Ich bin iM EINsatz: Als Marketender in Mali

Ich bin iM EINsatz: Als Marketender in Mali

  • Ich bin im Einsatz
  • EUTM Mali
Datum:
Ort:
Koulikoro
Lesedauer:
3 MIN

Auf drei Kontinenten und zwei Weltmeeren: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Ich bin iM EINsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Hauptgefreiter Martin K. vor dem Eingang des Marketendercontainers

Der Marketender, einer Art Kiosk im Einsatz, versteckt sich in einem unscheinbaren Container

Bundeswehr/Sebastian Vogt


Mein Name ist Hauptgefreiter Martin K., ich bin 29 Jahre alt und seit 2017 bei der Bundeswehr. In meinem ersten Einsatz in Mali bin ich als Marketendersoldat eingesetzt. „Marke…- Was ?!“, fragen sich bestimmt viele. Der Ausdruck ist erklärungsbedürftig: Als Marketender bezeichnet man eine Art Kiosk in einem Feldlager oder einer Einsatzliegenschaft – und meine Tätigkeit. Der Begriff stammt ursprünglich aus dem Italienischen und lässt sich am besten mit „Händler“ übersetzen. Das beschreibt meine Arbeit ziemlich gut: Was immer die Soldaten für den täglichen, privaten Gebrauch benötigen, habe ich für sie vorrätig. Zu Hause in Deutschland bin ich Hilfsausbilder in der allgemeinen Grundausbildung im Informationstechnikbataillon 281 in Gerolstein.


Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Ein Soldat beim Einsortieren der gelieferten Waren

Die Regale sind prall gefüllt. Was immer man auch braucht, bei Martin K. ist fast alles vorrätig

Bundeswehr/Sebastian Vogt

Als Marketendersoldat bin ich stolz darauf, einen Beitrag zum Wohlbefinden meiner Kameradinnen und Kameraden im Einsatz zu leisten. Dabei sind es fern der Heimat oft die Kleinigkeiten, die fehlen – das können auch mal Chips oder Gummibärchen sein. Unser sogenanntes Betreuungsteam besteht aus insgesamt drei Soldaten: Neben dem Feldwebel und mir gibt es noch einen weiteren Marketendersoldaten. Beinahe rund um die Uhr sind wir für unsere Kameradinnen und Kameraden da und helfen, wo wir nur können.
Ein typischer Arbeitstag als Marketender? Zunächst einmal wird gemeinsam gefrühstückt. Dann geht es auch schon an die Arbeit: Zunächst müssen die Regale wieder bestückt werden. Schließlich muss alles, was am Vortrag verkauft wurde, wieder vorrätig sein. Die Mittagspausen nutze ich, um zum Sport zu gehen und mich fit zu halten. Dabei wechsele ich mich mit meinem Marketender-Kameraden ab, sodass niemand bei uns vor verschlossenen Türen steht.  
Um 18 Uhr wird der Kiosk geschlossen. Das ist jedoch nicht gleichbedeutend mit Feierabend. Denn jetzt widme ich mich der täglichen Abrechnung, die anschließend durch den Feldwebel noch einmal überprüft wird. Stimmen die Zahlen, ist Freizeit angesagt: Den restlichen Abend lasse ich zusammen mit meinen Kameradinnen und Kameraden ausklingen.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

An der Kasse im Marketender, einer Art Kiosk im Einsatz, unterhalten sich zwei Soldaten

An der Kasse bleibt auch mal Zeit für eine Unterhaltung. Die Kameradinnen und Kameraden schätzen Martins offene Art

Bundeswehr/Sebastian Vogt


Ich bin ein sehr kommunikativer Mensch, deshalb bereitet mir meine Tätigkeit große Freude. Mit vielen Soldatinnen und Soldaten komme ich ins Gespräch und erfahre so das ein oder andere über ihre Aufgaben im Einsatz. Ich freue mich, dass ich dazu beitragen kann, die Zeit im Einsatz für alle angenehmer zu gestalten. Wenn dafür noch Zeit bleibt, bin ich auch regelmäßig außerhalb des Koulikoro Training Centers unterwegs. Als ausgebildeter Kraftfahrer unterstütze ich zum Beispiel bei den Transporten in die malische Hauptstadt Bamako. Das ist für mich eine willkommene Abwechslung zu meinem gewöhnlichen Tagesgeschäft.


Das vermisse ich hier am meisten.

Am meisten vermisse ich hier natürlich meine geliebte Frau sowie meine gesamte Familie. Aber auch an meine Freunde in der Heimat und die Kameradinnen und Kameraden vom Informationstechnikbataillon 281 in Gerolstein denke ich regelmäßig. Ich freue mich schon darauf, wenn ich bald in Deutschland alle wiedersehe!

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Martin K. holt einen Karton Chips aus dem Container

Martin K. hat Spaß an seinem Job. Ständig sorgt er mit einem Lachen im Gesicht für gute Stimmung unter den Kameradinnen und Kameraden

Bundeswehr/Sebastian Vogt

Für die weitere Zeit in Mali wünsche ich uns allen hier einen sicheren Einsatz – damit wir gesund zu unseren Familien und Freunden nach Hause zurückkehren können. Wenn ich wieder in Deutschland bin, werde ich als allererstes Zeit mit meiner Frau verbringen und dann einen gemeinsamen Urlaub planen. Danach kehrt auch schon der Alltag zurück und ich trete meinen regulären Dienst im Informationstechnikbataillon 281 in Gerolstein an. Abschließend grüße ich alle, die mich kennen! Euer Marketender Martin.

von Martin K.

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