Ich bin iM EINsatz: Der Mann der Bits und Bytes in Mali

Ich bin iM EINsatz: Der Mann der Bits und Bytes in Mali

  • Ich bin im Einsatz
  • EUTM Mali
Datum:
Ort:
Koulikoro
Lesedauer:
3 MIN

Auf drei Kontinenten und zwei Weltmeeren: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Ich bin iM EINsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.


Ein Soldat vor der malischen Flagge

Sein dritter Einsatz: Hauptfeldwebel Michael H. ist ITInformationstechnik-Admin bei EUTMEuropean Union Training Mission Mali

Bundeswehr/Gerrit Hohmann

Ich bin Hauptfeldwebel Michael H. aus Neuenkirchen im Münsterland, 32 Jahre alt und seit 2007 bei der Bundeswehr. Angefangen habe ich als freiwillig Wehrdienstleistender im Führungsunterstützungsbataillon 282 in Kastellaun. 2009 folgte mein Wechsel in die Laufbahn der Feldwebel. Die Informationstechnik hat mich während meiner gesamten Dienstzeit begleitet. Nun diene ich in der Schule Informationstechnik der Bundeswehr in der VII. Inspektion in Feldafing bei München.

Hier bin ich im Bereich lokale verlegefähige Netze eingesetzt. Ich unterstütze die Hörsaalleiter bei der Ausbildung und kümmere mich um die IT-Infrastruktur des Standortes.

Der Einsatz bei EUTMEuropean Union Training Mission Mali ist mein dritter Einsatz. Zuvor war ich bereits zweimal in Afghanistan.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Ein Soldat sitzt am Schreibtisch mit mehreren Monitoren und tippt auf seiner Tastatur, auf dem Kopf trägt er ein Headset

Sein dritter Einsatz: Hauptfeldwebel Michael H. ist IT-Admin bei EUTMEuropean Union Training Mission Mali

Bundeswehr/Gerrit Hohmann

Hier in Koulikoro bin ich als IT-Feldwebel eingesetzt und für lokale verlegefähige Netze zuständig. Das bedeutet, ich kümmere mich um den Netzwerkanteil unserer ITInformationstechnik. Zu meinen Aufgaben gehören beispielsweise die Administration unserer Switches und Router sowie die gesamte IP-Telefonie.

Grundsätzlich haben meine Arbeitstage hier eine ähnliche Struktur. Zuerst prüfe ich das Netzwerk auf Auffälligkeiten, die nicht gravierend genug waren, um einen nächtlichen Alarm auszulösen. Dazu gehören zum Beispiel kürzere Stromausfälle. Der Rest des Tages variiert je nach anfallenden Aufgaben: vom Austausch der Netzwerkkomponenten bis hin zur Teilnahme an einem Schießen.

Außerdem gehöre ich zu den Ansprechpartnern für sämtliche IT-Probleme. Die Kameradinnen und Kameraden rufen an, wenn der Drucker nicht funktioniert oder der Computer das Passwort nicht akzeptiert.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.


Ein Soldat mit zwei Messgeräten beim Überprüfen eines Kabels

Das Glasfaserkabel sorgt für eine schnelle Verbindung, Michael H. misst dessen Dämpfung

Bundeswehr/Gerrit Hohmann

Meine Motivation für diesen Einsatz ist, als Verantwortlicher für das gesamte Netz des deutschen Einsatzkontingentes weitere fachliche Erfahrungen zu sammeln. Es ist genau diese Einsatzerfahrung, die ich mit an die IT-Schule bringen möchte.

Hier in Koulikoro fallen für jeden Einzelnen viele kleine Dinge an, was die Tätigkeit wirklich interessant und abwechslungsreich macht. Zu meinen größten Erfolgen zählt, dass ich ein Problem mit der Ausfallredundanz endlich lösen konnte. Das Problem bestand nämlich schon seit Längerem und hat uns viel Kopfzerbrechen bereitet. Wirklich aufregend und interessant für mich war die Fahrt in die malische Hauptstadt Bamako. Es war zudem eine der wenigen Gelegenheiten, Land und Leute zu sehen.

Das vermisse ich hier am meisten.

Ein Soldat kniet vor einem Tisch und überprüft Anschlüsse an einem kleinen Gerät

Auch das Überprüfen der Medienwandler ist wichtig für die Anbindung in die Heimat

Bundeswehr/Gerrit Hohmann

Festen Kontakt nach Hause halte ich durch wöchentliche Videotelefonie mit meiner Familie. Auch per WhatsApp bleibe ich mit Familie und Freunden in Verbindung, wobei der persönliche Kontakt dabei nicht ersetzt werden kann. Ich vermisse es ein wenig, mich einfach mal mit Freunden zu treffen oder gemeinsam zu einem Festival zu fahren.

Nach meiner Rückkehr hatten wir geplant, nach Münster zu einem Festival zu gehen, aber durch COVID-19Coronavirus Disease 2019 hat sich mein Heimflug verschoben und das Festival selbst wurde ebenfalls abgesagt. Auch das Training in meinem Sportverein fehlt mir im Einsatz. Obwohl ich Wochenendpendler bin, habe ich es Zuhause bisher fast jeden Sonntag geschafft, zum Karatetraining zu gehen.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Für die restliche Zeit meines Einsatzes hoffe ich, dass ich noch ein paar kleine Projekte abarbeiten kann. Anschließend möchte ich eine saubere Übergabe an meinen Nachfolger vorbereiten. Wieder in Deutschland möchte ich mich auf meinem neuen Dienstposten einarbeiten und endlich meine Wohnung in München gemütlich einrichten.

Da mir die fachliche Verwendung wichtiger ist als der Standort, werde ich wohl nach meiner Zeit an der IT-Schule weiterziehen, zum Beispiel in den Raum Köln/Bonn. Das Betriebszentrum IT-Systeme in Rheinbach reizt mich definitiv. Vielleicht werde ich aber auch in München sesshaft – wer weiß schon, was die Zukunft zu bieten hat.

von Michael H.

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