Ich bin iM EINsatz: Der Lufttransportoffizier

Ich bin iM EINsatz: Der Lufttransportoffizier

  • Ich bin im Einsatz
  • MINUSMA
Datum:
Ort:
Gao
Lesedauer:
3 MIN

Auf drei Kontinenten und zwei Weltmeeren: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Ich bin iM EINsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Ein Soldat steht mit einem Funkgerät vor einem Transportflugzeug

Bei Herausforderungen vor Ort kennt Oberleutnant Tobi Z. die richtigen Ansprechpartner

Bundeswehr/Uwe Weber

Ich bin Oberleutnant Tobi Z., 26 Jahre alt und in der vielleicht nicht schönsten, aber dafür aufregendsten Stadt der Welt zu Hause: Berlin. Meine Heimatdienststelle ist das Logistikbataillon 171 in Burg, Sachsen-Anhalt. Dort bin ich als Zugführer des 1. Luftumschlagzuges eingesetzt. In die Bundeswehr bin ich 2013 als Offiziersanwärter eingetreten. Der Einsatz bei MINUSMAUnited Nations Multidimensional Integrated Stabilization Mission in Mali in Gao ist für mich der erste. Vor Ort bin ich als Lufttransportoffizier in der Unterstützungskompanie im Camp Castor eingesetzt.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Ein Soldat steht neben einem Transportflugzeug, in das gerade eine Palette geladen wird

Als Schnittstelle zwischen den Lademeistern und seinem Bodenpersonal ist Oberleutnant Tobi Z. meistens mit auf dem Flugfeld

Bundeswehr/Uwe Weber

Zusammenfassen könnte man die Arbeit von meinem Team und mir hier im Camp mit folgendem Satz: sicherstellen, dass das richtige Material zur richtigen Zeit im richtigen Luftfahrzeug ver- und entladen wird. Dazu gehören natürlich viele kleine Prozesse, die alle ineinandergreifen müssen, bis dann endlich ein bestimmtes Packstück – beispielsweise im A400M – verflogen werden kann.

Ich stimme mich mit den anderen Teileinheitsführern der Unterstützungskompanie ab und halte enge Verbindung zu den anderen Dienststellen in Bamako sowie dem Lufttransportstützpunkt in Niamey. Es bedeutet eine Menge Organisation, den Transportbedarf anzumelden. Die Transportkapazitäten müssen optimal ausgenutzt werden, denn das Teuerste, was man verfliegen kann, ist Luft. Die meiste Fracht hier läuft über den Luftweg. Es liegt in meiner Verantwortung, dass diese wichtigen Transporte für das deutsche Einsatzkontingent funktionieren.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Zwei Soldaten stehen an der geöffneten Ladeluke eines Transportflugzeuges und besprechen die Entladung eines Transportpanzers

Nichtalltägliche Millimeterarbeit: Oberleutnant Tobi Z. stimmt den Ausladevorgang eines Transportpanzers Fuchs ab

Bundeswehr/Uwe Weber

Das Thema Luftsicherheit spielt eine große Rolle, hierbei arbeite ich eng mit den Feldjägern und ihren Diensthunden zusammen. In fast allem, was wir transportieren müssen, befinden sich Gefahrgüter. Von Akkus in Funkgeräten bis zu Fahrzeugen mit ihren Betriebsstoffen – alles muss dokumentiert werden. Außerdem unterziehen unsere Spezialisten vor Ort das gesamte Frachtaufkommen in Richtung Deutschland einer Tierseuchenprophylaxe.

Besonders spannend ist es, wenn wir Großgerät für die Luftverladung vorbereiten. Für einen Transportpanzer Fuchs muss der Schwerpunkt mit äußerster Präzision berechnet werden, damit die Crew beim späteren Fixieren im Flugzeug sicher arbeiten kann. Richtig spektakulär wird es, wenn wir auf dem Flugfeld stehen und die Arbeit am Luftfahrzeug und an der Fracht beginnt. Dann zeigt sich, ob wir zuvor gründlich gearbeitet haben. Als Beauftragter Person Luftsicherheit bin ich zusätzlich für das Erarbeiten, Umsetzen und Einhalten der festgelegten Sicherheitsmaßnahmen in den Luftsicherheitsbereichen im Camp verantwortlich. In diesen Bereichen geben die Soldatinnen und Soldaten vor Einsatzende das Gepäck ab, damit es dort abgeschlossen gelagert werden kann.

Hier in Gao arbeite ich eng mit multinationalen Partnern zusammen und koordiniere das direkte Arbeiten an den Flugzeugen. Jeder Tag ist anders und unsere Arbeitszeiten richten sich nach den Flugzeugen, weshalb Spontanität besonders wichtig ist. Flüge können aufgrund von Witterungsverhältnissen kurzfristig ausfallen oder verschoben werden.

Das vermisse ich hier am meisten.

Ein Soldat steht auf dem Flugfeld und schaut zu einem Flugzeug, das im Hintergrund gerade gelandet ist

Wenn Oberleutnant Tobi Z. ein wenig Zeit hat, treibt er Sport oder hält die Verbindung nach Hause

Bundeswehr/Uwe Weber

Natürlich vermisse ich meine Familie, meine Freundin und die Freunde. Aber „everything is temporary“ – sprich: alles geht vorüber –  und ich sehe mich im Sommer schon sehr deutlich mit all meinen Lieben irgendwo im Grünen die Sonne und ein kühles Getränk genießen, sofern es die Lage in Deutschland wieder zulässt.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Falls möglich, steht im Sommer ein Urlaub mit der „Crew“ aus Berlin in einer Finca in Spanien an. Dort werde ich die Seele baumeln lassen und entspannt unter Palmen ein gutes Buch lesen. Allen im Einsatz befindlichen Soldatinnen und Soldaten wünsche ich einen guten und sicheren Einsatz und vor allem eine gesunde Rückkehr zu ihren Liebsten nach Hause.

von Tobi Z.

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