Sanitätsfeldwebel in Mali

Ich bin iM EINsatz: Verantwortlich für die medizinische Patientenevakuierung

Ich bin iM EINsatz: Verantwortlich für die medizinische Patientenevakuierung

  • Ich bin im Einsatz
  • MINUSMA
Datum:
Ort:
Gao
Lesedauer:
3 MIN

Auf drei Kontinenten und zwei Weltmeeren: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Ich bin iMEINsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Eine Soldatin sitzt an ihrem Arbeitsplatz und hält sich ein Hörer ans Ohr

24/7 ist Alexandra T. bereit Transporte für verwundete, verletzte oder erkrankte Soldatinnen und Soldaten zu organisieren

Bundeswehr/Marcus Schaller

Ich bin Hauptfeldwebel Alexandra T., 30 Jahre alt und in Deutschland stellvertretende Zugführerin in einer Sanitätskompanie. Seit 2017 bin ich im Sanitätslehrregiment in Bayern eingesetzt.
Das hier ist mein zweiter Auslandseinsatz als Dispatcher – ein Dispatcher steuert den optimalen Einsatz der zur Verfügung stehenden Rettungsmittel. Dabei kann auf bodengebundene und luftgestützte Rettungsmittel zurückgegriffen werden.

Mein erster Einsatz war vor zwei Jahren im 17. Deutschen Einsatzkontingent Resolute Support in Afghanistan.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz

Als Angehörige der Zelle Sanität führe ich das sanitätsdienstliche Lagebild im Einsatz, steuere und überwache die Rettungskette und koordiniere alle verfügbaren Rettungsmittel mithilfe verschiedener Kommunikationsmittel. Die Zelle Sanität sitzt im Joint Operation Center (JOCJoint Operation Center), um so nah wie möglich am Geschehen zu sein. Das JOCJoint Operation Center ist 24/7 von drei Dispatchern im Acht-Stunden-Schichtsystem besetzt. Außerhalb meiner regulären Schicht bin ich in Bereitschaft und immer über Tetrapol, das mobile Kommunikationssystem der Bundeswehr, erreichbar, um bei größeren Ereignissen die diensthabende Kameradin oder den Kameraden schnellstmöglich zu unterstützen. Das Team der Sanitätseinsatzstaffel MINUSMAMultidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali ist das Bindeglied zwischen den Kräften und Mitteln des Medical Evacuation Coordinator der Vereinten Nationen sowie sanitätsdienstlichen Einrichtungen anderer Nationen. Kurz gesagt - als Dispatcher ist man für jegliche Anforderung, Planung und Koordinierung von Medical Evacuation (MedEvacMedical Evacuation) – Einsätzen zuständig, auch für die Repatriierung von Soldatinnen und Soldaten zurück ins Heimatland.

Unser Tagesgeschäft startet mit einem Funk-Check. Im Anschluss verfassen wir sanitätsdienstliche Meldungen, führen allerlei Übersichten und hoffen, dass es eine ruhige Schicht wird. Denn wenn es keinen „scharfen“ Einsatz gibt, bedeutet das, dass es allen im Einsatz MINUSMAMultidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali gut geht.
 

Das macht meine Tätigkeit hier besonders

Zwei Soldatinnen sitzen an einem Tisch und unterhalten sich

Die Unterhaltungen mit meinen Kameradinnen und Kameraden sind zwischen den Schichten eine willkommene Abwechslung

Bundeswehr/Marcus Schaller

Das Besondere an der Tätigkeit hier ist, dass man nie weiß, was die Schicht bringen wird. Notfälle kündigen sich ja meistens nicht vorher an. So kann es sein, dass sich die Dinge innerhalb kürzester Zeit überschlagen und man absolute Sicherheit in den Handlungsabläufen braucht.

Außerdem bin ich wirklich froh über meine beiden Kameraden im Team, mit denen die Zusammenarbeit superviel Spaß macht.

Wenn die Zeit es erlaubt, findet man mich jeden Tag im Sportbereich. Dort gehe ich entweder meiner Vorliebe für „Functional Fitness“ nach, trainiere auf dem Rudergerät im Cardio - Zelt oder jogge durchs Camp.

Das vermisse ich hier am meisten

Eine Soldatin hält ein Handy in den Händen

Die Verbindung über Videotelefonie mit der Familie lässt die Zeit schneller vergehen

Bundeswehr/Marcus Schaller

Am meisten vermisse ich natürlich meinen Partner, den ich dank Internetzugang jeden Tag wenigstens am Telefon sehen kann. Er unterstützt mich von zu Hause aus so gut es geht und schickt mir die besten Pakete in den Einsatz! Die Ankunft der Feldpost ist für mich und viele andere meistens das Highlight der Woche.

Ebenso freue ich mich jetzt schon auf das Wiedersehen mit meiner Familie und allen Freunden, auf angenehme Außentemperaturen und die saubere, sandfreie Luft in Deutschland.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße

Für die restliche Zeit hier in Gao wünsche ich mir ein entspanntes Miteinander, denn dieser Einsatz wird mein letzter als Angehörige des Sanitätsdienstes sein.

Mein Wunsch für die Zukunft wird sich schon im Juli diesen Jahres erfüllen: Ich werde in die Truppenoffizierlaufbahn ohne Studium, in den Teilbereich Streitkräftegemeinsame Taktische Feuerunterstützung (STF) wechseln. Wenn alles läuft wie geplant, werde ich nach meinem Offizierlehrgang zum Joint Terminal Attack Controller (JTACJoint Terminal Attack Controller) ausgebildet. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge lasse ich dann die Zeit im Sanitätsdienst hinter mir und freue mich auf den Neustart in meiner Wunschverwendung.

Zu guter Letzt grüße ich meinen Freund und seine Stammeinheit, meine Mädels und meinen Bestbuddy E. aus der 4.!

von Alexandra T.

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