Ich bin iM EINsatz: Für Stromversorgung bei EUTMEuropean Union Training Mission Mali

Ich bin iM EINsatz: Für Stromversorgung bei EUTMEuropean Union Training Mission Mali

  • Ich bin im Einsatz
  • EUTM Mali
Datum:
Ort:
Koulikoro
Lesedauer:
3 MIN

Auf drei Kontinenten und zwei Weltmeeren: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Ich bin iM EINsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Ein Soldat steht in einem Raum mit technischen Geräten und hält ein Prüfgerät in der Hand

Unteroffizier Tom S. ist Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, springt aber auch mal für Schlosser oder Tischler ein

Bundeswehr/Siglinde Koch

Mein Name ist Tom S., ich bin 21 Jahre alt und lebe im schönen Wilhelmshaven. Innerhalb meines Einsatzes bin ich Reservistendienst Leistender im Dienstgrad eines Unteroffiziers. 2019 habe ich meine Ausbildung als Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik bei der Bundeswehr erfolgreich abgeschlossen. In diesem Beruf arbeite ich jetzt als ziviler Angestellter im Bundeswehr-Dienstleistungszentrum Wilhelmshaven.

2020 habe ich die militärische Grundausbildung absolviert. Ich wollte gern wissen, wie es sich anfühlt, seine Arbeit als Soldat zu verrichten. Schließlich arbeite ich bereits seit mehreren Jahren mit Soldatinnen und Soldaten zusammen. In meinem ersten Auslandseinsatz bei EUTMEuropean Union Training Mission in Koulikoro bin ich der Elektriker für das deutsche Einsatzkontingent und arbeite im Feldlagerbetrieb.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Ein Soldat hockt vor einer grünen Metallbox, in der sich ein Sicherungskasten befindet

Stromausfall in den Container-Burgen? Der erste Weg des Elektrikers führt immer zu den Sicherungskästen

Bundeswehr/Siglinde Koch

Im Einsatz bei EUTMEuropean Union Training Mission in Mali ist die Stromverteilung im deutschen Camp Gecko sowie für die deutsche Sanitätseinrichtung der Role 1 meine Hauptaufgabe. Durch COVID-19Coronavirus Disease 2019-Präventionsmaßnahmen ist unsere Teileinheit nicht voll besetzt, deshalb beschäftige ich mich auch mit anderen Arbeiten, beispielsweise mit jenen eines Tischlers oder Schlossers.
Als Elektriker führe ich anfallende Prüfungen durch, beispielsweise ortsfeste Prüfungen von Containern oder ortsveränderliche Prüfungen von Kleingeräten nach derdeutschen gesetzlichen Unfallverhütungsvorschrift 3. Darüber hinaus sorge ich dafür, dass die Kameradinnen und Kameraden hier im Camp Gecko Strom haben, um zum Beispiel an ihren Computern arbeiten zu können. Ab und zu baue ich aber auch mal Schränke zusammen, stelle neue Schießscheiben her oder erledige andere Holzarbeiten.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Ein Soldat trägt Gehörschutz und bedient eine Kreissäge, er sägt ein Holzbrett durch

Da zurzeit kein Schreiner in Koulikoro ist, unterstützt Tom S. häufiger in der Schreinerei

Bundeswehr/Siglinde Koch

Ich möchte in diesem Einsatz für mich selbst etwas erreichen, vielleicht sogar etwas Neues schaffen, neue Fertigkeiten erlernen und diese umsetzen. Bei Problemen und Herausforderungen von Kameradinnen und Kameraden möchte ich immer mein Bestmögliches geben, um zu helfen und zu unterstützen. Ich würde mich freuen, wenn sie mich in guter Erinnerung behalten.
Hier habe ich bereits in kurzer Zeit vieles erlebt und oft kann ich mein handwerkliches Geschick unter Beweis stellen. Im deutschen Camp Gecko ist es hin und wieder stressig, da ist es schön, mal ein paar ruhige Minuten für sich allein zu haben. Natürlich ist es auch sehr schön, ab und an das Lager zu verlassen, um mehr über die malische Bevölkerung zu erfahren.

Das vermisse ich hier am meisten.

Natürlich steht an erster Stelle die Familie, die ich während der gesamten Zeit meines Auslandseinsatzes nicht sehen kann. Ich habe Geburtstage von Familienangehörigen und Freunden verpasst. Auch bei anderen großen Ereignissen in Deutschland konnte ich nicht dabei sein. Zum Glück vergeht die Zeit hier rasend schnell, dafür danke ich den Kameradinnen und Kameraden im Camp. Diese haben mich von der ersten Sekunde an super aufgenommen und ich habe mit ihnen innerhalb der letzten Wochen viel gemeinsame Zeit verbracht. Zu Hause freue ich mich einfach darauf, bekannte Gesichter wiederzusehen und zu erfahren, was sich verändert hat.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Ich wünsche mir, dass es so bleibt, wie es ist, und ich auch weiterhin in einem sehr kameradschaftlichen Umfeld im Einsatz sein darf. Wenn ich wieder in Deutschland bin, werde ich mich gründlich auf meine militärische Laufbahn vorbereiten, damit diese so verläuft, wie ich sie mir vorstelle. Ein Umzug hierfür steht mir bestimmt noch bevor. Ich grüße meine Familie und Freunde, die zu Hause auf mich warten.

von Tom S.

Mehr zum Thema