EUTMEuropean Union Training Mission: Ein Tag im Camp Gecko

EUTMEuropean Union Training Mission: Ein Tag im Camp Gecko

  • Einsatz
  • EUTM Mali
Datum:
Ort:
Koulikoro
Lesedauer:
3 MIN

Obwohl die Ausbildung im Koulikoro Training Center bei EUTMEuropean Union Training Mission Mali zurzeit ruht, haben die Soldatinnen und Soldaten des deutschen Einsatzkontingents in ihren Arbeitsbereichen weiterhin einiges zu tun. Wenn die Entscheidung zur Wiederaufnahme der Ausbildung fällt, muss schließlich alles vorbereitet sein. Material wird gewartet, Ersatzmaterial aus Deutschland angefordert und der deutsche Teil des Camps Gecko muss gepflegt werden. Natürlich ist auch die Betreuung der Soldatinnen und Soldaten hier im Einsatz wichtig.

Eine Soldatin und ein Soldat sitzen in einem Büro und arbeiten am Computer, zwischen ihnen ist ein weiterer Computerplatz frei

Im S1-Bereich steht die Kontingentwechselplanung an: volle Tage für die Personaloffizierin und ihren Personalunteroffizier

Bundeswehr/PAO EUTM Mali

Bei den Einsern gibt es immer viel zu tun. Die Einser, das sind die Soldatinnen und Soldaten bei der Bundeswehr, die in der Personalabteilung arbeiten. Zu ihren Aufgaben gehört es beispielsweise, die In- und Outplanung für die Kontingente auszuarbeiten oder sich um die Buchung der Flüge für die „Abflieger“ zu kümmern. Dabei geben sie unter anderem persönliche Daten der Soldatinnen und Soldaten ins Personalwirtschaftssystem ein, um ein klares personelles Lagebild zu schaffen.

Die Militärseelsorge

Eine Frau hält einen Teller mit Waffeln in der Hand und lacht in die Kamera, im Hintergrund eine Küche

Immer mittwochs lädt die Militärpfarrerin zum Kaffee ein

Bundeswehr/Siglinde Koch

Für die Militärpfarrerin beginnt ein ganz normaler Arbeitstag im Einsatz oft mit einer zufälligen Begegnung beim Kaffeetrinken, aus der sich ein längeres Seelsorgegespräch entwickelt. Am Anfang der Woche wird der Kirchenkaffee vorbereitet, der am Mittwoch stattfindet. Sie bespricht mit der Soldatin, die sie dabei unterstützt, womit sie die Gäste dieses Mal verwöhnen könnte. Dazwischen hält sie Kontakt mit der Heimat und organisiert eine Spendenübergabe an ein Waisenhaus in der Region. Am Abend nimmt sie sich Zeit, um den Gottesdienst für Sonntag zusammenzustellen sowie Ideen für die Predigt zu sammeln.

Die Einsatzwehrverwaltungsstelle

Ein Soldat mit Gehörschutz schneidet mit einer Standsäge ein Brett, im Hintergrund ein großer Staubsauger

Es wird geschraubt und gesägt, ständig muss etwas ausgebessert werden

Bundeswehr/Siglinde Koch

Der Leiter der Einsatzwehrverwaltung hat gemeinsam mit seinem Verwaltungsfeldwebel für Haushaltsangelegenheiten sowie dem dezentralen Beschaffer vielfältige Aufgaben zu bewältigen. Sie kümmern sich beispielsweise darum, dass die Ortskräfte ihr Gehalt bekommen, die Verpflegung vor Ort gezahlt wird und genügend Material vorhanden ist, um den Feldlagerbetrieb aufrechtzuerhalten.

Als weiterer Mitarbeiter steht dem Leiter ein Zahlstellenfeldwebel zur Seite, der für das Bare zuständig ist und als „Geldautomat“ für die Soldatinnen und Soldaten fungiert. Und natürlich sind die Handwerker, ob Geselle oder Meister seines Fachs, bei der Einsatzwehrverwaltung zu Hause. Sie sind für die gesamte Instandsetzung des deutschen Lagers verantwortlich. Zusätzlich gibt es hier die „Wasserfee“: Sie kümmert sich täglich darum, dass die Wassertanks voll sind und das Brauchwasser für die sanitären Einrichtungen in einem einwandfreien Zustand ist.

Die Kampfmittelabwehr steht niemals still

Ein Roboter mit einem Greifarm hebt etwas aus einer Box, dahinter ein Haus

Der Roboter der Kampfmittelabwehrkräfte heißt tEODor

Bundeswehr/Gerrit Hohmann

Trotz der derzeitigen Aussetzung der Ausbildung bleiben die Aufgaben und Aufträge für die Kampfmittelabwehrkräfte im Koulikoro Training Center nahezu unverändert. Sie unterstützen weiterhin dabei, dass es im Lager sicher ist und bleibt. Täglich stehen das Durchsuchen und Überprüfen von Fahrzeugen nach improvisierten Sprengladungen auf dem Programm. Zusätzlich gilt es, Kräfte für die Schnelle Eingreiftruppe zu stellen.

Professionalität erfordert Übung: Jeden Tag trainiert die Kampfmittelabwehr die standardisierten Verfahrensabläufe und beschäftigt sich mit ihren Geräten. Selbstverständlich werden auch die eigenen Soldatinnen und Soldaten sowie die multinationalen Ausbilderinnen und Ausbilder im Bereich improvisierte Sprengfallen fortlaufend aus- und weitergebildet.

Die Feldpost sorgt für lachende Gesichter

Im Camp Gecko haben die Soldatinnen und Soldaten die Möglichkeit, Post an ihre Familien und Freunde im Heimatland zu senden. Der Feldpostfeldwebel verbringt den Anfang der Woche stets damit, die Post in Richtung Heimat vorzubereiten. Am Donnerstag hat er dann meistens seinen wichtigsten Tag: An diesem Tag trifft die Post von zu Hause ein. Der Feldpostfeldwebel weiß, wie sehr sich die Soldatinnen und Soldaten auf die Post freuen, und packt deshalb auch zu später Stunde Paletten aus, um Freude im Camp Gecko zu verbreiten.

Spediteure in Uniform

Zwei Soldaten unterhalten sich, zwischen ihnen eine Holztransportbox, über ihnen ein Sonnensegel

Wie wird das Material am besten nach Deutschland gesendet?

Bundeswehr/Siglinde Koch

Die Teileinheit S4, zivil vergleichbar mit einem Logistikunternehmen, ist im Kontingent für die Materialbewirtschaftung der Ausbildungsmission verantwortlich. Sie stellt sicher, dass Versorgungsgüter bedarfsgerecht bereitgestellt werden, und gewährleistet damit den Erhalt der materiellen Einsatzbereitschaft und Durchhaltefähigkeit des Deutschen Einsatzkontingents bei EUTMEuropean Union Training Mission Mali.

Im S4-Bereich werden alle Vorgänge der Materialbewirtschaftung bearbeitet. Das Aufgabenspektrum ist vielfältig: Angefangen beim Anfordern und Bereitstellen über das Aussondern und Verwerten von Material bis hin zur laufenden Materialbedarfsermittlung und ständigen Überwachung sowie Bewertung der materiellen Ausstattung. Am Ende des Tages zeigt sich: Es gibt weiterhin genug zu tun.

von Siglinde Koch

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