Instandsetzungskurs: Ausbildung der Mechaniker bei EUTMEuropean Union Training Mission

Instandsetzungskurs: Ausbildung der Mechaniker bei EUTMEuropean Union Training Mission

  • Einsatz
  • EUTM Mali
Datum:
Ort:
Kati
Lesedauer:
3 MIN

Die Ziele des Instandsetzungskurses für geländegängige Fahrzeuge sind hoch gesetzt. Während eines einmonatigen Lehrgangs bilden deutsche Soldatinnen und Soldaten als Teil der Europäischen Ausbildungsmission aktuell 14 malische Mechaniker zu ihrerseits anleitenden Fachleuten weiter. Zum Ende des Kurses sollen die Auszubildenden die häufigsten technischen Fehler erkennen, sie beheben und andere Soldatinnen und Soldaten ausbilden können. Für das westafrikanische Land ein Kursangebot, das hochwillkommen ist.

Malische Männer stehen mit einem deutschen Soldaten um einen an einem Kran hängenden Motorblock

Die malischen Auszubildenden zerlegen das Fahrzeug. Dazu zählt auch, den Motorblock vom Fahrzeug zu trennen

Bundeswehr/Markus Bayer

Oberleutnant Kai S., Leiter des Kurses, hat kräftig durchgeatmet, als er den Auftrag erhalten hat. Vier Wochen, um Unteroffiziere und Offiziere der malischen Armee zu Ausbildern in der Instandsetzung zu machen, ist relativ kurz. Da sich das vom Hauptquartier in Bamako verfasste Angebot explizit an ausgewähltes Personal der malischen Streitkräfte richtet ist es aber nicht unmöglich. Die Zielgruppe sind Unteroffiziere und Offiziere, die in ihren eigenen Kompanien für die Wartung und Instandhaltung der Fahrzeuge zuständig sind. Dieses Personal bringt bereits entsprechende Erfahrungen und Qualifikationen mit.

Der Erfahrungsstand der 14 Auszubildenden, die sich am ersten Tag im Kurs gemeldet haben, ist jedoch unterschiedlicher als erwartet. Die Spannbreite erstreckt sich von einem malischen Leutnant, der in Deutschland eine KFZKraftfahrzeug-Meister-Ausbildung durchlaufen hat, bis zu einem malischen Unteroffizier, der außerhalb seiner Tätigkeit als Kraftfahrer keine Mechaniker-Kenntnisse vorweisen kann. Dies ist insbesondere in der ersten Woche eine Herausforderung, betont Oberleutnant Kai S., schließlich möchte man keinen unter- oder überfordern.

Um diesen unterschiedlichen Kenntnisstand aufzufangen, werden die Erfahreneren als Hilfsausbildende im Kurs eingeteilt. So können diese gleich von Anfang an erste Erfahrungen in der Ausbildungsmethodik sammeln, während der Fokus der anderen auf dem Erwerb des fachlichen Grundlagenwissens liegt.

„Die Motivation macht den Unterschied“

Oberleutnant Kai stellt die Ausbildung der malischen Soldaten vor. Während eines einmonatigen Lehrgangs werden malische Mechaniker zu ihrerseits anleitenden Fachleuten weitergebildet.

„Die durchgehend hohe Motivation der Auszubildenden ist eine der entscheidenden Faktoren für den Erfolg des Kurses. Da sich das erlernte Wissen im alltäglichen Leben anwenden lässt, sind die Teilnehmenden dementsprechend engagiert bei der Sache“, erklärt der Ausbildungsleiter.
Das Team um Kai S. ist multinational und hochqualifiziert. Hauptfeldwebel Timo B., einer der Ausbilder im Kurs, bildet im Logistikbataillon 461 in Walldürn regelmäßig Unteroffiziere in der Instandsetzung aus. Auch der belgische Ausbilder, Premier sergent chef (Oberfeldwebel) Jeremy D., konnte schon vor seinem Einsatz in Mali viel Ausbildungserfahrung in der Instandsetzung sammeln.

Theorie und Praxis als Prüfung

Malische Männer stehen zusammen mit einem belgischen Soldaten und unterhalten sich

Multinationale Ausbilder: Der belgische Ausbilder Jeremy D. teilt seine Ausbildungserfahrungen in der Instandsetzung

Bundeswehr/Markus Bayer

Der Fokus des Kurses liegt auf Diagnostik und Instandsetzung der Allrad-Fahrzeuge. Die Auszubildenden zerlegen die Fahrzeuge inklusive Motorblock und setzen sie wieder zusammen. Dabei lernen sie die möglichen Fehlerquellen kennen und erfahren, wie sie diese beheben können. Das Erlernte wird in wöchentlichen Tests überprüft und am Ende des Kurses müssen die Auszubildenden eine eigene Instandsetzungsausbildung durchführen. Diese wird dabei nicht nur fachlich, sondern auch aus methodischer Sicht beurteilt.

Die Kursleitung legt bei der Prüfung einen strengen Maßstab an. Das EUTMEuropean Union Training Mission-Zertifikat, das die Auszubildenden nach Abschluss des erfolgreich absolvierten Kurses erhalten, ist bei den malischen Soldatinnen und Soldaten hochgeachtet und äußerst begehrt.

Die Besten bilden im nächsten Kurs aus

Mehrere Malier stehen um ein Fahrzeug

Die Auszubildenden müssen ihre erlernten Fähigkeiten im Laufe des Kurses auch an einem real ausgefallenen Fahrzeug beweisen

Bundeswehr/Markus Bayer

Aufbauend auf den Ausbilderkurs bietet die EUTMEuropean Union Training Mission Mali zwei Wochen nach Abschluss einen weiteren Allrad-Kurs an. Für dieses Training wählt Oberleutnant Kai S. die besten Teilnehmer des letzten Kurses aus, um unter Beobachtung und Anleitung des europäischen Unterrichtsteams die Soldatinnen und Soldaten einer malischen Instandsetzungskompanie selber auszubilden. „Wir haben in dem Kurs Multiplikatoren ausgebildet. Diese sollen das Wissen nun natürlich auch in die Truppe bringen“, erklärt Kai S. Schließlich ist das langfristige Ziel der Europäischen Ausbildungsmission, dass die malische Armee ihren Soldatinnen und Soldaten eigenständig und ohne Unterstützung der EUTMEuropean Union Training Mission die notwendigen Kompetenzen in hoher Qualität vermittelt.

Für die EUTMEuropean Union Training Mission hat es sich besonders bewährt, zuerst malische Sachverständige auszubilden. Diese wenden dann unter Anleitung und eng begleitet durch das europäische Trainingspersonal ihr pädagogisches und fachliches Wissen in einer Kompanie praktisch an. Im dritten Schritt werden die neuen malischen Ausbildenden als Spezialistinnen und Spezialisten ihres Faches in die Truppe entsandt. Ganz gemäß dem Ansatz der European Training Task Force der EUTMEuropean Union Training Mission Mali: „Train the trainers.“


von Markus Bayer

Mehr zum Thema