Ich bin iM EINsatz: Damit der Betrieb im Camp läuft

Ich bin iM EINsatz: Damit der Betrieb im Camp läuft

  • Ich bin im Einsatz
  • MINUSMA
Datum:
Ort:
Gao
Lesedauer:
3 MIN

Ich bin iM EINsatz: Damit der Betrieb im Camp läuftAuf drei Kontinenten und zwei Weltmeeren: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Ich bin iM EINsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Ein Soldat lächelt in die Kamera. Im Hintergrund stehen zwei Zelthallen, in einer davon steht ein Hubschrauber

Für Stabsunteroffizier Steffen G. ist die Vielfältigkeit seiner Arbeit etwas Besonderes

Bundeswehr/Marc Vigansky

Ich heiße Steffen G., bin 39 Jahre alt, derzeit als Feldlagerbetriebsunteroffizier im Einsatz und spezialisiert auf die Fachrichtung Mechanik. In Deutschland bin ich bei den Spezialpionieren der 4. Kompanie des Spezialpionierregiments 164 in Husum stationiert.
Ich habe eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker absolviert und 2002 meinen Grundwehrdienst bei der Heeresflugabwehrtruppe geleistet. Da ich immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen bin, habe ich 2018 den Schritt als Wiedereinsteller zur Bundeswehr gemacht. In meiner Tätigkeit kann ich meinen zivilen Beruf nutzen. Für mich ist der Einsatz in Mali der erste.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Ein Soldat schweißt an einem Metalltor

Auch das Schweißen von Toren gehört zum Aufgabengebiet eines Feldlagerbetriebsunteroffiziers

Bundeswehr/Uwe Weber

Die Spezialpioniere haben das Camp Castor mit aufgebaut und sind noch mit einem Zug vor Ort, um beim Feldlagerbetrieb zu unterstützen. Seit meiner Einstellung habe ich viele Laufbahn- und Fachlehrgänge absolviert, um fachlich fit zu werden und letztendlich auch, um an diesem Auslandseinsatz teilnehmen zu können. Ich freue mich, dass ich hier als stellvertretender Gruppenführer auch Personal- und Materialverantwortung übernehmen kann. Zusammen mit meinem Zugführer war ich einer der Ersten, die in den Einsatz geflogen sind, um das gesamte Material der Mechanikergruppe zu übernehmen. Auf diese Weise haben wir sichergestellt, dass unsere Soldatinnen und Soldaten ihre Arbeit reibungslos fortsetzen konnten.

Für mich gibt es keinen typischen Tagesablauf, weil wir viele verschiedene Aufträge übernehmen. Unsere Expertise ist unter anderem gefragt, wenn Tore anzufertigen oder andere Schweißarbeiten durchzuführen sind. Das heißt für mich und mein Team, flexibel zu sein und dort anzupacken, wo wir gerade gebraucht werden. Eine weitere wichtige Aufgabe ist das Durchführen des technischen Dienstes. Das bedeutet, dass wir regelmäßig unsere Ausrüstung sowie die Infrastruktur im Feldlager, die durch uns betrieben wird, überprüfen. Das kann beispielsweise eine Waffenkammer sein, die in einem besonderen Container untergebracht ist. In Absprache mit den Elektrikern und Klimatechnikern koordinieren wir die notwendigen Arbeiten und warten die Systeme.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Eine Soldatin übergibt einem Soldaten der auf einer Leiter steht ein neues Lüftungsvlies

Stabsunteroffizier Steffen G. führt mit seinem Team regelmäßig Wartungsarbeiten an den bundeswehreigenen Geräten durch

Bundeswehr/ Uwe Weber

Für mich ist die Tätigkeit schon deshalb besonders, da dies mein erster Auslandseinsatz für die Bundeswehr ist. Das Schöne ist, dass wir hier in vielen Bereichen eigenständige und unkomplizierte Lösungen finden können. Das funktioniert nur, wenn wir alle Hand in Hand arbeiten und uns gegenseitig unterstützen. Manch vermeintliche Kleinigkeit mutiert aber zur größeren Herausforderung. Eine einfache klemmende elektrische Türverriegelung kann einen schon einmal stundenlang beschäftigen. Außerdem tragen wir bei unseren Arbeiten Schutzkleidung, das ist bei den klimatischen Verhältnissen eine zusätzliche Herausforderung.
Schön ist es, wenn wir eine Möglichkeit finden, dass das System wieder funktioniert, dann sind alle zufrieden. Ich bin stolz darauf, als Spezialpionier im Einsatz zu sein. Hier bekomme ich einen Einblick in viele verschiedene Bereiche.

Das vermisse ich hier am meisten.

Ein Soldat in ziviler Kleidung sitzt auf einer Treppe und schaut auf sein Handy

Steffen G. nutzt seine freie Zeit im Camp für Sport oder für das Telefonieren mit seiner Familie

Bundeswehr/Uwe Weber

Ich vermisse natürlich meine Familie, unseren Labrador und das Wasser. In dieser Beziehung bin ich ein echter Küstenmensch – ohne Wasser in der Nähe, das geht für mich eigentlich gar nicht. Als leidenschaftlicher Stand-up-Paddler verbringe ich viel Zeit mit meinen Lieben am, im sowie auf dem Wasser. Insgesamt vermisse ich die Heimat mit all ihren Farben und einer frischen Brise Seeluft.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Zunächst wünsche ich mir, dass wir hier alle den Einsatz gesund überstehen. Weiterhin hoffe ich, dass wir die COVID-19Coronavirus Disease 2019-Pandemie im Einsatz und auch zu Hause schnellstmöglich überwinden und wieder zu einem Stück mehr Normalität zurückkehren können. Das ist, glaube ich, ganz wichtig. Da mir die Arbeit sehr viel Spaß macht, strebe ich auch an, mich beruflich weiterzuentwickeln und in die Feldwebellaufbahn zu wechseln. Ich grüße meine Familie und Freunde, die mich hier im Einsatz gut unterstützen. Die Kameradinnen und Kameraden meiner Kompanie möchte ich natürlich auch nicht vergessen.

von Steffen G.

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