Ich bin iM EINsatz: eine Stimme des Einsatzradios in Mali

Ich bin iM EINsatz: eine Stimme des Einsatzradios in Mali

  • Ich bin im Einsatz
  • MINUSMA
Datum:
Ort:
Gao
Lesedauer:
3 MIN

Auf drei Kontinenten und zwei Weltmeeren: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Ich bin iM EINsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Ein Soldat steht im Camp. In der Hand hält er ein Mikrophon von Radio Andernach.

Aus der Vulkaneifel in die Steppe Afrikas: Oberfeldwebel Dennis S. ist für Radio Andernach bei MINUSMAMultidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali im Auslandseinsatz

Bundeswehr/Niklas Siekmann

Ich bin Oberfeldwebel Dennis S. und 26 Jahre alt. Gebürtig komme ich vom Niederrhein und wohne mittlerweile in der Vulkaneifel im Landkreis Cochem-Zell. Dort lebe ich zusammen mit meiner Lebensgefährtin und meinen beiden Söhnen. In der Heimat und hier in Mali bin ich als Redaktions-Assistenz-Feldwebel bei Radio Andernach eingesetzt.
Als ich mich 2015 verpflichtet habe, stand für mich bereits fest, dass ich nach Mayen ins Zentrum Operative Kommunikation der Bundeswehr möchte, wo auch das Betreuungsradio Radio Andernach seine Heimat hat. Familiär bedingt stand ich der Bundeswehr schon von der Kinderzeit an nahe. Als medienaffiner Mensch wirkte der Auftrag des Zentrums auf mich sehr spannend.
Nach einer Korrespondentenreise nach Estland ist dies bei MINUSMAMultidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali in Mali mein erster Auslandseinsatz.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Zwei Soldaten sitzen vor ihren Computern. Der vordere Soldat trägt Kopfhörer.

Die Tür zum Studio im Camp steht jederzeit offen: Ideen für neue Themen sind herzlich willkommen

Bundeswehr/Niklas Siekmann

Oberleutnant Karol S. und ich bilden hier im Camp Castor das erste feste Korrespondententeam in Mali. Nach über 15 Jahren in Afghanistan und in Kosovo wollen wir mit Radio Andernach die Soldatinnen und Soldaten hier in der Einsatzregion und ihre Angehörigen zu Hause mit Informationen, Berichterstattung und Betreuung aus erster Hand versorgen. Im Wesentlichen besteht unsere Aufgabe als Truppenbetreuungssender darin, für die Soldatinnen und Soldaten in der Einsatzregion da zu sein. Wir nehmen beispielsweise Grüße für die Heimat entgegen und spielen sie dann in unserem Programm ab. Dazu sind wir viel im Camp unterwegs. Die Berichterstattung für die Kameradinnen und Kameraden und ihre Angehörigen sieht dabei auch vor, Einheiten zu begleiten und ihre Aufgabe vorzustellen.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Ein Soldat interviewt einen anderen Soldaten, im Hintergrund ein Fahrzeug

Im Gespräch mit einem Kameraden: Spontanität ist wichtig, um an interessante Storys zu kommen

Bundeswehr/Gerrit Hohmann

Im Gegensatz zum Dienst in der Heimat bekommen wir direktes Feedback von den Hörerinnen und Hörern hier vor Ort. Dieses betrifft meist meine Arbeit oder das Programm. Es ist schön, ein Teil der Truppeninformation und -betreuung zu sein.
Als schöne Erinnerung fällt mir der kurzfristige Gruß einer Kameradin zum Geburtstag ihres Verlobten in der Heimat ein. Er hat auf seiner Arbeitsstelle begonnen, Radio Andernach zu hören. Sie schrieb uns einen Tag vor seinem Geburtstag, ob noch ein Gruß möglich wäre. Sie hat ihm einen sehr emotionalen Gruß eingesprochen. Das Feedback von ihr und aus der Heimat war rundum positiv und hat uns in unserem Job bestätigt.

Das vermisse ich hier am meisten.

Ein Soldat mit Weste und Waffe beobachtet etwas hinter einem Betonzaun

Um authentisch berichten zu können, versuchen die Kameradinnen und Kameraden von Radio Andernach hautnah dabei zu sein

Bundeswehr/Gerrit Hohmann

Ich vermisse hier am meisten meine Familie. Dass ich die Entwicklungsschritte meiner Söhne nicht miterlebe, tut sehr weh. Außerdem fehlt mir das Stadion und ich hoffe, wenn ich nach meinem Einsatz wieder zu Hause bin, dass Corona ein eiskaltes Bier mit meinen Freunden im Stadion zulässt.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Ich freue mich auf den bereits geplanten Urlaub an der Nordsee zusammen mit meiner Familie. Bis dahin hoffe ich, gesund durch den Einsatz zu kommen und auch, dass alle Soldatinnen und Soldaten gesund nach Hause zurückkehren.

von Dennis S.

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