Ich bin iM EINsatz: „Durch Sprache verbinden“

Ich bin iM EINsatz: „Durch Sprache verbinden“

  • Ich bin im Einsatz
  • MINUSMA
Datum:
Ort:
Niamey
Lesedauer:
2 MIN

Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.


Hauptmann Claudia H. ist Sprachmittlerin am Einsatzstandort Niamey

Hauptmann Claudia H. ist Sprachmittlerin am Einsatzstandort Niamey

Bundeswehr / Christoph Liesmann

Mein Name ist Claudia H., ich bin 35 Jahre alt, wohne in Köln und bin seit 2018 als Sprachmittlerin für Französisch beim Bundessprachenamt in Hürth zivil angestellt. In einer neunwöchigen soldatischen Spezialausbildung wurde ich im Sommer auf meinen ersten Auslandseinsatz als Soldatin im Dienstgrad Hauptmann vorbereitet. Das fachliche Wissen habe ich in meinem Studium zur Konferenzdolmetscherin erworben. Vor meiner Anstellung in Hürth war ich als Dolmetscherin und Übersetzerin selbstständig tätig und dadurch regelmäßig in Europa unterwegs. Die Bundeswehr hat mir nun die Möglichkeit gegeben, meiner Berufung in Afrika nachzukommen.


Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Ihre Sprachkenntnisse sind auch bei Verhandlungen über Baumaterial sehr wichtig

Ihre Sprachkenntnisse sind auch bei Verhandlungen über Baumaterial sehr wichtig

Bundeswehr / Christoph Liesmann

Im Rahmen meines Auslandseinsatzes bin ich im 9. Deutschen Einsatzkontingent MINUSMAMultidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali im Baubüro des Lufttransportstützpunktes in Niamey für drei Monate als Sprachmittlerin eingesetzt. Zu meinen Aufgaben gehört das schriftliche Übersetzen der Kommunikation zwischen deutschen, französischen und nigrischen Soldaten und mit lokalen Baufirmen. Dabei handelt es sich um Angebote, Leistungsbeschreibungen, E-Mails, Lebensläufe oder Protokolle. Wenn ich nicht am Computer übersetze, dolmetsche ich Besprechungen zwischen dem Baubüro und dem nigrischen Verbindungsoffizier. Das Treffen mit dem französischen Baubüro, der Feuerwehr oder anderen französischen Einheiten im Camp und in der deutschen Botschaft runden meine Aufgaben ab. Ein Highlight im November war der Besuch der Verteidigungsministerin in Niamey. Hier hatte ich die Gelegenheit, für ihren nigrischen Amtskollegen zu dolmetschen. Auch dem einen oder anderen deutschen und nigrischen General durfte ich meine Stimme leihen.


Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Die Soldatin sitzt an ihrem Schreibtisch

Hauptmann Claudia H. beim Übersetzen eines Textes

Bundeswehr / Christoph Liesmann

Im Gegensatz zu Dolmetschereinsätzen in Deutschland, die meist nur wenige Tage dauern, habe ich hier die Möglichkeit, besonders tief in die Materie einzutauchen. Meine Tätigkeiten sind sehr abwechslungsreich und aufgrund der räumlichen Nähe zu den verschiedenen französischen Einheiten gewinne ich darüber hinaus viele Informationen zu deren Aufgaben und Verantwortungsbereichen. Die natürliche und berufsbedingte Neugierde eines Dolmetschers an allem Unbekannten wird hier umfassend gestillt: Auf alle baubürorelevanten und fachfremden Fragen, die ich meinen Ansprechpartnern stelle, erhalte ich ausführliche Antworten und bekomme so Einblicke in viele Bereiche, die über meine eigentliche Arbeit hinausgehen. Ein großer Vorteil hierbei ist sicherlich auch die Tatsache, dass ich mich mit allen verständigen und immer wieder nachhaken kann, wenn ich mehr erfahren möchte. Durch meine Zweisprachigkeit erlebe ich sowohl auf deutscher als auch auf französischer Seite Kameradschaft und fühle mich auf beiden Seiten des Camps sehr wohl.


Das vermisse ich hier am meisten.

Drei einheimische Männer und die Sprachmittlerin schauen gemeinsam nach unten auf das bestellte Holz

Das benötigte Holz für das Baubüro wurde erfolgreich gekauft

Bundeswehr / Christoph Liesmann

Nach mittlerweile fast drei Monaten im staubigen und trockenen Niamey freue ich mich auf einen Waldspaziergang und das Geräusch von Regentropfen am Fenster.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Ich komme gerne wieder nach Niamey, um das deutsche Baubüro bei der Umsetzung des anstehenden Großprojektes zu unterstützen und zu sehen, wie sich das Camp und die Bauarbeiten entwickeln.

von Claudia H.

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