MINUSMAUnited Nations Multidimensional Integrated Stabilization Mission in Mali: Fitnesstraining im Camp Castor

MINUSMAUnited Nations Multidimensional Integrated Stabilization Mission in Mali: Fitnesstraining im Camp Castor

  • Einsatz
  • MINUSMA
Datum:
Ort:
Gao
Lesedauer:
3 MIN

Daheim in Deutschland können wir dank einer Vielzahl von Freizeitmöglichkeiten wie Spaziergängen durch den Wald, Kinobesuchen oder auch spontanen Treffen mit Freunden den Kopf frei bekommen. Im Auslandseinsatz gibt es diese Möglichkeiten nicht. Deshalb kommt der sportlichen Betätigung eine wichtige Bedeutung zu, wenn es darum geht, den Soldatinnen und Soldaten eine Ausgleichsmöglichkeit zum Einsatzalltag anzubieten. Das Sportangebot im Camp Castor in Mali wird durch hauptamtlich tätige Trainerinnen und Trainer organisiert.

Eine Soldatin rudert am Rudergerät, der Trainer steht prüfend hinter ihr

Tausend-Meter-Rudern: eine Etappe der beliebten Viking-Challenge

Bundeswehr/Johann Flaum

Besonders beliebt sind zwei wettkampfähnliche Trainingseinheiten, welche die Soldatinnen und Soldaten auf eine besondere Art und Weise herausfordern und ein Stück weit an ihre Leistungsgrenze heranführen können. Bei der Viking-Challenge absolvieren die Trainierenden sechs verschiedene Übungen. Die Challenge beginnt mit einem moderaten Tausend-Meter-Lauf, gefolgt vom Tausend-Meter-Rudern am Ergometer. Anschließend wird ein 15 Kilogramm schwerer Sandsack 50 Mal über die eigenen Schultern geworfen. Es folgen nacheinander 50 Pull-ups und 100 Push-ups. Den krönenden Abschluss bildet der Farmers Walk, bei dem die Soldatinnen und Soldaten zwei Gewichte mit je 20 Kilogramm über eine Strecke von 500 Meter tragen müssen.

„Sport geht immer“, sagt Hauptfeldwebel Alexander H. Er ist der hauptamtlich eingesetzte Trainer und Sportfeldwebel für die Soldatinnen und Soldaten im Camp Castor. Er erklärt: „Leidenschaft und gemeinsame Interessen verbinden Menschen. So ist es auch beim Sport. Teamgeist und der unbedingte Wille, etwas zu meistern, ist das, was die Soldatinnen und Soldaten antreibt und gelegentlich auch mal bis an ihre physische und mentale Grenze führen kann.“ Der „Sporti“, wie Alexander H. auch genannt wird, ergänzt: „Unabhängig vom Alter oder dem körperlichen Leistungsstand ist jeder willkommen und darf mitmachen.“ Das vorrangige Ziel des regelmäßigen Trainings ist es, die eigene körperliche Fitness und die Robustheit zu erhalten und vielleicht sogar zu verbessern. Positiver Nebeneffekt: Durch das gemeinsame Meistern schwieriger Trainingssituationen können Erfolgsmomente den Einsatzalltag wesentlich „versüßen“ und tolle Erlebnisse schaffen.

Hinein ins Murph-Abenteuer

Der Trainer feuert die laufenden Soldaten klatschend an

Die erste Meile im Laufschritt bildet den Anfang der Challenge: Was unerreichbar scheint, gelingt im Team

Bundeswehr/Johann Flaum

Die zweite sehr herausfordernde und äußerst beliebte Trainingseinheit ist die Murph-Challenge, benannt nach einem gefallenen USUnited States-amerikanischen Soldaten. Bei dieser Challenge tragen die Trainierenden eine neun Kilogramm schwere Gewichtsweste. Ziel ist es, die Übungen so schnell wie möglich zu absolvieren. Dazu gehören: eine Meile laufen (etwa 1,6 Kilometer), 100 Pull-ups, 200 Push-ups, 300 Squats sowie eine weitere Meile laufen. Beide Challenges, die Viking-Challenge und die Murph-Challenge, werden von den Soldatinnen und Soldaten sehr gern im Feldanzug absolviert. Getreu dem Motto: „Train as you fight.“

Der Murph-Moment

Ein Soldat mit Weste absolviert einen Klimmzug

Nach dem Ein-Meilen-Lauf folgen die gefühlt unerreichbaren 100 Pull-ups

Bundeswehr/Johann Flaum

Einer der Soldaten, der gerade die Pull-ups macht, stellt außer Atem fest: „Ohne kleinere Pausen ist das unmöglich!“ Der Hauptfeldwebel erklärt: „Es klingt unmöglich, aber es ist machbar. Die Soldatinnen und Soldaten haben alle Zeit der Welt, um die Challenge zu absolvieren. Vor allem sollen sie sich gegenseitig unterstützen und motivieren. Ein Ziel der Murph-Challenge ist die stetige Leistungssteigerung. Mit jedem Mal sollen die Übungen schneller, aber stets korrekt ausgeführt werden. Solche Trainingsmomente sind wunderbar geeignet, um den Teamgeist innerhalb der Trainingsgruppen zu fördern und so das wichtige „Wir-Gefühl“ im Auslandseinsatz zu stärken.“


Training als natürliche Konstante

Der Einsatzalltag ist oftmals nicht planbar. Im Camp Castor stehen die Sporteinrichtungen daher nahezu rund um die Uhr zu Verfügung. Somit können die Soldatinnen und Soldaten, neben den fest etablierten Trainingsangeboten der Trainerinnen und Trainer, auch individuelle Übungen durchführen – egal ob Military Fitness, Kraftsport, Yoga oder anderer Ausgleichssport.

Von der Grundausbildung bis hin zum Einsatz: Körperliche Ertüchtigung, egal in welcher Form, kann sich äußerst positiv auf die körperliche und mentale Leistungsfähigkeit auswirken und somit die Soldatinnen und Soldaten physisch einsatzfähig halten. Ein regelmäßiges und gut aufgebautes Training ist daher die beste Grundlage für die Truppe, um den Auslandseinsatz erfolgreich zu bestehen.

„Aufgrund der hohen Nachfrage bieten wir eine Vielzahl von unterschiedlichen Sportevents an“, berichtet der Sportfeldwebel. An den Trainingsangeboten im Camp sollen und können Soldatinnen und Soldaten aller Nationen teilnehmen. Der Hauptfeldwebel ergänzt mit einem Lächeln im Gesicht: „Den Unkostenbeitrag, den wir hierfür verlangen? Ein wenig Schweiß und motivierte Gesichter.“

von Johann Flaum

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