Ich bin iM EINsatz: Alles für das Camp Castor

Ich bin iM EINsatz: Alles für das Camp Castor

  • Ich bin im Einsatz
  • MINUSMA
Datum:
Ort:
Gao
Lesedauer:
3 MIN

Auf drei Kontinenten und zwei Weltmeeren: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Ich bin iM EINsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Ein Soldat hält einen Vortrag vor anderen Soldatinnen und Soldaten

Kommunikation in mehreren Sprachen. Eine Herausforderung als Camp- und Projektoffizier

Bundeswehr/Volker Schöppel

Ich bin Hauptmann Sven L. und kürzlich im Einsatz 30 Jahre alt geworden. Ich bin derzeit im deutschen Einsatzkontingent als Camp- und Projektoffizier in Gao eingesetzt. Zur Bundeswehr kam ich bereits 2009 – damals noch als Wehrpflichtiger. In die Laufbahn der Offiziere wechselte ich nach Ableisten meiner neunmonatigen Wehrpflicht. Nach Ende meines Studiums bei der Bundeswehr 2015 im Studiengang „Management und Medien“ wurde ich zum Feldjägeroffizier ausgebildet. Danach war ich zwei Jahre bei den Feldjägern in Hannover eingesetzt. In der Heimat bin ich derzeit im „Kommando Streitkräftebasis“ in Bonn als verantwortlicher Offizier für Projektmanagement, Planung und Organisation tätig.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Ein Soldat sitzt vor seinem Computer

Koordinierung und Organisation laufen auch über den Computer

Bundeswehr/Volker Schöppel

Im Camp Castor bin ich der Camp- und Projektoffizier. Ich unterstütze bei der Infrastrukturplanung, der Raumordnung und bei der Durchsetzung der Feldlagerordnung. Momentan sind wir sehr intensiv damit beschäftigt, Baumaßnahmen im Camp vorzubereiten. Dabei ist ein Überblick über alle Projekte und Vorhaben im Camp wichtig. Ich muss ständig alle Besprechungen und sonstigen Termine im Blick behalten und umsetzen. Regelmäßig berichte ich dem Kontingentführer über den Fortschritt der Baumaßnahmen.

Vorrangig bin ich allerdings als Camp- und Projektoffizier Ansprechpartner sowohl für die deutschen als auch die internationalen Streitkräfte im Camp Castor. Ich kümmere mich um viele unterschiedliche Belange. Eine besondere Herausforderung war die Umsetzung der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus. Beispielsweise mussten vorsorglich Quarantänebereiche geschaffen und der Speisesaal den Hygienebestimmungen angepasst werden. Außerdem haben wir für die lokalen Arbeitskräfte Unterbringungsmöglichkeiten aufgebaut, weil sie das Camp zum Schutz vor Corona nicht verlassen können und auf freiwilliger Basis mit uns im Camp Castor leben.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Mehrere Soldaten sitzen um einen Tisch und unterhalten sich

Regelmäßig arbeitet Hauptmann L. mit Soldatinnen und Soldaten anderer Nationen zusammen

Bundeswehr/Volker Schöppel

Mich persönlich begeistert die Arbeit im multinationalen Umfeld. Trotz unterschiedlicher Mentalitäten, Vorgehens- und Verhaltensweisen arbeiten wir konstruktiv zusammen, um Projekte und Vorhaben zu realisieren. Das finde ich spannend und abwechslungsreich.

Es erfüllt mich mit Stolz und Freude, einen Teil zum Dialog der verschiedenen an der Mission teilnehmenden Partnernationen leisten zu können. Ich möchte die Zusammenarbeit – wo immer möglich und nötig – intensivieren und verbessern. Deswegen freue ich mich immer wieder, wenn aus der Zusammenarbeit sogar echte Freundschaften entstehen können, so wie ich es hier in Gao erlebt habe.

Das vermisse ich hier am meisten.

Während meines Einsatzes vermisse ich nicht nur meine Liebsten, meine Freiheit und meine Privatsphäre, wie ich sie von zu Hause kenne. Auch der mitteleuropäische Komfort fehlt mir sehr. Das Leben im Camp bringt viele Entbehrungen mit sich. Dabei sind die Rahmenbedingungen hier meines Erachtens nach vergleichsweise gut. Zum Beispiel ist die vor Ort zur Verfügung gestellte Internetanbindung sehr stabil. Dadurch ist auch der regelmäßige Kontakt zu meiner Freundin, meinen Freunden und meinen Angehörigen ein „Klacks“. Wenn ich nicht mit meinen Liebsten sprechen kann, schaffe ich mir mit Sport einen Ausgleich zur Arbeit, um „stabil“ zu bleiben.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

In meinen verbleibenden Monaten kommt es mir darauf an, durch meine Arbeit zu wachsen. Ich möchte mich während meiner Zeit hier in Gao beruflich und persönlich weiterentwickeln.

Nach meiner Rückkehr plane ich noch zwei Urlaube im verbleibenden Jahr – sofern es die Corona-Krise zulässt. La Gomera und Curaçao möchte ich mit meiner Freundin beziehungsweise mit meinen vier besten Freunden bereisen. Das sind für mich tolle Urlaubsziele für weitere Erlebnisse und Erholung.

Ich grüße meine Freundin Verena und meine besten Kumpels Louis, Claus, Julian und Chris.

von Sven L.

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