Wir sind iM EINsatz: Stanley und Felix – durch dick und dünn

Wir sind iM EINsatz: Stanley und Felix – durch dick und dünn

  • Ich bin im Einsatz
  • MINUSMA
Datum:
Ort:
Gao
Lesedauer:
3 MIN

Von Afrika bis zum Kosovo, auf zwei Weltmeeren und in Afghanistan: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten unsere Soldaten täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Mein Einsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Zwei Soldaten vor einem Fahrzeug

Hauptfeldwebel Stanley A. (r.) und Oberstabsgefreiter Felix P. (l.) sind ein gut eingespieltes Team

Bundeswehr / Marcus Schaller

Stanley: Ich bin Hauptfeldwebel Stanley A. Ich bin gebürtiger Dresdner und 30 Jahre alt. Inzwischen lebe ich mit meiner Freundin in Hessen. An meinem Dienstort in Illkirch führe ich eine Panzerabwehrgruppe. In meinem Team sind neun Soldaten. Ich bin gelernter Nutzfahrzeug-Mechatroniker und 2008 als Grundwehrdienstleistender zur Bundeswehr gekommen, damals zur Rekrutenkompanie an der Artillerieschule in Idar-Oberstein.

Felix: Ich bin Oberstabsgefreiter Felix P., 29 Jahre alt. Soldat bin ich seit 2014 und in Immendingen beim Artilleriebataillon 295 in die Bundeswehr eingetreten. Zurzeit bin ich in Illkirch stationiert. Ich freue mich zu Hause auf meine Verlobte Sarah und die kleine Lara, die ich beide sehr vermisse.

Das sind unsere Aufgaben im Einsatz.

Zwei Soldaten stehen in einer kargen Umgebung. Einer weist mit seinem rechten Arm in eine Richtung.

Felix hält Stanley den Rücken frei

Bundeswehr / Robert Habermann

Stanley: Ich bin hier als Führer der schweren Infanteriegruppe eingesetzt. Wir bedienen im Bravo-Zug der Schutzkompanie die schweren Infanteriewaffen wie die Granatmaschinenwaffe und andere Panzerabwehrwaffen. Außerdem habe ich die Aufgabe, Landeplätze für die Helikopter zu erkunden und zu betreiben. Das ist immer dann der Fall, wenn unser Zug auf Unterstützung aus der Luft durch Hubschrauber angewiesen ist. Eine solche Landezone muss den Hubschrauber tragen können und sicher sein. Erst, wenn ich das erkundet habe, kann ich die Fläche für die Landung von Hubschraubern freigeben.

Felix: Ich bin normalerweise der Kraftfahrer. Ich bin immer da, wo der Hauptfeldwebel ist. Vor allem, wenn wir abgesessen, also ohne unser Fahrzeug unterwegs sind. Da halte ich ihm als sein Nahsicherer den Rücken frei, denn er ist oft mit Funken beschäftigt und muss die Hubschrauberbesatzung einweisen. Ich gehöre zum Granatmaschinenwaffentrupp, trage dort die Munition und das Trinkwasser meiner vier Kameraden. Jeder von uns trägt ungefähr 60 bis 70 Kilo Zusatzgepäck.

Das macht unsere Tätigkeit hier besonders.

Zwei Soldaten in öder Landschaft, einer funkt, einer sichert

Wo Stanley hingeht, ist Felix nicht weit

Bundeswehr / Robert Habermann

Stanley: Wenn ich die Hubschrauber aufnehmen soll, muss ich englisch sprechen und verstehen. Das ist wichtig, denn die Hubschrauberbesatzungen, mit denen wir hier zusammenarbeiten, sind aus Kanada. Wir arbeiten wirklich viel und gut mit den Kanadiern zusammen.

Felix: Ich bin immer richtig berührt, wenn uns die Menschen von sich aus zuwinken. Einfach so. Die Kinder lachen uns hier an, wenn sie uns sehen! In Deutschland hat mir noch niemand zugewunken, wenn wir unterwegs waren.

Für mich als Fahrer ist es durchaus eine Herausforderung, hier zu fahren. Das ist schon schweres Gelände. Es ist sandig. Viele scharfkantige Steine nutzen die Reifen ordentlich ab. Der Niger hat gerade Hochwasser. Da kommt es schon mal vor das einige Wege überflutet sind. Nachts ist es sehr schwierig, überhaupt Wege als solche zu erkennen. Oft folgen wir nur den Spuren im Sand.

Das vermissen wir hier am meisten.

Zwei Soldaten schauen einen Motor an.

Felix und Stanley überprüfen das Fahrzeug vor der Operation

Bundeswehr / Marcus Schaller

Stanley: Ich möchte mal wieder richtig frische Luft atmen oder auch einfach mal allein irgendwo hingehen. Ich vermisse schon den schönen dichten Wald in Deutschland. Auch die Farben fehlen mir: Das satte Grün der Landschaft bei uns zu Hause.

Felix: Ich freue mich wieder auf meine „beiden“ Frauen Lara und Sarah. Lara ist seit September ein Schulkind. Ich bin ja im Oktober in den Einsatz geflogen. Das war sicher nicht leicht für die Kleine. Aber für mich auch nicht.

Das sind unsere Pläne, unsere Wünsche und Grüße.

Zwei Soldaten mit Helmen und Waffen

Da, wo es dreckig wird - Felix und Stanley im Staub

Bundeswehr / Michael Behrendt

Stanley: Wenn ich nach Hause komme, möchte ich meinen Bootsführerschein machen. Den ich von meiner Freundin geschenkt bekommen habe. Ich vermisse sie sehr. Auch meine Eltern und meine Schwester habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Tja, und auf den Hauptfeldwebel P. freue ich mich auch, er ist mein bester Freund. Wir haben zusammen schon viel erlebt, dienstlich und natürlich auch privat.

Felix: Ich beabsichtige, in die Laufbahn der Unteroffiziere mit Portepee zu wechseln. Die Ausbildung bei den Panzerpionieren in Holzminden ist dann nur noch 80 Kilometer von meiner Verlobten entfernt. Mir fehlen Sarah, Lara und natürlich meine Eltern und meine Schwester. Ich denke auch viel an meine Großeltern, die immer für mich da sind.


Wir wünschen natürlich auch allen deutschen Soldaten eine gute Heimkehr aus den Auslandseinsätzen, egal wo sie da draußen sind.

von Stanley A. Felix P.

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