Operation Neptun

MINUSMAMultidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali: Wasser für Camp Castor

MINUSMAMultidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali: Wasser für Camp Castor

Datum:
Ort:
Gao
Lesedauer:
3 MIN

Um ihren Auftrag bei der Mission MINUSMAMultidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali im heißen und trockenen Mali zu erfüllen, ist die Bundeswehr auf Wasser angewiesen. Soldatinnen und Soldaten, die außerhalb des Feldlagers arbeiten, benötigen bis zu sieben Liter Trinkwasser täglich. ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehroffizier Hauptmann Johann W. ließ daher jetzt das sogenannte Notwasserkonzept im Camp Castor testen.

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Um ihren Auftrag bei der Mission MINUSMAMultidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali im heißen und trockenen Mali zu erfüllen, ist die Bundeswehr auf Wasser angewiesen. Soldatinnen und Soldaten, die außerhalb des Feldlagers arbeiten, benötigen bis zu sieben Liter Wasser täglich.

Keimbelastetes Flusswasser

Ein Lkw steht neben einem Becken voller Wasser

Das Wasser des Niger wird im Camp Castor in bereitstehende Auffangbecken gepumpt

Bundeswehr/Julia Dahlmann

Im Camp Castor angekommen, wird das Nigerwasser zunächst in große runde Plastikbecken gepumpt. Wenn sich die Sonne in der kräuselnden Wasseroberfläche spiegelt, ähneln diese den blauen Pools im heimischen Garten. „Baden sollte man in diesem Wasser aber nicht, trinken sollte man es erst recht nicht“, erklärt Hauptmann Johann W., „Das könnte böse enden“. 
Einige Tage bevor das Wasser an diesem Vormittag aus dem Niger gepumpt wurde, hatten er und sein Team schon Wasserproben an unterschiedlichen Punkten am Ufer des Flusses genommen und untersuchen lassen. Die Ergebnisse aus dem Labor waren eindeutig: „Das Wasser ist hochgradig verschmutzt und mit Krankheitserregern belastet“, sagt Johann W. Würde man das Wasser so trinken, drohten Infektionen und schwere Durchfallerkrankungen. Die Expertinnen und Experten aus dem Labor der Sanitätseinsatzstaffel im Camp Castor wiesen im Flusswasser hohe Konzentrationen von Darmbakterien wie Escherichia coli, kurz E. coli, oder Enterokokken nach. Diese Krankheitserreger gedeihen im warmen Wasser und können Wundinfektionen, Entzündungen im Magen-Darm-Trakt oder Diarrhoe auslösen.
Basierend auf den Untersuchungen entschied Hauptmann Johann W. das Wasser an zwei geringen belasteten Punkten aus dem Fluss zu entnehmen. Zudem mussten die Entnahmestellen über eine gute Erreichbarkeit mit schweren Fahrzeugen verfügen und militärisch zu sichern sein. 

Aus dem Niger in den Wasserhahn

Ein Soldat steht mit Schutzmaske an einem Wasserbecken und kippt eine weiße Flüssigkeit in das Wasser

Mit der Operation Neptun übt der ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Abwehrzug die Notversorgung mit Wasser aus dem Fluss Niger.

Bundeswehr/Julia Dahlmann

In einer kühlen Halle am Rand des Lagers stehen noch mehr der Plastikbecken. In diesen bereiten Soldaten des ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Dekontaminationstrupps das Flusswasser zu Trinkwasser auf. „Wir nutzen dazu die sogenannte chemische Wasseraufbereitung, um eine Wasserqualität zu erreichen, die der deutschen Trinkwasserverordnung entspricht“, erklärt Johann W. Zunächst geben die Soldaten Chlor und Eisen-III zum Wasser. Diese sogenannte Hochchlorung verringert den pH-Wert des Wassers in den sauren Bereich und tötet so alle Mikroorganismen ab. Luft aus kleinen Düsen am Grund der Becken hält das Wasser dabei ständig in Bewegung. Im nächsten Schritt fügen die Soldaten dem Wasser Aktivkohle zu. Diese bindet die Abbauprodukte und baut das Chlor im Wasser wieder ab. „Wir müssen bei allen Arbeitsschritten darauf achten, dass die Mengen der Chemikalien und die vorgeschriebenen Zeiten eingehalten werden,“ ergänzt Johann W. Durch die Zugabe von Calciumhydroxid wird der pH-Wert des Wassers dann wieder auf sieben angehoben und alle Schwebestoffe im Wasser setzen sich ab. Am Boden der Becken sammeln sich diese als schwarzer Schlamm, das Wasser darüber können die Soldaten weiterverarbeiten.

Nachtschicht für die Wasseraufbereiter

Ein Wasserbecken mit sprudelndem Wasser steht vor grünen Containern

Das Wasser wird unter anderem mit Aktivkohle versetzt, um es von Mikroorganismen zu reinigen

Bundeswehr/Julia Dahlmann

Während die Sonne über dem Camp Castor schon lange untergegangen ist, beginnt für die sechs ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Soldaten der nächste Arbeitsschritt: die sogenannte Umkehrosmose. Bei dieser wird das Wasser durch spezielle Filteranlagen gepumpt, die in der Halle auf Anhängern stehen. Dabei wird dem Wasser wieder ein wenig Chlor hinzugesetzt, letzte Mikroorganismen durch eine Bestrahlung mit ultraviolettem Licht abgetötet und das Wasser remineralisiert. „Wir versuchen am Ende einen Leitwert von 120 Mikrosiemens   zu erreichen“, sagt Johann W. Und fügt nach einer kurzen Pause lächelnd hinzu, „Auf gut Deutsch: Das Wasser soll auch schmecken.“ Um den Geschmack, aber vor allen Dingen die Reinheit des Wassers zu gewährleisten, wird während des gesamten Prozesses die Wasserqualität permanent überwacht. Besonders die Feinabstimmung der letzten Arbeitsschritte erfordert dabei von allen Beteiligten viel Fingerspitzengefühl und Erfahrung.
Am nächsten Morgen sind die meisten der Plastikbecken leer und die Soldaten sind dabei, die Wände von den schwarzen Ablagerungen der Aktivkohle zu reinigen. Doch das Ergebnis ihrer Nachtschicht kann sich sehen lassen: Rund 100.000 Liter Trinkwasser konnten in dieser Nacht in die Zisternen im Camp gepumpt werden. Und für Hauptmann Joahnn W. heißt es nach zwei langen Tagen: Operation Neptun, Mission accomplished.

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Drei LKW stehen an einem Fluss. Im Vordergrund liegt Wäsche auf einer Steinmauer

Die Wasserentnahmestelle liegt neben einem belebten Platz mitten in der Stadt Gao, an dem die Menschen sich und ihre Kleidung waschen

Bundeswehr/Julia Dahlmann
Ein Soldat steht vor einem grünen Abrollcontainer. Er hält einen roten Schlauch in der Hand, aus dem Wasser läuft.

Der Abrollcontainer ist mit Flusswasser gefüllt. Das kostbare Gut wird nun in das Camp Castor transportiert.

Bundeswehr/Julia Dahlmann
Operation Neptun

Nächster Anlaufpunkt ist die Wasseraufbereitungshalle des ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Dekontaminationszugs

Bundeswehr/Julia Dahlmann
Zwei Soldaten stehen vor einem mit Wasser befülltem Wasserbecken

Hauptmann Johann W. (rechts) begleitet die Wassertransporte über den ganzen Tag und sorgt für einen reibungslosen Ablauf

Bundeswehr/Julia Dahlmann
In einer Halle stehen Wasserbecken mit grünen Plastikwänden

In der Wasseraufbereitungshalle wird das gelieferte Wasser nach und nach in Trinkwasser verwandelt

Bundeswehr/Julia Dahlmann
Zwei Wasserbecken stehen vor einem gepanzertem LKW

Am Ende entspricht die Qualität des Wassers der deutschen Trinkwasserverordnung

Bundeswehr/Julia Dahlmann

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von Claas Gärtner

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