Ich bin iM EINsatz: Die Verbindung nach Deutschland

Ich bin iM EINsatz: Die Verbindung nach Deutschland

  • Ich bin im Einsatz
  • MINUSMA
Datum:
Ort:
Gao
Lesedauer:
3 MIN

Auf drei Kontinenten und zwei Weltmeeren: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Ich bin iM EINsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Mehrere Soldatinnen und Soldaten stehen in einer Reihe nebeneinander und blicken nach vorne

Beim Antreten werden die Einsatzmedaillen der VN-Mission MINUSMAMultidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali als Dank für den Einsatz in Mali verliehen

Bundeswehr/Johann Flaum

Ich bin Hauptfeldwebel Lydia G., 34 Jahre jung und seit elf Jahren bei der Bundeswehr. Bereits im Jahr 2013 war ich als Materialgruppenführerin im Kosovo im Einsatz. Inzwischen kann ich sagen: Jeder Einsatz ist fordernd, fördernd und bringt viele neue Eindrücke mit sich. In Deutschland bin ich an der Offizierschule des Deutschen Heeres in Dresden und dort für die gesamte Ausbildungsplanung unseres Stammpersonals zuständig.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Eine Soldatin sitzt am Schreibtisch und arbeitet am Computer

Meldungen und Terminlisten: Ein Großteil der Arbeit muss am Computer erledigt werden

Bundeswehr/Johann Flaum

Hier in Mali bin ich für das Einsatzmeldewesen verantwortlich und somit quasi das Verbindungselement zwischen dem Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Schwielowsee und dem Einsatzland. Ich fasse die täglichen Meldungen aller Bereiche des Deutschen Einsatzkontingents MINUSMAMultidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali zusammen und leite diese nach Deutschland weiter. Zusätzlich überwache ich alle Meldetermine im Rahmen der täglichen Weisungen aus dem Einsatzführungskommando der Bundeswehr.

Neben meiner Arbeit im Büro unterstütze ich jede Woche unseren Foodtruck. Mit ihm werden die Lebensmittel geliefert, die für alle Soldatinnen und Soldaten sowie für alle zivilen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für eine Woche berechnet wurden. Diese müssen so schnell wie möglich vom Truck in die Tiefkühlhäuser gebracht werden, um die Kühlkette einzuhalten. Bei der großen Hitze hier in Mali ist das manchmal eine Herausforderung.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Eine Soldatin hält einen Karton mit Lebensmitteln in den Händen

Abwechslung im Arbeitsalltag: Jede Woche unterstützt Hauptfeldwebel Lydia G. beim Abladen des Foodtrucks

Bundeswehr/Johann Flaum

Es erfordert ein großes Maß an Konzentration und Stressresistenz, die Meldungen einzufordern, zu verteilen, zusammenzufassen und zu überwachen. Insbesondere die Sofortmeldungen bei besonderen Ereignissen sind sehr wichtig und fordern große Aufmerksamkeit. Hierbei muss ich schnell reagieren und darf mir keine Fehler erlauben.

Bei der Unterstützung des Foodtrucks brauche ich andere Qualifikationen. Hierbei sind eher Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit gefragt. Bei über 45 Grad Celsius Außentemperatur und neun LkwLastkraftwagen-Ladungen kann einem schnell mal die Puste ausgehen. Am Abend tanke ich beim Sport neue Kraft und Motivation. Dreimal in der Woche heißt es dann für mich: auf zum Ausdauertraining. In der Gemeinschaft mit meinen Kameradinnen und Kameraden nehme ich am Spinning-Kurs teil, dieser bereitet mir viel Spaß.

Das vermisse ich hier am meisten.

Eine Soldatin steht vor mehreren Autos außerhalb des Camps, sie trägt ein Gewehr und eine Schutzweste

Auch außerhalb des Camps war Hauptfeldwebel Lydia G. bereits zur Sicherung eingesetzt

Bundeswehr/Archiv

Am meisten vermisse ich meinen Mann, meine Familie, meine Freunde und meine Kameradinnen und Kameraden der Offiziersschule. Die Erfahrungen, die ich in meinem letzten Einsatz und in diesem gesammelt habe, zeigen mir jedoch, dass mein Team in der Heimat immer hinter mir steht, mich jederzeit unterstützt und mir immer den Rücken freihält, wo immer ich auch bin.

Ich freue mich riesig auf grüne Wiesen, Bäume und Pflanzen. Hier in Mali überwiegen Sand und Staub, was die Umgebung nach sieben Monaten Einsatz schon etwas eintönig macht. Ein bisschen fehlen mir auch meine Freiheit und die Privatsphäre, wie ich sie von zu Hause kenne. Das Leben im Camp bringt dann doch die ein oder andere Entbehrung mit sich.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Eine Soldatin sitzt auf einem Spinning-Fahrrad im Sportzelt

Spinning: Die Sportabende geben neue Kraft und halten Lydia G. fit

Bundeswehr/Johannes Flaum

Für die restliche Zeit des Einsatzes wünsche ich mir, dass die Zeit weiterhin ohne Zwischenfälle verläuft und ich wieder wohlbehalten nach Hause komme. Ich wünsche unseren Nachfolgerinnen und Nachfolgern viel Soldatenglück und einen tollen Einsatz, so wie ich ihn hatte.
Zum Schluss grüße ich von ganzem Herzen meinen Ehemann, auf den ich mich schon wahnsinnig freue, sowie meine Freunde, Familie und die Kameradinnen und Kameraden in Dresden. Bleibt alle schön gesund!

von Lydia G.

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