Ich bin iM EINsatz: Vom Rugbyplatz in den Wüstensand

Ich bin iM EINsatz: Vom Rugbyplatz in den Wüstensand

  • Ich bin im Einsatz
  • MINUSMA
Datum:
Ort:
Gao
Lesedauer:
3 MIN

Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Soldatin und ein Fahrzeug

Hauptfeldwebel Jenny mit dem Einsatzfahrzeug „Enok“

Bundeswehr / Guido Ritter

Ich bin Hauptfeldwebel Jenny N., 34 Jahre alt und in der Georg-Friedrich-Kaserne in Fritzlar/Hessen stationiert. Dort bin ich seit 2014 als Militärpolizistin eingesetzt und habe die Spezialisierung zum Erheber und Ermittler. Das ist mein erster Auslandseinsatz. Bei der Bundeswehr bin ich seit 2010. Bevor ich Feldjäger wurde war ich vier Jahre lang Sportsoldatin der Sportfördergruppe in der Abteilung Rugby. Nachdem ich mit dem National-Team die Olympia-Qualifikation für Rio 2016 verpasst hatte, habe ich den Entschluss gefasst, meine sportliche Karriere zu beenden. Ich habe mich dazu entschieden bei der Bundeswehr zu bleiben und zu den Feldjägern zu wechseln.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Eine Soldatin schaut auf einen Bildschirm in einem Fahrzeug

Jenny an der fernlenkbaren leichten Waffenstation im „Eagle“

Bundeswehr / Guido Ritter

In erster Linie bin ich hier in Gao zusammen mit einem Kameraden auf der MP- Station eingesetzt. Das kann man sich wie eine kleine Polizeistation vorstellen. Hier gebe ich als erste Anlaufstelle allen Kameraden Auskunft, die vorbeikommen oder anrufen oder leite sie gegebenenfalls an unsere Spezialisten für Luftsicherheit, Erheber und Ermittler oder die Diensthundeführer weiter. Unsere Station ist 24/7 erreichbar. Ansonsten sorge ich mit meinen Feldjäger-Kameraden dafür, dass sich alle Soldaten an die Camp-Ordnung halten. Wir führen unter anderem Lagerstreifen und Verkehrskontrollen durch. Ein weiterer wichtiger Teil meiner Aufgaben, ist der Schutz von Kontingentangehörigen. Das ist eine Art Begleitschutz für zivile oder militärische MINUSMAMultidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali-Angehörige. Möchte beispielsweise der zivile Berater Gespräche mit Einheimischen führen, dann bringen wir ihn dort hin und sichern solche Vorhaben ab. Dabei bin ich oft an der fernlenkbaren leichten Waffenstation des geschützten Fahrzeuges „Eagle“ eingesetzt. Ebenso holen wir wichtige Personen vom Flughafen Gao ab und bringen sie sicher ins Camp Castor.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Eine Soldatin auf eine Straße.

Jenny im Einsatz außerhalb des Camps.

Bundeswehr / Guido Ritter

Das Besondere bei den Feldjägern ist, dass wir so vielfältig einsetzbar sind. Es wird nie langweilig. Wir sind ziemlich viel außerhalb des Camps unterwegs, aber haben auch im Camp jede Menge zu tun. Wenn unsere Spezialisten Unterstützung benötigen, unterstütze ich sie an der Röntgenanlage der Luftsicherheit. Oder ich fahre bei einem Einsatz mit und helfe den Diensthundeführern. Gerade deshalb sind für mich die ersten zwei Monate hier unglaublich schnell verstrichen.

Das vermisse ich hier am meisten.

Ein Hund auf einem Weg.

„HauptFELLwebel“ Sirius wartet auf Jenny

Privat

Meine Familie, Freunde und meinen Hund „HauptFELLwebel Sirius“ natürlich. Im Großen und Ganzen fühle ich mich hier aber sehr wohl. Ich versuche immer alles positiv zu sehen: Hier muss ich kein Haus putzen, keine Wäsche waschen, nicht kochen und nicht einkaufen. Ich kann Sport machen und gebe dazu zweimal in der Woche CrossFit-Kurse für die Soldaten im Camp. Ich freue mich total auf zu Hause, komme hier aber super zurecht.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Solange ich noch hier bin, würde ich mich super gerne als erste Frau durch die „Murph Challenge“ mit Weste und Combat Dress quälen. Das sind 1600 Meter Laufen, 100 Klimmzüge, 200 Liegestütz, 300 Kniebeugen und nochmals 1600 Meter Laufen. Darüber hinaus möchte ich insgesamt 500 Kilometer im Camp beim Joggen zurücklegen und vor allem viele interessante Einsätze und Impressionen mit meinen fantastischen Feldjäger-Kameraden erleben. Wenn ich wieder zu Hause bin, würde ich mich über eine fette Welcome-back-Party freuen. Mit Burgern vom Grill und allen Menschen, die jetzt an mich denken und mich vermissen. Ich wünsche mir, dass alle Soldaten unversehrt nach Hause zurückkommen und sende viele Grüße an die 9./Feldjägerregiment 2 in Fritzlar, meine Freunde, Familie, Iron Rocks CrossFit Marburg und alle, die ich jetzt vergessen haHektarb. ;-)




von Jenny  N.

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