Drei Soldatinnen und ihr Beitrag für MINUSMAMultidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali

Drei Soldatinnen und ihr Beitrag für MINUSMAMultidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali

  • Einsatz
  • MINUSMA
Datum:
Ort:
Gao
Lesedauer:
5 MIN

Bei bis zu 48 Grad Celsius in der Wüste von Mali unterstützt die Bundeswehr derzeit mit rund 1.000 Soldatinnen und Soldaten den Einsatz der Vereinten Nationen MINSUMA. Hauptmann Jessica K., Oberfeldwebel Rabea M. und Oberfeldwebel Johanna M. gehören zum deutschen Kontingent. Wir haben uns mit den drei Frauen unterhalten, um Einblicke in ihre Aufgaben vor Ort, ihre Beweggründe und Erfahrungen zu gewinnen.

Eine Soldatin im Camp Castor vor internationalen Flaggen

Das Studium der Geografie legte für Hauptmann Jessica K. den Grundstein für ihren Einsatz bei MINUSMAMultidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali

Bundeswehr/Niklas Siekmann

Mein Name ist Hauptmann Jessica K., ich bin 33 Jahre alt und wohne derzeit in Bad Münstereifel. Vor meinem Dienstantritt in der Bundeswehr habe ich ein ziviles Studium der Geografie abgeschlossen. Dieses legte den fachlichen Grundstein für meine militärische Verwendung im Geoinformationsdienst der Bundeswehr (GeoInfoDBw) und für meinen Einsatz hier bei MINUSMAMultidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali. Neben der üblichen militärischen Ausbildung für Offiziere stand die fachliche Weiterbildung im Fokus meiner bisherigen Laufbahn.

In Gao bin ich in der Zelle GeoInfo als Datenbearbeiterin eingesetzt. Gemeinsam mit meinen beiden Kameraden, die ich bereits aus der Stammeinheit kenne, ist unser Hauptauftrag die Erstellung, Aktualisierung und Ausgabe verschiedener Kartenwerke. Zudem überprüfen wir fortlaufend die hiesige digitale Datengrundlage zur Bearbeitung dieser Karten. In enger Abstimmung mit unterschiedlichen Auftraggebern passen wir vorhandene Kartenwerke an den jeweiligen Auftrag an. Wir erstellen dabei auch Beratungsunterlagen zur bestmöglichen Unterstützung der eigenen Kräfte, welche sich außerhalb des Camps Castor bewegen.

Orientierung für geplante Operationen

Eine deutsche Soldatin steht mit einem schwedischen Kameraden an einer Lagekarte

GeoInfo-Arbeit ist bei MINUSMAMultidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali international, so arbeitet Jessica K. beispielsweise mit den Schweden zusammen

Bundeswehr/Niklas Siekmann

Hauptsächlich besteht unser Auftrag in der Unterstützung der eigenen Kräfte. Wir arbeiten aber auch eng mit den schwedischen Militärangehörigen zusammen, da diese keine eigene GeoInfo-Unterstützung hier vor Ort in Gao haben. Im persönlichen Gespräch lasse ich mich durch die schwedischen Ansprechpartner in deren aktuelle Operationsräume einweisen und erstelle im Anschluss die benötigten Karten. Aber auch Briten oder Litauer finden sich in unserem Büro als Bedarfsträger wieder. Der internationale Austausch, das Feedback und der damit einhergehende Perspektivwechsel sind für mich persönlich ein enormer Gewinn.

Ein besonderes Erlebnis aus diesem Einsatz herauszustellen, würde dem Erfahrungsschatz, den ich hier Tag für Tag anhäufe, nicht gerecht werden. Vielmehr ist es der tägliche Austausch mit den Kameradinnen und Kameraden aus den verschiedenen Teilbereichen. Ich freue mich über Feedback, das wir zu den Karten und Beratungsunterlagen erhalten. Ich mag die konstruktive Arbeitsatmosphäre. All diese Punkte machen den Einsatz für mich zu einer der wertvollsten Erfahrungen meiner bisherigen Zeit in der Bundeswehr.

Oberfeldwebel Rabea M.: Mein Weg zum Sanitätsfeldwebel im Einsatz

Sanitäterin arbeitet im Behandlungsraum

Oberfeldwebel Rabea M.im Behandlungsraum bei MINUSMAMultidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali

Bundeswehr/Gerrit Hohmann

Mein Name ist Rabea M., ich bin 27 Jahre alt und Oberfeldwebel im Sanitätsdienst.
Seit Oktober 2013 bin ich bei der Bundeswehr. Nach meiner Grundausbildung in Ahlen ging es zu meiner Stammeinheit nach Stadtallendorf. Dort habe ich eine Weiterbildung zur medizinischen Fachangestellten abgeschlossen und die Ausbildung zum Fachwirt für ambulante medizinische Versorgung absolviert.

Derzeit befinde ich mich in meinem ersten Auslandseinsatz bei der VN-Mission MINUSMAMultidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali in Mali. Eingesetzt bin ich in der Sanitätseinsatzstaffel als Sanitätsfeldwebel beim Truppenarzt. Mein Job hier, der mich sehr erfüllt, ist die Unterstützung des Truppenarztes bei der Behandlung und Betreuung der Soldatinnen und Soldaten des deutschen Kontingentes und anderer Nationen. Auch die Angestellten der hier vertraglich tätigen zivilen Firmen werden von uns behandelt.

Zu meinen Aufgaben gehören unter anderem das Impfen, Blutentnahmen, Verbandswechsel und Wundkontrollen, aber auch diverse administrative Aufgaben.
Voraussetzung für diesen Job ist eine abgeschlossene Ausbildung als Arzthelferin oder als medizinische Fachangestellte. Auch Feldwebel mit der Zusatzausbildung „Fachwirt ambulante medizinische Versorgung“ können die Position besetzen. Außerdem müssen auslandsvorbereitende Lehrgänge erfolgreich absolviert werden. Dabei nicht zu vergessen: die gesundheitliche Eignung. Diese wird durch den Truppenarzt festgestellt. Auch relevante Impfungen sowie die Malariaprophylaxe gehören dazu.

Durch internationale Zusammenarbeit voneinander lernen

Sanitäterin steht im Behandlungsraum an einem Tisch und bereitet eine Spritze vor

Oberfeldwebel Rabea M. bereitet Corona-Schutzimpfungen vor

Bundeswehr/Gerrit Hohmann

Ich trage dazu bei, die körperliche Gesundheit der deutschen und internationalen Truppe der Mission zu erhalten oder wiederherzustellen, damit das gesamte Kontingent stets einsatzbereit ist. Mit uns im truppenärztlichen Bereich arbeitet eine schwedische Ärztin und eine schwedische Krankenschwester. Diese sind für die Behandlung der schwedischen Kameradinnen und Kameraden zuständig.

Die Zusammenarbeit empfinde ich als sehr angenehm und hilfreich, da wir uns in allen Belangen unterstützen, austauschen und viel voneinander lernen können. Ebenfalls finde ich es schön, meine Englischkenntnisse etwas auffrischen zu können und durch meine Zusammenarbeit mit den schwedischen Kameradinnen sogar etwas Schwedisch zu lernen. Für mich ist mein erster Auslandseinsatz etwas Besonderes. Ich bin froh, hier zu sein und diese Erfahrungen machen zu können.

Oberfeldwebel Johanna M.: Als Personalfeldwebel in der Wüste

Soldatin im Porträt vor neutraler Wand

Frau Oberfeldwebel Johanna M. arbeitet bei der VN-Mission MINUSMAMultidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali als Personalfeldwebel

Bundeswehr/Gerrit Hohmann

Ich bin Oberfeldwebel Johanna M., 26 Jahre alt. Seit 2014 bin ich bei der Bundeswehr und in Deutschland als Personalfeldwebel beim Bundesamt für Personalmanagement der Bundeswehr tätig. Hier im deutschen Einsatzkontingent MINUSMAMultidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali bin ich als Flugbucherin eingesetzt. Ich sorge dafür, dass die Soldatinnen und Soldaten innerhalb des Einsatzgebietes dorthin fliegen können, wo sie gebraucht werden. Dies beinhaltet Flugbuchungen für Flüge unter anderem von und nach Bamako, Niamey und Gao.

Wenn wir freie Kapazitäten haben, unterstützen wir auch internationale Streitkräfte sowie zivile Vertragspartner der Bundeswehr bei Buchungen von Flügen. Des Weiteren bin ich dafür zuständig, die deutschen Soldatinnen und Soldaten aus Mali und Niger auf den Heimflug nach Deutschland zu buchen. Für meine Aufgaben sind besonders Organisation sowie Computer-/Excel-Kenntnisse wichtig. Auch gute Englischkenntnisse sind dabei nicht zu vernachlässigen, da die Kommunikation mit den internationalen Streitkräften sowie den zivilen Vertragspartnern der Bundeswehr überwiegend auf Englisch erfolgt.

Ansprechpartner für die Vereinten Nationen

Soldatin am PC bei der Arbeit in ihrem Büro

Die Flugbucherin Johanna M. beim Tagesdienst in ihrem Bürocontainer

Bundeswehr/Gerrit Hohmann

Mein Auftrag ist auch für die VN wichtig, da ich für den reibungslosen Ablauf des Personalwechsels zuständig bin. Der Abschluss des Kontingentwechsels muss dann an die VN entsprechend gemeldet werden. Als Flugbucherin habe ich mit verschiedenen VN-Angehörigen persönlichen, telefonischen oder schriftlichen Kontakt. Wir unterstützen auch andere Nationen und deren Streitkräfte beim Transport ihrer Soldatinnen und Soldaten. In diesem Zusammenhang hatte ich schon viele nette Gespräche mit verschiedenen Menschen aus den unterschiedlichsten Nationen, was mir sehr an meinem Job gefällt.

Mir macht die Arbeit unglaublich viel Spaß. Wenn der Tag dann doch mal etwas stressiger gewesen ist, hilft uns die tolle Kameradschaft und der Zusammenhalt.
Es ist etwas Besonderes, in dem VN-Einsatz MINUSMAMultidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali zu sein, da ich im Zuge meines Inlandsdienstpostens seit drei Jahren Soldatinnen und Soldaten hierherschicke. Nun habe ich es endlich selbst geschafft, ein Teil dieses Kontingentes zu sein und Erfahrungen in meinem ersten Einsatz hier vor Ort zu sammeln. Dieser Einsatz ist für mich persönlich eine prägende und schöne Erfahrung.


von Gerrit  Hohmann

Mehr zum Thema