Ein Tag mit Radio Andernach

Ein Tag mit Radio Andernach

  • Einsatz
  • MINUSMA
Datum:
Ort:
Gao
Lesedauer:
4 MIN

Beim Einschalten von Radio Andernach, dem Truppenbetreuungssender der Bundeswehr wird schnell klar: gute Laune kommt aus dem Radio! Hinter dem Mikro sitzen Soldaten für Soldatinnen und Soldaten. Sie senden in die ganze Welt mit dem Fokus auf die Auslandseinsätze der Bundeswehr. Im MINUSMAUnited Nations Multidimensional Integrated Stabilization Mission in Mali Einsatz in Gao ist das Korrespondenten-Team des Betreuungssenders - Oberleutnant Karol S. und Oberfeldwebel Dennis S. Teil dieser guten Laune. Wie die beiden hier das Programm gestalten, hat Oberfeldwebel Niklas S. erlebt. Er hat das Team ein Tag lang begleitet.

Zwei Soldaten arbeiten an ihren Computern

Die Medienauswertung ist wichtig um Themen aufzugreifen die interessant sind

Bundeswehr/Gerrit Hohmann

Bereits seit Oktober beginnt der Kontingenttag für Oberleutnant Karol S. in einem kleinen Büro hinter zwei Computerbildschirmen im sogenannten weißen Stab. Er scannt im Netz die deutsche Medienlandschaft und liest die Agenturmeldungen der Nacht. Gemeinsam mit seinem redaktionellen Co-Piloten Oberfeldwebel Dennis S. bespricht er die relevanten Themen des Tages aus Bundeswehr, Deutschland und der Welt. Selbst tagesaktuell informiert zu sein, ist ein wesentlicher Garant dafür, dass die beiden Redakteure selbst in der Lage sind, gut zu informieren.
Schließlich gehört auch das professionelle Auswerten, Aufarbeiten und Präsentieren der Nachrichten zu ihrem To-Do-Zettel im Einsatz. Neben dem Gespräch der Beiden ist im Hintergrund der Live-Stream aus dem rund 5.000 Kilometer entfernten Funkhaus in Mayen wahrnehmbar, in dem gerade das moderierte Rahmenprogramm läuft.  Es ist der tägliche Vorbote des zweiten redaktionellen Auftrags des Duos hier in Gao.

Programmplaner

Zwei Soldaten stehen vor einem NH90 und führen ein Interview

Die Kameraden von Radio Andernach befinden sich zum ersten Mal hier in Mali

Bundeswehr/PAO MINUSMA

Der wöchentliche Redaktionskalender ist für das Korrespondenten-Team ein wichtiges Hilfsmittel der Programmplanung im Verbund mit der Heimatredaktion. Er zeigt auf einen Blick Themenschwerpunkte sowie wichtige Termine der Berichterstattung. Ereignisse im Kontingent, wie beispielsweise der Besuch der Wehrbeauftragten Frau Dr. Eva Högl, die Übernahme der Rettungskette durch die Heeresflieger mit ihren NHNATO-Helicopter-90 Hubschraubern oder die Neujahrsgrüße des Kontingentführers Oberst Mike Werner an seine Soldatinnen und Soldaten, liefern Oberleutnant Karol S. tagesaktuelle Inhalte für die Programmplanung.  
Als Programmverantwortlicher im Einsatz hat für ihn die Berichterstattung über Einheiten und deren Fähigkeiten sowie Servicethemen wie beispielsweise die Gesunderhaltung, Zollbeschränkungen oder Betreuungsangebote einen hohen Stellenwert.      
„Als Teil der Truppe vor Ort bin ich ganz nah dran am Geschehen. Ich kann dadurch die Geschichten des Einsatzes im Radio mit allen Sinnen „miterlebt“ erzählen, das macht für mich einen ganz besonderen Reiz der Arbeit hier aus.“, schildert Oberleutnant Karol S. Beliebt sind bei den Kameradinnen und Kameraden auch Mitmach-Aktionen wie er weiter betont. „Im Programm räumen wir mit Fachbegriffen auf, das heißt Spezialisten fordern Dennis oder mich heraus, die Bedeutung von Begriffen aus ihrem Sachgebiet zu ermitteln. Als Informationsquelle ist das Internet für uns verboten, lediglich die Expertise von allen Kameradinnen und Kameraden, die nicht aus dem Fachgebiet stammen, dürfen helfen. Die Antworten, die wir dabei erhalten, sind oft sehr skurril und witzig.

Bis zum Beitrag oder Zusammenarbeit mit der Heimat

Drei Soldaten führen vor einem Weihnachtsbaum ein Interview

Der tägliche Kontakt zu den Soldatinnen und Soldaten im Camp ist wichtig, um immer alle Neuigkeiten mitzubekommen

Bundeswehr/Niklas Siekmann

Doch bis zum fertigen Hörfunkbeitrag muss Oberleutnant Karol S. noch viele Meter im Camp zurücklegen, um die Soldatinnen und Soldaten hinter den Geschichten zu finden. Die Recherche beginnt dabei bei recht simplen Fragen wie: „Wer kann mir das Tätigkeitsfeld der Feldjäger beschreiben?“, „Warum sollte ich in Mali Sonnenmilch auftragen?“ oder „Wie feiert die Objektschutzkompanie Weihnachten?“.  
Hat er den Ansprechpartner gefunden, schnappt er sich sein Aufnahmegerät und fängt im Originalton die Geschichte ein.  
Am Rechner mixt Karol S. sie dann zusammen, um sie später im Programm zu erzählen. Die fertigen Beiträge schickt Oberleutnant Karol S. via Internet ins Funkhaus. Dort werden sie von einem Techniker der Betreuungsmedien ins Programm eingespeist und gesendet.

Betreuung oder Grüße – Die Brücke in die Heimat

Zwei Soldaten schauen auf ihr Handy und unterhalten sich über das was sie sehen

Jeder hat die Möglichkeit Grüße über Radio Andernach einzuspielen

Bundeswehr/Gerrit Hohmann

Oberfeldwebel Dennis S. sieht einen weiteren wichtigen Teil in der Tätigkeit vor Ort in der Betreuung.  „Ich nehme gern Grüße von Einsatzsoldatinnen und -soldaten an deren Angehörige auf. Es ist schön für mich mit zu erleben, wie sie ihre Gedanken in Worte fassen, die in der Lage sind ein emotionales Band in die Heimat zu knüpfen, dass für einen Moment das Einsatzgeschehen in den Hintergrund drängt.“
Als Grußbote beantwortet er deshalb auch gern Fragen zum Einrichten der App, zur Mediathek oder wie die Angehörigen zu Hause das Programm hören können. Mit dem Rückkanal wird für ihn das Grüßen erst perfekt, denn hier haben die Angehörigen die Möglichkeit die Grußworte aus dem Einsatz, wann immer sie wollen, nachzuhören oder per Sprachnachricht selbst zu grüßen, um zu antworten.

Zwei Soldaten halten sich gegenseitig ihr Mikrofon hin

Das Team von Radio Andernach bei MINUSMAUnited Nations Multidimensional Integrated Stabilization Mission in Mali in Mali besteht aus Oberleutnant Karol S. und Oberfeldwebel Dennis S.

Bundeswehr/Niklas Siekmann

Das Korrespondenten-Team von Radio Andernach, bestehend aus Oberleutnant Karol S. und Oberfeldwebel Dennis S., gestaltet mit Freude und Engagement das Programm in Gao. Mit ihren Beiträgen sind sie damit hautnah an den Soldatinnen und Soldaten vor Ort dran. Nach einem Tag mit Radio Andernach wird klar, wie gute  Laune und wichtige Informationen im Einsatzradio hörbar werden. Radio Andernach ist für die Soldatinnen und Soldaten im Einsatz ein Instrument, um immer auf dem Laufenden zu sein und Grüße zu erhalten.

von Gerrit Hohmann und Niklas Siekmann

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