Ich bin iM EINsatz: Für die ITInformationstechnik-Anbindung bei MINUSMAMultidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali

Ich bin iM EINsatz: Für die ITInformationstechnik-Anbindung bei MINUSMAMultidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali

  • Ich bin im Einsatz
  • MINUSMA
Datum:
Ort:
Gao
Lesedauer:
3 MIN

Auf drei Kontinenten und zwei Weltmeeren: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Ich bin iM EINsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Eine Soldatin spricht mit einem Soldaten. Beide tragen einen Mund-Nasen-Schutz

Experten für alle ITInformationstechnik-Bereiche: Persönliche Gespräche mit Soldatinnen und Soldaten aus ihrer Kompanie sind Diana G. wichtig

Bundeswehr/PAO MINUSMA

Ich bin Major Diana G., 33 Jahre und seit 2007 Angehörige der Bundeswehr. In Deutschland bin ich als Kompaniechefin in der 2. Kompanie des ITInformationstechnik-Bataillons 381 in Storkow eingesetzt. Ich habe das Glück, mit einem Teil meiner Kompanie hier in Mali im Einsatz zu sein. Im 16. Deutschen Einsatzkontingent MINUSMAMultidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali bin ich für vier Monate als S6 Stabsoffizier eingesetzt. Das bedeutet, ich bin als Abteilungsleiterin dafür verantwortlich, dass die Informations- und Fernmeldetechnik im Einsatz funktioniert. Auch wenn ich für diese Aufgabe sehr viel Zeit hinter dem Bildschirm verbringe, bereitet mir die Arbeit aufgrund der Menschen sowie des tollen Arbeitsumfeldes im Camp Castor viel Freude. Dies ist bereits mein zweiter Einsatz, zuvor war ich im Jahr 2017 als Einsatzauswerteoffizier für fünf Monate im Nordirak.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Eine Soldatin schaut konzentriert auf zwei Computerbildschirme

Diana G. verbringt viel Zeit an Bildschirm und Telefon: Der Arbeitsalltag erfordert zahlreiche Absprachen und Besprechungen

Bundeswehr/PAO MINUSMA

Als ITInformationstechnik-Stabsoffizier bin ich fachliche Vorgesetzte aller ITInformationstechnik-Kräfte an den Standorten Gao, Bamako und Niamey. Wir sind für die ITInformationstechnik-Anbindung des deutschen Einsatzkontingents innerhalb der Standorte sowie für die Anbindung des Einsatzlandes ins Heimatland verantwortlich. Ich berate zugleich als Abteilungsleiterin die Kontingentführung in sämtlichen Belangen der Informationstechnik und bin das Bindeglied nach Deutschland für meinen Fachbereich.Mein Team setzt sich aus ITInformationstechnik-Fachpersonal der verschiedenen Organisationsbereiche zusammen. Ein Großteil kommt aus meinem Verband aus Storkow. Besondere Freude macht mir die Zusammenarbeit mit den Kameradinnen und Kameraden, wobei jeder ein Experte auf seinem Gebiet ist und jeden Tag großartige Arbeit leistet. Trotz einer sehr hohen Auftragslast ist die Motivation sehr hoch und man kann sich immer auf alle verlassen.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Ein Soldat und eine Soldatin laufen auf einer Straße in einem Camp

Auf dem Weg zur ITInformationstechnik-Zentrale: der Hauptarbeitsbereich, in dem alle Fäden zusammenlaufen

Bundeswehr/PAO MINUSMA

Dass ich in meinem Alter schon viel Verantwortung trage, macht meine Tätigkeit hier besonders. Wir sind schnell zu einem sehr guten Team zusammengewachsen. Egal wie stressig es auch manchmal ist, die Arbeit macht viel Spaß und Freude. Auch wenn im Bereich ITInformationstechnik nicht immer alles planbar oder vorhersehbar ist, haben wir es bisher immer geschafft, die sprichwörtliche Kuh vom Eis zu holen. Zum Beispiel mussten wir die gesamte ITInformationstechnik-Technik an unzähligen Arbeitsplätzen erneuern, wir nennen das regenerieren. Es hat einige Mühen gekostet, alles wieder so einzurichten, dass es problemlos funktioniert, aber letztendlich waren alle zufrieden. Die bisher größte Herausforderung war jedoch unser E-Mail-Server, der umgestellt werden musste. All das im laufenden Einsatzbetrieb erfordert viel Geduld und zusätzliche Arbeit. Mit einem tollen Team hier vor Ort stellt das aber kein Problem dar.

Das vermisse ich hier am meisten.

Eine Soldatin arbeitet am Laptop, ein Soldat schaut zu. Beide tragen einen Mund-Nasen-Schutz

Die komplexe ITInformationstechnik-Infrastruktur im Camp muss regelmäßig gewartet werden. Manchmal lässt sich Diana G. Details vor Ort erklären

Bundeswehr/PAO MINUSMA

Neben der Familie und Freunden vermisse ich besonders meine Kompanie. Als Chefin fühle ich mich natürlich auch fern des Dienstortes für die Kameradinnen und Kameraden verantwortlich. Überdies freue ich mich schon auf meine Huskys zu Hause, mit denen ich meine Freizeit mit Schlittenhundesport ausfülle. Hier geht es ab September wieder in das Training. Drei meiner Hunde mit weiteren sieben Hunden meiner Familie sind mein Erfolgsgespann, das ich beim Sprinttraining auf zehn Kilometern durch die Wälder Brandenburgs oder Sachsen-Anhalts lenke. In der Wüste Malis sehne ich mich besonders nach einem See zum Angeln, meinem weiteren Hobby. Ich liebe die Natur und meine Heimat, den Spreewald.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Für die restlichen sechs Wochen meines Einsatzes stehen noch diverse Projekte und Prüfaufträge an, die wir gemeinschaftlich zu Ende bringen wollen, um unseren Nachfolgern einen guten und stressfreien Start zu ermöglichen. Insbesondere müssen wir eine ITInformationstechnik-Sicherheitsprüfung begleiten, die bei den vielen verschiedenen im Einsatz befindlichen Systemen sehr umfangreich ist. Meiner verbleibenden Zeit als Kompaniechefin sehe ich mit Zuversicht entgegen.

In diesem Sinne grüße ich meine Kameradinnen und Kameraden der 2. Kompanie des ITInformationstechnik-Bataillons 381 in Storkow und freue mich darauf, bald wieder dort walten zu können. Allen Kameradinnen und Kameraden, die uns im Einsatz ablösen oder noch ein wenig länger bleiben müssen, wünsche ich stets Gesundheit und viel Durchhaltevermögen.
Persönlich wünsche ich mir, dass ich erneut mit meinem Hundegespann nach Lappland fahren kann, um die Nordlichter zu bewundern. Der Sternenhimmel in Mali ist zwar auch toll, erreicht aber nicht die Magie der Polarlichter.

von Diana G.

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