Ich bin iM EINsatz: Systembediener im Spähwagen Fennek

Ich bin iM EINsatz: Systembediener im Spähwagen Fennek

  • Ich bin im Einsatz
  • MINUSMA
Datum:
Ort:
Gao
Lesedauer:
3 MIN

Auf drei Kontinenten und zwei Weltmeeren: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Ich bin iM EINsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Porträt eines Soldaten, im Hintergrund der Spähwagen Fennek

Oberstabsgefreiter Ali Y. muss sein Waffensystem beherrschen – von der Waffenbedienung bis zum Funksystem

Bundeswehr/Uwe Weber

Mein Name ist Ali Y., ich bin 28 Jahre jung und im Einsatz als Systembediener auf dem Spähwagen Fennek eingesetzt. In Deutschland leiste ich meinen Dienst in der 2. Kompanie des Gebirgsaufklärungsbataillons 230 in Bayern. Seit Oktober 2012 bin ich bei der Bundeswehr und dies ist mein zweiter Einsatz in Mali. 2017 war ich hier in Gao bereits als Bediener unterwegs. Als Soldat auf Zeit habe ich mich stufenweise für 25 Jahre bei der Bundeswehr verpflichtet. Vorher habe ich eine Ausbildung als Einzelhandelskaufmann absolviert. Ich bin zur Bundeswehr gegangen, weil ich davon überzeugt bin, dass meine Tätigkeit in den Streitkräften sinnvoll ist.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

En Soldat sitzt auf dem Rücksitz eines Spähwagens und steuert mit einem Joystick das System

Von seinem Arbeitsplatz im Spähwagen hat Oberstabsgefreiter Ali Y. alle Systeme im Blick

Bundeswehr/Uwe Weber

Im Spähwagen Fennek bin ich der Systembediener. Außer für die Waffenanlage bin ich zusätzlich für andere Systeme des Fahrzeuges zuständig. Das sind zum Beispiel die Funkgeräte, das Führungs- und Informationssystem des Heeres und die Beobachtungs- und Aufklärungsausstattung. Grundsätzlich sind das zwei Wege der Kommunikation. Zum einen bin ich dafür verantwortlich, dass die von uns gesammelten Informationen während einer Mission im Idealfall sofort in unser digitales Führungssystem eingespeist werden. Zum anderen gebe ich wichtige Lagemeldungen aus dem System an meinen Kommandanten weiter. All das kann ich von meinem Arbeitsplatz im Fahrzeug aus steuern.
Unser Spähtrupp besteht aus mindestens zwei Fahrzeugen und mit mir an Bord befinden sich der Kommandant sowie der Fahrer. Als Team arbeiten wir bereits seit einem Jahr zusammen und haben uns gemeinsam auf diesen Einsatz vorbereitet. Mittlerweile sind wir super aufeinander eingespielt und jeder kann sich blind auf den anderen verlassen.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Ein Soldat steht auf einem Fennek, ein zweiter Soldat reicht ihm ein Werkzeug

Das Team besteht aus Fahrer, Kommandant sowie Systembediener und arbeitet Hand in Hand

Bundeswehr/Uwe Weber

Mich motiviert persönlich sehr, dass ich zur Verbesserung der Sicherheitslage beitragen kann. Daher hoffe ich natürlich, dass wir auch alle unbeschadet diesen Einsatz beenden werden. Wenn wir auf Patrouille sind, sehen wir immer viele Menschen. Ihr Lächeln zeigt mir, dass unser Einsatz für die meisten Leute hier willkommen ist. Für uns sind die Verhältnisse hier aber auch eine Herausforderung – für Mensch und Material. Deshalb bereite ich meine Waffen und Systeme immer selbst vor und prüfe alles lieber einmal zu viel. Vor dem Einsatz wurde ich sehr gut ausgebildet und demzufolge kenne ich das Fahrzeug wie meine Westentasche. Das gibt mir noch mehr Sicherheit und ich werde von noch unerfahrenen Bedienern gern um Rat gefragt.

Das vermisse ich hier am meisten.

Ein Soldat steht mit einem Sporttrikot seines Heimatvereins vor einer Wand und blickt über die Schulter

Ali Y. freut sich schon auf die ersten Spiele, wenn er wieder Zuhause ist

Bundeswehr/Frank Wiedemann

Hier im Einsatz vermisse ich meine Freundin und meine Familie am meisten. Ebenso fehlt mir das Fußballspielen mit meinen Freunden. Und natürlich fehlt mir alles, was bei uns in Bayern dazugehört, zum Beispiel gemütliche gemeinsame Abende mit Freunden bei einem kühlen Getränk. Ebenfalls freue ich mich auf Zeit, die ich ganz für mich allein habe. Die Verhältnisse hier im Einsatz sind nun einmal beengt, viel Privatsphäre bleibt da nicht für jeden Einzelnen. Und vermutlich hat meine Spielekonsole auch schon ordentlich Staub angesetzt.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Ich wünsche mir für die restliche Zeit des Einsatzes, dass wir alle gesund bleiben und wohlbehalten wieder nach Hause zurückkehren. Danach möchte ich mit meiner Freundin verreisen und Zeit mit meiner Familie und Freunden verbringen. Ich grüße alle, die mich kennen!

von Ali Y.

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