Auf Schritt und Tritt dabei

Ich bin iM EINsatz: Nahsicherer des Kontingentführers und Militärischer Kraftfahrer

Ich bin iM EINsatz: Nahsicherer des Kontingentführers und Militärischer Kraftfahrer

  • Ich bin im Einsatz
  • MINUSMA
Datum:
Ort:
Gao
Lesedauer:
3 MIN

Auf drei Kontinenten und zwei Weltmeeren: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Ich bin iM EINsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Ein Soldat steht auf einer sandigen Straße im Camp

Oberstabsgefreiter Felix S. ist Nahsicherer des deutschen Kontingentführers in Mali

Bundeswehr/Gerrit Hohmann

Ich bin Oberstabsgefreiter Felix. S und 33 Jahre alt. Ich bin verheiratet und habe einen Sohn, der in den Kindergarten geht. In Deutschland bin ich als Fahrer des Kommandeurs der Panzergrenadierbrigade 37 „Freistaat Sachsen“ eingesetzt. Seit Oktober 2009 bin ich Soldat und konnte mir so meinen Kindheitstraum erfüllen.
Der Einsatz bei MINUSMAMultidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali in Mali ist mein zweiter Auslandseinsatz. Meine erste Einsatzverwendung war vor fast zehn Jahren in Afghanistan. 

Das ist meine Aufgabe im Einsatz

Ein Soldat steht mit einem Hochdruckreiniger an einem Gefechtsfahrzeug und reinigt die Räder

Materialpflege ist wichtig im Einsatz, daher nimmt die Wartung und Pflege viel Zeit in Anspruch

Bundeswehr/Niklas Siekmann

Hier im deutschen Einsatzkontingent MINUSMAMultidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali bin ich als Militärkraftfahrer (MKFMilitärkraftfahrerin bzw. Militärkraftfahrer) und Nahsicherer des Kontingentführers eingesetzt. Zu meinen Aufgaben als MKFMilitärkraftfahrerin bzw. Militärkraftfahrer gehört es, den Kommandeur der deutschen Kräfte im Einsatz jederzeit zu fahren. Zu diesem Zweck müssen die Fahrzeuge immer vorbereitet sein. Ich warte und pflege meine Fahrzeuge in eigener Verantwortung. Zudem bin ich für das Gerät und die Waffen unserer Teileinheit verantwortlich und prüfe diese regelmäßig auf Funktion und Vollzähligkeit. Als Nahsicherer bin ich quasi der Schatten des Kontingentführers, wenn wir außerhalb des Camps unterwegs sind. Ich bin für seine Sicherheit verantwortlich. Der Zusammenhalt in unserer Commanders-Group ist hervorragend.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders

Mehrere Personen bewegen sich von einem Hubschrauber weg

Oberstabsgefreiter Felix S. ist immer in der Nähe des Kontingentführers. Bevor dieser aussteigt, überprüft Felix S. die Lage

Bundeswehr/Niklas Siekmann

Da ich immer und überall dort bin, wo der Kontingentführer ist, bekomme ich sehr interessante Einblicke in viele unterschiedliche Bereiche. Diese Möglichkeit bekommen im Einsatz nur wenige. Besonders ist für mich die Herausforderung, die der Einsatz insgesamt mit sich bringt. Es ist belastend und lehrreich zugleich. Dank der Kameradschaft fühlt es sich wie in einer kleinen Familie an. Hier ist jeder für den anderen da. Mich erfüllt es mit Stolz, so eine große Verantwortung übertragen bekommen zu haben. Ich bin mir dieser stets bewusst und gebe jeden Tag mein Bestes. 

Das weiß auch Oberst Werner zu schätzen: „In Extremsituationen, die in einer Mission jederzeit passieren können, muss ich mich auf mein unmittelbares Umfeld einhundertprozentig verlassen können. Wir arbeiten schon einige Jahre zusammen, ihm und seinem Können vertraue ich in jeder Lage.“, so der bisherige Kontingentführer über Felix S. Am 29. März übergab Oberst Mike Werner das Kommando an Oberst Peter Küpper.

Das vermisse ich hier am meisten

Ich vermisse meine Familie. Auch meine Kameradinnen und Kameraden in der Heimat fehlen mir. Ganz besonders freue ich mich auf meinen Sohn. Wenn ich zu Hause mit ihm spielen kann, habe ich wieder die Privatsphäre, die ich hier manchmal vermisse. Endlich mal wieder auszuschlafen und Essen zu gehen, das steht bei mir ganz oben auf meiner Liste. Ich freue mich auch darauf, mal wieder einen freien Tag zu haben. Da wir hier im deutschen Kontingent rund um die Uhr Bereitschaft und dadurch weder Wochenende noch Feiertage haben, fehlt es einem schon manchmal, einfach abzuschalten und zu regenerieren. 

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße

Zwei Soldaten in der Wüste

Oberst Werner kann sich zu 100 Prozent auf Oberstabsgefreiter Felix S. verlassen

Bundeswehr/Niklas Siekmann

Für meine restliche Zeit im Einsatz wünsche ich mir, dass der Zusammenhalt genauso gut bleibt wie bisher. Ich grüße alle, die ich kenne. Lasst es euch gut gehen und bis bald. Ganz speziell möchte ich mich an dieser Stelle bei meiner Familie für die tolle Unterstützung während des Einsatzes bedanken. Ihr seid die Besten! Wenn ich wieder zu Hause bin, freue ich mich auf die Planung unserer Hochzeitsreise. Meinen Kameradinnen und Kameraden aus der Panzergrenadierbrigade 37 „Freistaat Sachsen“ sende ich ebenfalls liebe Grüße.

von Felix S.

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