Lebensmittel für die UNUnited Nations

Tausende Kilometer bis auf den Teller

Tausende Kilometer bis auf den Teller

Datum:
Ort:
Gao
Lesedauer:
3 MIN

Wochenlang sind die zivilen Konvois unter militärischem Schutz im Norden Malis unterwegs, um Lebensmittel für die Vereinten Nationen nach Gao zu bringen. Ein großer Teil ist für das deutsche Einsatzkontingent MINUSMAMultidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali. Große Mengen Fleisch, Obst und Gemüse werden jede Woche ins Camp Castor gefahren, um die Soldatinnen und Soldaten zu verpflegen.

Ein Gabelstapler lädt gerade Ware ab

Weit über 1.000 Soldaten bekommen täglich drei Mahlzeiten

Bundeswehr/Oliver Richter

Im „Warehouse“, dem Verpflegungslager im Camp der United Nations, herrscht reges Treiben. Gabelstapler verladen Lebensmittelkisten in einen wartenden LkwLastkraftwagen des deutschen Einsatzkontingents MINUSMAMultidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali. Mitarbeiter des zivilen Anbieters stehen bereit, um mit den Angehörigen der Einsatzwehrverwaltungsstelle die Lebensmittel zu kontrollieren. Getreide, Konserven oder Marmelade lagern im Trockenbereich. Dahinter befindet sich das Kühllager mit einer Temperatur von 7°C. Hier stehen unzählige Kisten mit Obst, Gemüse, Käse oder Schokocreme. Die empfindlichsten Lebensmittel, wie Fisch, Fleisch, Tiefkühl-Gemüse oder Pommes Frites, werden im Tiefkühllager aufbewahrt. Hier herrscht eine Temperatur von -21°C. In allen Bereichen werden stichprobenartig die Qualität und die Temperatur geprüft, bevor die Lebensmittel eingebucht und verladen werden. Bei über 40°C Außentemperatur für alle eine Herausforderung.

Zwei Monate bis nach Gao

„Wenn wir ins Warehouse zur Kontrolle und Verladung kommen, haben die Lebensmittel bereits einen langen gefährlichen Weg hinter sich“, sagt Hauptfeldwebel Daniel J., Küchenmeister des deutschen Einsatzkontingents MINUSMAMultidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali. Mindestens zwei Monate sind die zivilen Konvois unter militärischem Schutz von Seehäfen, Flugplätzen oder Zwischenlagern in Afrika auf sandigen Pisten unterwegs. Dabei sind sie immer der Gefahr ausgesetzt, überfallen zu werden oder auf improvisierte Sprengfallen (IEDImprovised Explosive Device) zu fahren. Nach der Ankunft im Camp werden die Nahrungsmittel vor der Einlagerung vorsortiert und umgepackt. Hier herrschen hohe Hygienestandards.

Acht Tonnen Lebensmittel für Camp Castor

Ein Zivillist steht in einer Lagerhalle

Ein großer logistischer Aufwand mitten in Afrika ist nötig, um erforderliche Standards zu halten. Frisches Gemüse steht auch in Mali jeden Tag auf dem Speiseplan.

Bundeswehr/Oliver Richter

Große Mengen an Lebensmitteln warten jede Woche darauf, vom „Warehouse“ in das Warenlager im Camp Castor gefahren zu werden. Mehrere Stunden sind die Soldatinnen und Soldaten der Transportgruppe des Deutschen Einsatzkontingents MINUSMAMultidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali damit beschäftigt, die Nahrungsmittel zum benachbarten Warenlager im Camp Castor zu fahren. Nach dem Abladen heißt es für die zivilen Mitarbeiter der Dining Facility, wie die Einsatzstandortküche von den Soldatinnen und Soldaten genannt wird, die Paletten mit den Lebensmittelkisten schnellstmöglich in die einzelnen Lagerbereiche zu räumen. Von hier werden die Produkte in das große Küchengebäude gebracht und dort in die verschiedenen Zubereitungsbereiche verteilt.

„Die Küche schläft nie“

„Bis das Essen hier mitten in der Wüste auf dem Teller landet, durchläuft es eine Vielzahl von Verfahren und Verarbeitungsschritten“, erklärt Hauptfeldwebel Daniel J. So gibt es einen Bereich für die Fleischvorbereitung, eine Bäckerei und Vorbereitungsbereiche für die warme und die kalte Küche. Viele fleißige Hände sind notwendig, damit das Essen pünktlich auf den Tisch kommt. Für das Frühstück beginnt die Nachtschicht mit den Vorbereitungen bereits am Vorabend ab 21 Uhr. Hier gilt es das Obst zu waschen und zu schneiden, Teig anzusetzen, Käse und Butter zu würfeln oder hunderte von Eiern für French Toast oder Spiegeleier aufzuschlagen. Für das Mittag- und Abendessen muss Braten geschnitten, portioniert und teilweise nachgegart werden.

3.000 Kalorien Tagesbedarf gedeckt

Rund 70 Mitarbeiter des zivilen Anbieters arbeiten vor und hinter den Kulissen in den Küchenbereichen, im Lager und in der eigenen Wäscherei, damit die rund 1.500 Soldatinnen und Soldaten aus Deutschland und den Partnernationen im Camp Castor ihre Mahlzeiten bekommen. „3.000 Kalorien Tagesbedarf werden gewährleistet“, erklärt Hauptfeldwebel Daniel J., „damit die Kräfte in den Instandsetzungsbereichen und draußen im Gelände ihre anstrengende Tätigkeit erfüllen können.“ Fleisch- und Wurstwaren, Milch, Wasser, Obst und Schokocreme finden täglich den Weg auf die Teller und in die Tassen der Soldatinnen und Soldaten. Mitten in der Wüste eine logistische und organisatorische Meisterleistung. 

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Ein großer Gabelstapler entlädt einen Lkw mit Lebensmittelpaletten

Viele Tage transportieren Lkws die Kühlcontainer mit Lebensmitteln durch die Wüste Afrikas. Die Ware wird sofort nach Ankunft - je nach Art - auf Kühllager, Tiefkühlräume oder Trockenlager verteilt.

Bundeswehr/Oliver Richter
Soldaten öffnen Umverpackungen von Lebensmitteln und prüfen deren Qualität

Nach dem Abladen im UNUnited Nations-Camp erfolgt die Qualitätskontrolle der eingegangenen Lebensmittel. Alles was den hohen hygienischen Standards nicht genügt, wird aussortiert. Davon überzeugt sich auch Küchenchef Hauptfeldwebel Daniel J. (rechts).

Bundeswehr/Oliver Richter
Ein Zivillist rührt in einem riesigen Kochtopf aus Stahl

Der riesige Nudel-Kochtopf verdeutlicht, warum die Küche jede Woche mehr als acht Tonnen Lebensmittel für die rund 1.500 Beschäftigten im Camp Castor benötigt.

Bundeswehr/Oliver Richter
Zwei Küchenhelfer schneiden Gemüse. Dahinter stehen drei Soldaten in weißen Kitteln. Einer erklärt die Küchenabläufe.

Der Kontingentführer des deutschen Einsatzkontingents MINUSMAMultidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali, Oberst Rüdiger Beiser (2.v.l.), lässt sich die Abläufe in der Küche erläutern. Bereits ab 21 Uhr beginnen die Vorbereitungen für das nächste Frühstück.

Bundeswehr/Oliver Richter
Soldaten stehen an einem Buffet mit Obst und Gemüse

Eine breite Auswahl an unterschiedlichen Lebensmitteln gewährleistet, dass auch ein erhöhter Kalorienbedarf durch körperliche Aktivität gedeckt werden kann. Dabei kommt auch Obst und Gemüse nicht zu kurz für eine ausgewogene Ernährung.

Bundeswehr/Oliver Richter

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von Oliver Richter und Christoph Paul