ich bin iM EINsatz: Der Betreuungsfeldwebel bei MINUSMAMultidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali

  • Ich bin im Einsatz
  • MINUSMA
Datum:
Ort:
Niamey
Lesedauer:
3 MIN

Auf drei Kontinenten und zwei Weltmeeren: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Ich bin iM EINsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Ein Soldat steht hinter dem Tresen an einer Kasse, ein weiterer Soldat sitzt am Tresen

Oberbootsmann Denny G. ist der Betreuungsfeldwebel in Niamey in Niger

Bundeswehr/Hermann Asmus

Ich bin Oberbootsmann Denny G., 30 Jahre jung und komme aus der Nähe von Zwickau. Mit meiner Frau habe ich zwei kleine Kinder und ein drittes ist bereits unterwegs.
Ich bin seit 2011 Soldat und befinde mich hier in meinem ersten Einsatz. In der Heimat bin ich Angehöriger der ersten Kompanie des Sanitätsregiments 1 in Weißenfels und dort als Verpflegungsgruppenführer eingesetzt. Dort ist es unter anderem meine Aufgabe, bei Aufenthalten auf den Truppenübungsplätzen die Verpflegung für meine Kameradinnen und Kameraden zu organisieren. Konkret bedeutet dies, dass ich die Verpflegungspläne erstelle und für die Annahme sowie das anschließende fachgerechte Einlagern der Waren zuständig bin.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Ein Soldat kniet vor einem Kühlschrank und befüllt diesen mit Getränkedosen

Denny G. sorgt dafür, dass die Kühlschränke immer gut gefüllt sind

Bundeswehr/Hermann Asmus

Auch wenn es Parallelen zu meinen Tätigkeiten in Deutschland gibt, ist der Einsatz als Betreuungsfeldwebel etwas völlig anderes. Zwar bin ich auch hier für das Annehmen und Einlagern der Waren in die Kühlcontainer zuständig, doch fängt meine Arbeit danach erst so richtig an. Gleich morgens bin ich der Erste, der dafür sorgt, dass die Kaffeemaschine läuft. Nachdem der morgendliche Kaffeeansturm der Kontingentangehörigen vorbei ist, widme ich mich der Vorbereitung für den Nachmittag und Abend. Es gibt viel zu tun im Betreuungszelt: Vollzähligkeitsprüfung des Warenbestandes und natürlich das Auffüllen der neuen Waren in die Kühlschränke, damit auch noch am Abend genug Ware da ist, die verkauft werden kann. Meine Tätigkeiten zeigen sich vor allem bei den diversen Betreuungsangeboten, welche ich hauptverantwortlich organisiere. Dazu gehört unter anderem das Ausrichten von Kicker-Turnieren oder des Kino-Abends an jedem Donnerstag. Unterstützung erhalte ich von meinen nebenamtlichen Verkäufern, die mich hier freiwillig und tatkräftig unterstützen.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Ein Soldat steht hinter dem Tresen und bereitet Kaffee und Kuchen vor

Das Herz seines Wirkens ist das Betreuungszelt: Denny G. bereitet Kaffee und Kuchen vor

Bundeswehr/Hermann Asmus

Das Betreuungszelt ist für die Soldatinnen und Soldaten mehr als nur der Ort, an dem sie die drei Hauptmahlzeiten einnehmen. Es ist der zentrale Punkt für soziale Begegnungen, vor allem zwischen Kameradinnen und Kameraden, die während ihrer Dienstzeit keine Berührungspunkte miteinander haben. Hier kann man zur Ruhe kommen und von seiner täglichen Arbeit abschalten, ganz gemütlich am Nachmittag bei einer Tasse Kaffee oder am Abend bei einer Runde Dart oder Billard.
Das Zentrum des Betreuungszeltes ist der Tresen, hier bin ich stets der erste Ansprechpartner. Für ein kleines Pläuschchen nehme ich mir genauso Zeit wie fürs Zuhören bei Problemen. Das ist das, was meine Arbeit hier so besonders macht: die soziale Interaktion mit anderen Kameradinnen und Kameraden.

Das vermisse ich hier am meisten.

Ein Soldat bereitet einen Kaffee an einer Kaffeemaschine zu

Oberbootsmann Denny G. freut sich bereits auf die erste Tasse Kaffee zusammen mit seiner Familie

Bundewehr/Hermann Asmus

Am meisten vermisse ich meine Familie. Vor allem fehlen mir die gemeinsamen Spaziergänge im heimischen Wald, die wir regelmäßig mit unseren beiden kleinen Kindern und unserem Hund machen. Auf die Ruhe und die frische Luft, die wir dort genießen können, freue ich mich jetzt schon.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Zunächst möchte ich mein drittes Kind aufwachsen sehen und freue mich bereits sehr darauf, die ersten Entwicklungsschritte miterleben zu können. Für meine Familie da zu sein hat nach meinem Einsatz die höchste Priorität. Einen weiteren Einsatz kann ich mir vorstellen. Da sollten meine Kinder aber bereits größer sein und ich hoffentlich bereits Berufssoldat. Dabei würde ich mir wünschen, an einer marinebasierten Mission teilzunehmen, schließlich trage ich diese besonderen Dienstgradabzeichen mit Stolz!

von Denny  G.

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