Heron 1: Fliegendes Auge am malischen Himmel

Heron 1: Fliegendes Auge am malischen Himmel

  • Einsatz
  • MINUSMA
Datum:
Ort:
Gao
Lesedauer:
3 MIN

Lautlos und in einer Höhe von bis zu 10.000 Metern wacht das unbewaffnete und unbemannte Luftfahrzeug vom Typ Heron 1 über den Köpfen der malischen Bevölkerung und den Friedenswächtern von MINUSMAUnited Nations Multidimensional Integrated Stabilization Mission in Mali. Das Luftfahrzeug kann nonstop bis zu 27 Stunden in der Luft bleiben und erzielt dabei Aufklärungsergebnisse aus sicherer Entfernung – oftmals ohne Kenntnis der Beobachteten. Das in Israel entwickelte Luftfahrzeug Heron 1 gehört zur MALEMedium Altitude Long Endurance-Klasse (Medium Altitude Long Endurance) und wird seit 2016 in Mali eingesetzt.

Ein unbemanntes Luftfahrzeug fliegt am Himmel

Ein Pilot und ein Tactical Operator sorgen vom Boden aus dafür, dass Heron 1 sicher am Himmel unterwegs ist

Bundeswehr/Stephan Voges

In Mali verfügt die Bundeswehr aktuell über drei – zukünftig über vier – unbemannte Luftfahrzeuge vom Typ Heron 1. Damit kann der Flugbetrieb mit insgesamt zwei Luftfahrzeugen gleichzeitig für die Vereinten Nationen sichergestellt werden. Einzig die Bundeswehr stellt diese Hochwertsysteme der MALEMedium Altitude Long Endurance-Klasse bereit. Mit einer sehr hohen Einsatzbereitschaft sowie der Fähigkeit, zuverlässig qualitativ hochwertige Aufklärungsergebnisse zu erstellen, stellt das deutsche Einsatzkontingent im Force Headquarters in Bamako ein hoch angesehenes Aufklärungsmittel zur Verfügung. Die notwendigen Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten stellt im Camp Castor das Team eines großen europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns sicher.

In der Kommandozentrale von Heron

Ein Soldat sitzt vor einer Monitorkonsole und steuert mittels Joystick die Sensoren vom Heron 1

Der Tactical Operator bedient die Aufklärungssensoren des unbemannten Luftfahrzeuges Heron 1

Bundeswehr/Stephan Voges

Während des Flugbetriebes führen zwei Soldaten das Luftfahrzeug, der Pilot und der Sensorbediener. Sie besitzen jederzeit die volle Kontrolle über das Luftfahrzeug und können es dementsprechend flexibel im Zuge der VN-Mission MINUSMAUnited Nations Multidimensional Integrated Stabilization Mission in Mali einsetzen. Beide Soldaten durchliefen für ihre Tätigkeit in Israel eine Systemschulung beim Hersteller des Luftfahrzeuges Israel Aerospace Industries. „Unbemannte Systeme mögen auf den ersten Blick nicht so ‚sexy‘ erscheinen wie zum Beispiel konventionelle Kampfflugzeuge, aber mit ihren Fähigkeiten und den Möglichkeiten, die solche Systeme bieten, haben sie sich mehr als bewährt und sind aus modernen Streitkräften nicht mehr wegzudenken. So kann ich mit den Systemen beispielsweise weit über 24 Stunden in der Luft bleiben und dabei problemlos die Besatzungen am Boden wechseln“, berichtet Hauptmann Maximilian M.

Schutz am Himmel für die Truppe am Boden

Heron übersendet die Aufklärungsergebnisse in Echtzeit an die Bodenstation des Camps Castor. Speziell geschulte Luftbildauswerter erhalten das Bildmaterial zu einem späteren Zeitpunkt auch im Taktischen Luftwaffengeschwader 51 „Immelmann“ im schleswig-holsteinischen Jagel. In Deutschland kann der Videostream bewertet und die gewonnenen Erkenntnisse innerhalb von 48 Werktagsstunden zurück zum Force Headquarter MINUSMAUnited Nations Multidimensional Integrated Stabilization Mission in Mali in Bamako gesendet werden. Dank der Fortschritte in der Digitalisierung besteht somit die Möglichkeit, den ökologischen Fußabdruck im Einsatzland zu reduzieren.

Darüber hinaus erhält auch das Force Headquarters MINUSMAUnited Nations Multidimensional Integrated Stabilization Mission in Mali im über 1.000 Kilometer entfernten Bamako die Möglichkeit den unausgewerteten Livestream zu beobachten und kann gegebenenfalls wichtige Entscheidungen unmittelbar treffen. „Neben der Videostream-Verteilung innerhalb der Einsatzliegenschaften ist Heron 1 auch in der Lage, den Livestream den Truppen am Boden direkt zu übermitteln. Die direkte Zusammenarbeit und das Unterstützen in den verschiedensten Situationen wird dadurch deutlich effektiver und effizienter“, lobt Major Sebastian K. die großen Vorzüge des Systems.

Nach der Landung ist vor dem Start

Eine Feuerwehr, ein kleines Ziehfahrzeug und ein unbemanntes Luftfahrzeug auf einer Betonfläche

Nach dem Einsatz von Heron 1 findet im schattigen Hangar ein technischer Check-up statt

Bundeswehr/Stephan Voges

Nachdem Heron 1 gelandet ist und die Startbahn verlassen hat, wird sie von einem Schleppfahrzeug zurück in den Hangar gezogen. Dort werden alle notwendigen Kontrollen durchgeführt und das Luftfahrzeug für den nächsten Einsatz vorbereitet. In einem Land wie Mali ist es für Heron 1 wichtig, dass das System im Schatten beziehungsweise in einer gekühlten Umgebung gewartet wird, weil sonst die empfindliche Technik Schaden nehmen könnte und einer höheren Abnutzung ausgesetzt ist. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass Heron 1 auch in Zukunft am malischen Himmel zuverlässig im Einsatz ist.

von Stephan Voges

Mehr zum Thema