Als Ehepaar in Mali: Eine gemeinsame Herausforderung

Als Ehepaar in Mali: Eine gemeinsame Herausforderung

  • Einsatz
  • MINUSMA
Datum:
Ort:
Gao
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Aus dem Freistaat Bayern gemeinsam auf den afrikanischen Kontinent nach Mali: Oberleutnant Melanie H. ist als Personaloffizier und stellvertretende Leiterin der Personalabteilung gemeinsam mit ihrem Ehemann Hauptfeldwebel Robert H. im Einsatz. Hauptfeldwebel H. ist im deutschen Einsatzkontingent als ITInformationstechnik-Feldwebel beim Service-Desk eingesetzt. Wie es zum gemeinsamen Einsatz kam, welche Herausforderungen vorher zu bewältigen waren und weitere Fragen beantworten die beiden im Interview.

7 Fragen an Melanie und Robert H.

Eine Soldatin und ein Soldat stehen im Feldlager auf einer roten Sandpiste
Dirk Jechow

Wie ist es dazu gekommen, dass Sie gemeinsam im Einsatz sind?

Melanie H.: Nachdem eine Kompanie aus dem Bataillon von Robert für den Einsatz in Mali geplant wurde, haben wir uns zusammen entschieden, jeweils eine Freiwilligenbewerbung für den Einsatz einzureichen.

Robert H.: Da mein letzter Einsatz bereits 2013 in Afghanistan war, wurde es für mich auch wieder einmal Zeit, dass es losgeht.

Eine Soldatin und ein Soldat stehen im Feldlager auf einer roten Sandpiste
Dirk Jechow

Welche Herausforderungen waren vor dem Einsatz zu bewältigen?

Melanie H.: Der Organisationsaufwand war vor diesem Einsatz schon etwas größer als bei den vorherigen. Bei meinen beiden letzten Einsätzen wusste ich immer, dass jemand da ist, der sich um die Wohnung und Autos kümmern kann. Dieses Mal mussten wir absprechen und koordinieren, wer aus der Familie und dem engen Freundeskreis sich um unser Zuhause kümmert. Neben diesen Herausforderungen war es aber schon gut, zu zweit die persönliche Vorbereitung in Angriff zu nehmen, da geht vieles leichter von der Hand. Fragen wie „Was muss ich einpacken?“ oder „Welche Unterlagen sollen wir vorbereiten?“ konnten wir gemeinsam angehen.

Eine Soldatin und ein Soldat stehen im Feldlager auf einer roten Sandpiste
Dirk Jechow

Wie wurden Sie von der Einheit unterstützt?

Robert H.: Beim Planen und Vorbereiten haben mich am Standort nicht nur meine Kameradinnen und Kameraden im direkten Umfeld, sondern auch die Planungszelle und die Kompanieführung der 4. Kompanie unterstützt, die hier einen großen Anteil der Unterstützungskompanie im 17. Deutschen Einsatzkontingent stellt. Auch die Kommandeure von meiner Frau und mir haben die gemeinsame Freiwilligenmeldung befürwortet und unterstützt.

Eine Soldatin und ein Soldat stehen im Feldlager auf einer roten Sandpiste
Dirk Jechow

Welche Aufgaben haben Sie im Einsatzkontingent?

Melanie H.: Meine Hauptaufgaben bestehen im Bearbeiten von Beurteilungsangelegenheiten, Personalangelegenheiten sowie der Vorbereitung einsatzbezogener Auszeichnungen. Dazu zählen die Einsatzmedaille der Bundeswehr für MINUSMA in Bronze, Silber oder Gold sowie die Medaille der Vereinten Nationen. Des Weiteren arbeite ich der Kontingentführung, aber auch den Kompaniechefs zu und berate diese im Zusammenwirken mit dem Rechtsberater des deutschen Einsatzkontingentes. Als Zweitfunktion nehme ich die Aufgaben der Administrativen Datenschutzbeauftragten wahr und unterstütze dabei, die gültigen Datenschutzbestimmungen einzuhalten.

Robert H.: Ich bin für die Koordination von Aufträgen zwischen dem User Helpdesk und den Fachbereichen beziehungsweise Administratoren innerhalb der Informationstechnikzentrale (ITZ) zuständig. Der User Helpdesk nimmt sämtliche IT-Herausforderungen der Nutzerinnen und Nutzer hier im Camp auf. Weiterhin bin ich für das Informationsportal verantwortlich, in dem man zum Beispiel nachschauen kann, welches Essen es gibt, wann der Truppenarzt seine Sprechstunde hat oder was es aktuell beim Marketender gibt. In der ITZ sind alle Fachbereiche hinterlegt, welche die Computersysteme und Fernmeldeverbindungen hier im Camp betreiben. Als zentraler Verteiler und Koordinator prüfe ich die eingehenden Informationen auf Vollständigkeit und halte bei Bedarf Rücksprache mit den Nutzern, um den Admins alle Informationen, die zur Fehlerbehebung benötigt werden, zeitgerecht zur Verfügung zu stellen. Ich bin mit Blick auf die Informationsplattform der erste Ansprechpartner für alle Bereiche innerhalb des Camps.

Eine Soldatin und ein Soldat stehen im Feldlager auf einer roten Sandpiste
Dirk Jechow

Was macht es für Sie besonderes, mit dem Partner im Einsatz zu sein?

Melanie H.: Den Vertrauten in seiner Nähe zu wissen, ist ein absoluter Vorteil. Auch wenn man mittlerweile die Möglichkeit hat, Videotelefonie zu nutzen, ist es doch etwas anderes, den Partner persönlich sehen zu können.

Robert H.: Das stimmt! Die Gedanken an zu Hause sind dieses Mal seltener, da meine bessere Hälfte ebenfalls hier ist.

Eine Soldatin und ein Soldat stehen im Feldlager auf einer roten Sandpiste
Dirk Jechow

Als Ehepaar gemeinsam im Einsatz, was vermissen Sie im Camp Castor in Mali?

Robert H.: Die gemeinsame Zeit am heimischen Esstisch und das gemeinsame Kochen fehlt uns hier schon etwas. Ebenfalls freuen wir uns jetzt schon auf die Familie und unsere Freunde, wenn wir wieder zurück sind. Auch wieder die Ruhe zu genießen – ohne Geräusche von Klimaanlagen und Stromerzeugern – ist etwas, was prima sein wird.

Melanie H.: Zudem wäre ein ausgiebiges Wannenbad auch sehr schön.

Eine Soldatin und ein Soldat stehen im Feldlager auf einer roten Sandpiste
Dirk Jechow

Welche Wünsche haben Sie für den Einsatz und die Zeit danach? Wem möchten Sie auf diesem Weg Grüße ausrichten?

Melanie H.: Unser gemeinsamer Wunsch ist es – wenn es die Pandemie wieder zulässt – eine Urlaubsreise in die Ferne zu machen. Im Dienst wollen wir uns persönlich in den Streitkräften weiterentwickeln. Auch eine gemeinsame Verwendung im Ausland würde uns aktuell gut gefallen. Grüßen möchten wir unsere Familien, Freunde sowie Kameradinnen und Kameraden daheim. Außerdem grüße ich meine Mädels zu Hause.

Eine Soldatin und ein Soldat stehen im Feldlager auf einer roten Sandpiste


von Dirk  Jechow

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