Ich bin iM EINsatz: Unterhaltung abseits des Alltags

Ich bin iM EINsatz: Unterhaltung abseits des Alltags

  • Ich bin im Einsatz
  • MINUSMA
Datum:
Ort:
Gao
Lesedauer:
3 MIN

Dieser Artikel ist vor mehreren Tagen entstanden. Wegen der aktuellen COVID-19Coronavirus Disease 2019 Lage, wurden Art und Umfang der Aufträge in den einzelnen Kontingenten und Missionen gegebenenfalls bereits angepasst. Der Soldat wurde zum 01. April 2020 zum Oberbootsmann befördert.


Auf drei Kontinenten und zwei Weltmeeren: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Ich bin iM EINsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Ein deutscher Soldat sitzt in einem Büro an einem Computer

Martin L. bearbeitet die Anträge für Connect-D um die Zugänge zum WLAN freizuschalten

Bundeswehr/Meike Reetz

Hallo zusammen! Ich bin Oberbootsmann Martin L. und 24 Jahre jung. Hier in Mali im Camp Castor bin ich als Betreuungsfeldwebel eingesetzt. Am 1. April 2015 habe ich meinen Dienst bei der Bundeswehr begonnen. Anders, als mein jetziger Dienstgrad Oberbootsmann vermuten lässt, jedoch nicht bei der Marine, sondern bei der Luftwaffe in Germersheim.

In Deutschland bin ich im Kommando Streitkräftebasis in Bonn als Stabsdienstfeldwebel eingesetzt. Der Einsatz im 12./13. Deutschen Einsatzkontingent MINUSMAMultidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali ist mein erster Auslandseinsatz. Nachdem mir Kameradinnen und Kameraden immer wieder von ihren Eindrücken berichtet haben, wollte ich selber diese Erfahrungen sammeln.


Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Ein deutscher Soldat zeigt einer Kameradin das Brettspielangebot des Betreuungsbüros

Ein reichhaltiges Sortiment: Von DVDs über Brettspiele bis hin zu Spielekonsolen ist alles vorhanden

Bundeswehr/Meike Reetz

Zu meinen Hauptaufgaben im Einsatz gehört es, verschiedene Veranstaltungen zu organisieren und durchzuführen. Besonders viel Spaß macht es mir, Film- und Musikabende oder Poker- und Dartturniere vorzubereiten. Ob Brettspiele, DVDs oder Spielekonsolen: Wir verfügen auch über einen reichhaltigen Medienpool. Der Bereich Betreuung unterstützt die Soldatinnen und Soldaten mit all seinen Angeboten dabei, einfach mal vom dienstlichen Alltag abzuschalten.  

Ein zweiter wichtiger Aufgabenbereich ist das Bereitstellen von Connect-D für alle deutschen Soldatinnen oder Soldaten, die neu ins Kontingent kommen. Über Connect-D steht ihnen WLAN zur Verfügung, sodass alle mit Zuhause kommunizieren können. Außerdem erhält man damit Zugriff auf eine große Film- und Serienmediathek. Ich  bearbeite die Connect-D-Anträge, damit die neu eingetroffenen Kameradinnen und Kameraden möglichst schnell ihr Internet bereitgestellt bekommen.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Ein deutscher Soldat hockt am Boden und baut ein Bühnenelement ab

Vor und nach der Veranstaltung werden Stühle gerückt, Bühnen auf- und abgebaut und die Veranstaltungsflächen gesäubert

Bundeswehr/Meike Reetz

Einen festen Tagesablauf wie in Deutschland gibt es hier im Bereich Betreuung nicht. Das ist vor allem unserem reichhaltigen Angebot geschuldet. Der Betreuungsoffizier, der Betreuungssoldat und ich fangen oft schon morgens damit an, Bühnenelemente oder die Musikanlage aufzubauen. Parallel dazu geben wir unser Leihmaterial aus. 


Viele unserer Veranstaltungen finden auf Englisch statt, da wir in Gao multinational aufgestellt sind. Das kann auch mal eine kleine Herausforderung werden, vor allem bei Veranstaltungen mit viel Moderation. Wir versuchen stets, mit unserem Angebot und den verschiedensten Veranstaltungen die Motivation und somit die Einsatzbereitschaft der Truppe zu stärken.


Das vermisse ich hier am meisten.

Ein deutscher Soldat überreicht einem Kameraden ein Getränk an der Bar

Was darf’s sein? Auch beim Montagskino hat das Betreuungspersonal an der Hansi-Bar alle Hände voll zu tun

Bundeswehr/Meike Reetz

Vor allem fehlen mir meine Familie und Freunde. Dank Telefon und Internet lässt sich das aber schon aushalten. Als weitere Möglichkeit der Kontaktaufnahme habe ich das Briefeschreiben für mich entdeckt. Neben Familie und Freunden fehlen mir außerdem meine Kameradinnen und Kameraden des Iserlohner Bürger-Schützenvereins sowie der Freiwilligen Feuerwehr. Mein Lebensmittelpunkt wird immer meine Heimat bleiben. Deshalb freue ich mich jetzt schon sehr auf das Wiedersehen daheim und einen Gyrosteller bei meinem griechischen Lieblingslokal.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Nach dem Einsatz wird sich für mich beruflich einiges verändern. Ich werde an die Marineschule in Mürwik gehen, da ich in die Offizierslaufbahn wechsle. Auf diesen neuen Abschnitt freue ich mich schon sehr: neue Ausbildungsabschnitte, neue Kameradinnen und Kameraden und in neuen Teams arbeiten. Natürlich möchte ich meine Familie und all meine Freunde daheim ganz herzlich grüßen, genauso wie meine Kameradinnen und Kameraden im Kommando Streitkräftebasis.


von Martin L.

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