Ich bin iM EINsatz: Im Feldpostamt Koulikoro – hier geht die Post ab!

Ich bin iM EINsatz: Im Feldpostamt Koulikoro – hier geht die Post ab!

  • Ich bin im Einsatz
  • EUTM Mali
Datum:
Ort:
Koulikoro
Lesedauer:
2 MIN

Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Ein Soldat steht an einem gelben Postkasten

Hauptfeldwebel Günther Q. ist einsatzerfahrener als so mancher Soldat. Der Einsatz bei EUTMEuropean Union Training Mission ist bereits sein achter

Bundeswehr / Simon Hofmann

Mein Name ist Hauptfeldwebel Günther Q. Ich komme aus Lüneburg bin dort Beamter bei der Deutschen Post. Als aktiver Einsatzreservist bin ich nun das achte Mal im Einsatz. Insgesamt war ich fünf Mal in Afghanistan, als „alter Kabuler“ davon dreimal in Kabul. Einmal war ich im Kosovo und hier in Mali ist es nun mein zweiter Einsatz, beide bei EUTMEuropean Union Training Mission in Koulikoro.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Zwei Soldaten stehen im Feldpostamt, Hauptfeldwebel Günther Q. händigt Pakete aus

Immer wenn neue Feldpost im Einsatz angekommen ist, stehen die Soldaten Schlange. Ein Brief oder ein Paket von Zuhause ist für jeden Soldaten etwas besonderes

Bundeswehr / Simon Hofmann

Als Leiter des Feldpostamts bin ich für alle postalischen Aufgaben im multinationalen Camp in Koulikoro und dem Hauptquartier in Bamako zuständig. Dazu gehört in erster Linie der Posteingang aus Deutschland für alle deutschen Soldaten hier im Einsatzgebiet. Aber auch andere Nationen, zum Beispiel Österreich, bedienen sich der Leistungen der Feldpost. Nach der Dokumentation der Postsendungen im Feldpostamt beginnt die Ausgabe der Briefe, Postkarten, Päckchen und Pakete an die jeweiligen Soldaten. Das funktioniert aber auch in die andere Richtung: Auch Soldaten haben die Möglichkeit, etwas an ihre Lieben nach Hause zu schicken. Diese leite ich dann über die Drehscheibe der Feldpost in Darmstadt weiter. Bei der dortigen Verteilung wird unterschieden in Zollrelevante zum Beispiel Pakete und Sendungen, die sofort in den Postverkehr der Deutschen Post zum Beispiel Briefe, Postkarten einfließen. Eine Postsendung ist dabei im Schnitt sieben bis zehn Tage unterwegs.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Ein deutscher Soldat gibt ein Paket beim Feldpostamt auf

Ein Soldat schickt ein Paket zu seiner Familie nach Deutschland, ein sehr gern genutzter Service der Feldpost

Bundeswehr / Simon Hofmann

Als Reservist und Postbeamter finde ich den Spagat zwischen Deutscher Post und Bundeswehr sehr spannend. In Deutschland wie auch im Einsatz erfahre ich beim täglichen „Kundenkontakt“ grundsätzlich viel Zwischenmenschliches. Besonders in den Einsatzgebieten suchen viele Kameraden vom Hauptgefreiten bis zum General das persönliche Gespräch mit mir. Ein Kamerad sagte mir einmal, dass für ihn die Feldpost „die Brücke zur Heimat“ wäre. Solche Aussagen machen mir deutlich, wie wichtig die Feldpost für alle Kameraden in den Einsätzen ist.

Das vermisse ich hier am meisten.

Hauptfeldwebel Günther packt mit zwei Kameraden eine Kiste mit Paketen für Deutschland

Tetris für Fortgeschrittene. Beim Verpacken der Feldpost nach Deutschland, gehen Günther auch immer Kameraden gerne zur Hand

Bundeswehr / Simon Hofmann

Natürlich fehlen mir Familie und Freunde sehr. Aber als gebürtiger Hamburger fehlt mir auch das gute norddeutsche Schmuddelwetter. Ich freue mich schon auf Abende mit meinen Lieben in unserem großen Garten und die Freiheit, einfach da hingehen zu können, wohin ich gerade möchte.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Auch in Zukunft plane ich mit der Feldpost meinen Beitrag dazu zu leisten, ein Stück Heimat in die Einsätze zu den Soldaten zu bringen. Grüßen möchte ich alle Soldaten, die sich gerade überall auf der Welt in den Einsätzen befinden und besonders natürlich Familie und Freunde. Ein lieber Gruß geht auch an meine Fußballmannschaft der „Alten Herren“ in Lüneburg.


von Günther Q.

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