Wir sind iM EINsatz: Die Pressestelle bei MINUSMA

Wir sind iM EINsatz: Die Pressestelle bei MINUSMA

  • Ich bin im Einsatz
  • MINUSMA
Datum:
Ort:
Gao
Lesedauer:
3 MIN

Dieser Artikel ist vor mehreren Tagen entstanden. Wegen der aktuellen COVID-19Coronavirus Disease 2019 Lage, wurden Art und Umfang der Aufträge in den einzelnen Kontingenten und Missionen gegebenenfalls bereits angepasst.


Auf drei Kontinenten und zwei Weltmeeren: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Ich bin iM EINsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Zwei Soldaten und eine Soldatin stehen an der Campmauer und fotografieren die Abendsonne

Ein attraktives Motiv für die Pressestelle: die intensive Abendsonne in Mali

Bundeswehr/PAO MINUSMA

Unsere Pressestelle besteht aus einem erfahrenen Chief Public Affairs Officer (PAO) im Rang eines Fregattenkapitäns und zwei Pressefeldwebeln im Dienstgrad Hauptfeldwebel. In Deutschland sind wir, Frank, Meike und Thomas, Angehörige von Presse- und Informationszentren (PIZ). Wir arbeiten im PIZ Marine in Rostock, im PIZ Personal in Köln und im PIZ Einsatzführungskommando in Potsdam.

Zusammen können wir eine Einsatzerfahrung von viereinhalb Jahren aus den verschiedensten Einsatzgebieten aufweisen. Von Afghanistan über die Türkei, den Kosovo, Zypern, Libanon, Kenia, die Weltmeere bis nach Mali – kein Einsatzgebiet ist weit genug entfernt, um nicht schon dort gewesen zu sein.

Das ist unsere Aufgabe im Einsatz.

Eine Soldatin fotografiert eine Übung, innerhalb derer ein Verletzter versorgt wird

Die Fotodokumentation von Übungen zählt genauso zu den Aufgaben wie die Betreuung von Journalistinnen und Journalisten

Bundeswehr/Frank Martin

Der Arbeitstag beginnt um 5:30 Uhr mit der Presseauswertung für die Morgenlage des deutschen Kontingentführers. Was ist in den letzten 24 Stunden in der Welt passiert? Was könnte Einfluss auf die Entscheidungen des Kontingentführers haben? Welches Bild könnte sich in der Medienlandschaft in Deutschland für den kommenden Tag abzeichnen? Das alles gilt es herauszubekommen und in einem Briefing zusammenzufassen.

Danach geht es weiter mit Artikelrecherche, Fototerminen sowie dem Erstellen eines Medienspiegels mit einsatzrelevanten Artikeln. Aber auch die Begleitung von Operationen für die eigene Berichterstattung ist Teil unserer Aufgabe. Das bedeutet, dass wir auch mal mehrere Tage die Aufklärungs- und Objektschutzkräfte bei ihrer Arbeit außerhalb des Camps begleiten. Ich, Thomas, kann aus eigener Erfahrung berichten, dass der Sternenhimmel in der Wüste Malis ein echtes Erlebnis ist.

Das macht unsere Tätigkeit hier besonders.

Ein ziviler Fotograf liegt für eine Bildrecherche vor einem Helikopter auf dem Boden

Erst der Blickwinkel macht ein normales Foto zu einem spannenden

Bundeswehr/ Thomas Bierbaum

Unser Arbeitstag ist strukturiert und voll ausgeplant. Unvorhergesehenes fordert jedoch manchmal viel Dynamik und Flexibilität. Ein gutes Beispiel hierfür sind die Sprengstoffanschläge auf das Einsatzkontingent MINUSMAMultidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali Anfang des Jahres. Zum Glück waren keine deutschen Soldatinnen und Soldaten betroffen. Trotzdem mussten alle presserelevanten Informationen zusammengetragen und auf schnellstem Wege nach Deutschland übermittelt werden. Im Zeitalter des Smartphones gibt es in den Social-Media-Kanälen in kürzester Zeit eine Berichterstattung aus unterschiedlichsten Quellen. Das Einsatzführungskommando in Potsdam muss den Sachverhalt kennen und alle Fragen der Presse beantworten können. Wir nennen das „vor die Welle kommen“.

Jeder Besuch der Presse oder von VIPsVery Important Person beim Deutschen Einsatzkontingent, sei es in Bamako, Niamey oder Gao, wird von uns pressefachlich vorbereitet und betreut. Durch intensives Planen und Absprachen mit den Medienvertretern ermöglichen wir es, dem Einsatz ein Gesicht zu geben. Die Pressearbeit im Einsatzland ist abwechslungsreich und teamorientiert. Ob Heer, Luftwaffe oder Marine, durch unsere pressefachliche Ausbildung kann jeder die Aufgaben des anderen übernehmen.

Das vermissen wir hier am meisten.

Eine Spiegelreflexkamera, auf dessen Bildschirm die stellvertretende deutsche Botschafterin aus Mali beim Interview

Die stellvertretende deutsche Botschafterin aus Mali im Interview mit malischen Medienvertretern

Bundeswehr/Thomas Bierbaum

Am meisten vermissen wir natürlich unsere Familien. Durch die angespannte Lage in Deutschland mit der Corona-Pandemie ist das alles nicht so einfach. Videotelefonie ist für uns die einzige Möglichkeit, unseren Familien beizustehen und sie aufzumuntern. Das alles bringt gewisse Herausforderungen mit sich, die wir uns vor dem Einsatz nicht hätten vorstellen können.

Auch die Frühlingsabende mit Freunden auf der Terrasse, Spaziergänge im Park oder einfach mal auf einem Gin-Tonic zusammensitzen ist etwas, was hier nicht möglich ist. Im Camp ist durch den Wüstensand alles rot gefärbt. Grüne Wiesen, blühende Bäume oder Bäche und Flüsse gibt es nicht

Das sind unsere Pläne, unsere Wünsche und Grüße.

Das Wichtigste für uns ist, dass wir, sowie alle anderen Kameradinnen und Kameraden in den Einsätzen weltweit, unbeschadet an Geist und Körper wieder nach Hause kommen. Ich, Frank, freue mich besonders auf ein kultiviertes Frühstück in meinem französischen Lieblingscafé in Kiel. Ich, Meike, werde nach dem Einsatz nach Frankreich versetzt und hoffe, dass der dortige Start trotz der gegenwärtigen Situation in Europa reibungslos klappt. Ich, Thomas, freue mich auf ein Wiedersehen mit meiner Familie und natürlich mit meinem Neffen, der dann schon etwas über ein Jahr alt ist.

Wir grüßen alle Pressestellen in den Einsätzen und natürlich auch alle anderen Kameradinnen und Kameraden, die uns kennen. Bleibt gesund und passt auf euch auf!

von Frank, Meike und Thomas

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