Wir sind iM EINsatz

Spezialisten in ihrem Fachgebiet – der GSIGefechtsschadeninstandsetzung-Trupp

Spezialisten in ihrem Fachgebiet – der GSIGefechtsschadeninstandsetzung-Trupp

Datum:
Ort:
Pabrade
Lesedauer:
3 MIN

Auf drei Kontinenten und zwei Weltmeeren: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Ich bin iM EINsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Zwei Soldaten stehen vor einem Kampfpanzer Leopard 2 A6.

Hauptfeldwebel Alex K. und Oberfeldwebel Steven S. sind Spezialisten in ihrem Fachgebiet. Es gibt kein Teil am Kampfpanzer Leopard 2, das die beiden nicht kennen.

Bundeswehr/PAO eFP

Wir sind Hauptfeldwebel Alex K., 33 Jahre alt, und Oberfeldwebel Steven S., 37 Jahre alt. Zusammen sind wir als Gefechtsschadeninstandsetzungstrupp, kurz: GSIGefechtsschadeninstandsetzung-Trupp, in Litauen eingesetzt. Für mich, Steven, ist Litauen der erste Einsatz. Ursprünglich komme ich aus dem Panzerbataillon 363 in Hardheim und bin dort ebenfalls in der Instandsetzung eingesetzt. Ich bin seit 2014 Soldat und habe vorher als KfzKraftfahrzeug-Mechatroniker mit der Spezialisierung auf Lkw gearbeitet.

Ich, Alex, bin seit 2009 Soldat und komme aus der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt. Es ist mein zweiter Einsatz hier in Litauen, bereits in der zweiten Rotation war ich hier im Bereich Instandsetzung. Ursprünglich komme ich aus dem Bereich Elektronik, habe mehrere Jahre in Füssen die Drohne (Kleinfluggerät Zielortung) gewartet und habe dann über eine Verwendung als Grundausbilder in Mittenwald den Weg nach Gotha in das Versorgungsbataillon 131 angetreten. Genau wie Steven bin ich in der Instandsetzung eingesetzt. 

Das sind unsere Aufgaben im Einsatz

Ein Soldat reinigt einen Filter auf der Treppe eines Lkw.

Neben der Instandsetzung gehört auch die Unterstützung des technischen Dienstes zu den Aufgaben der „gelben Engel in Flecktarn“

Bundeswehr/PAO eFP

Wir verstehen uns als die „gelben Engel in Flecktarn“. Viele kennen den Begriff GSIGefechtsschadeninstandsetzung, also Gefechtsschadeninstandsetzung. Wir sind immer zu zweit unterwegs und sind die Unterstützer der Kampftruppe bei Schäden an den Fahrzeugen, Justierungsarbeiten und Reparaturen. Darüber hinaus unterstützen wir die Fahrzeugbesatzungen beim technischen Dienst, und zwar vor, während und nach der Benutzung der Fahrzeuge.

Im Fokus unserer Arbeit stehen dabei für uns immer die drei F: Feuern–Fahren–Funken. Unser Tagesablauf richtet sich nach dem Ablauf der Übungen. Das heißt für uns: Wir sind immer dann unterwegs, wenn die Kampftruppen unterwegs sind. Das macht unseren Tag manchmal sehr lang, aber eben auch immer abwechslungsreich und spannend. Wir werden immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Besonders gefällt uns die Zusammenarbeit mit den Fahrzeugbesatzungen. Unsere Kameradinnen und Kameraden lernen schnell dazu und können viele Tätigkeiten selbstständig durchführen.

Das macht unsere Tätigkeit hier besonders

Zwei Soldaten sitzen auf der Ladefläche eines Lkw.

Auf dem Unimog des GSIGefechtsschadeninstandsetzung-Trupps ist vom Schraubenschlüssel über Spezialwerkzeuge bis hin zu Ersatzteilen alles zu finden, was im Felde benötigt wird

Bundeswehr/PAO eFP

Selbst an den großen Panzern wie dem Leopard 2 sind es manchmal die kleinen Teile, bei denen wir viel Fingerspitzengefühl und Geduld brauchen. Manchmal ist es so, dass wir Schäden nicht sofort feststellen können und das Fahrzeug in die Instandsetzung mitnehmen müssen. Da beginnt die große Suche: Zusammen mit den Kameraden aus der Instandsetzung arbeiten wir uns durch Kabel, Leitungen und Reststaub, bis wir das Problem gefunden haben. Uns macht es immer sehr stolz, wenn wir nach stundenlangem Suchen und Reparieren die Motoren laufen hören und die Fahrzeuge sich wieder einwandfrei bewegen.

Auch wenn wir eine unendliche Begeisterung für Technik haben, darf neben all der Arbeit der Ausgleich nicht fehlen. Dazu nutzen wir gerne die Sportzelte oder die Einsatzkantine für eine kulinarische Abwechslung.

Das vermissen wir hier am meisten

Alex, das weiß ich, vermisst ein kleines lokales Café in Erfurt. In dem kommen gerne viele Menschen zusammen und man kann immer neue Leute kennenlernen. Natürlich vermisst er seine Familie und seine Freunde sehr. Die sozialen Medien machen aber inzwischen den Kontakt nach Hause viel einfacher als noch vor einigen Jahren. Und Steven hat seinen Jahrestag verpasst. Ihm fehlen vor allem seine Familie und sein Hund sehr.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße

Wichtig ist für uns, dass wir gesund und munter aus dem Einsatz wiederkommen. Steven möchte als Nächstes Berufssoldat werden. Für uns beide bringt der Einsatz sehr viel: Wir können viele Erfahrungen in den Tagesdienst nach Deutschland mitnehmen und dort sicherlich auch anwenden. Grüße schicken wir an unsere Familien, unsere Kameradinnen und Kameraden im Panzerbataillon 363, im Versorgungsbataillon 141 sowie an unsere Mentoren Oberstabsfeldwebel Falko aus Aachen, Oberstabsfeldwebel Christian und Stabsfeldwebel Andreas aus Eschweiler.

von Steven S. und Alex K.

Mehr zum Thema