MINUSMAUnited Nations Multidimensional Integrated Stabilization Mission in Mali: Koch aus Leidenschaft

MINUSMAUnited Nations Multidimensional Integrated Stabilization Mission in Mali: Koch aus Leidenschaft

  • Einsatz
  • MINUSMA
Datum:
Ort:
Niamey
Lesedauer:
3 MIN

Der Tag beginnt für Stabsunteroffizier Marcus S. früh: Brötchen aufbacken, Rührei zubereiten und das Frühstücksbuffet herrichten. Auch abends ist kein früher Feierabend in Sicht. „Das sind lange Tage, aber das macht mir nichts aus. Ich mache die Arbeit hier sehr gern“, erzählt der 29-Jährige. Er ist stellvertretender Leiter der Verpflegungsgruppe in Niamey und für die Verpflegung aller Soldatinnen und Soldaten zuständig.


Stabsunteroffizier Marcus S. bereitet das Mittagessen vor, er achtet auf abwechslungsreiche und frische Speisen

Stabsunteroffizier Marcus S. bereitet das Mittagessen vor, er achtet auf abwechslungsreiche und frische Speisen

Bundeswehr/Patricia Franke

Der Lufttransportstützpunkt in Niger unterstützt mit rund 100 Soldatinnen und Soldaten die Missionen MINUSMAUnited Nations Multidimensional Integrated Stabilization Mission in Mali und EUTMEuropean Union Training Mission. Derzeit befindet sich das Camp in der Sahelzone noch im Aufbau. Das wirkt sich aber keinesfalls negativ auf die Verpflegung aus. Seit einigen Wochen gibt es bereits eine Teil-Frischverpflegung, das bedeutet, dass ein Teil der Speisen vor Ort frisch zubereitet werden kann.

Bereits kurz nach dem Frühstück beginnen für Stabsunteroffizier Marcus S. und seine Kameradinnen und Kameraden der Verpflegungsgruppe die Vorbereitungen für das Mittagessen. Heute steht eine Tomatensuppe mit Knoblauch-Kräuter-Baguette auf dem Speiseplan. „Bei den klimatischen Bedingungen schauen wir, dass wir ab und zu auch eine leichtere Mahlzeit zum Mittag anbieten“, berichtet Marcus S. Der gebürtige Magdeburger ging direkt nach der Grundausbildung zum Objektschutzregiment nach Schortens. Vor der Bundeswehr absolvierte er eine dreijährige Lehre zum Koch und nahm an renommierten Koch-Meisterschaften teil. „Mir war aber schon lange klar, dass ich alles daransetzen werde, zur Bundeswehr zu gehen“, erzählt er. Er stamme aus einer Militärfamilie. „Bei der Bundeswehr kann ich beides kombinieren: meine Leidenschaft fürs Kochen und den militärischen Aspekt.“


Der Anspruch liegt bei 100 Prozent

Ein Soldat steht in einem Lagerraum und hält eine Packung Nüsse in der Hand, hinter ihm Kartons

Koch aus Leidenschaft: Stabsunteroffizier Marcus S. prüft seine Waren gewissenhaft, bevor er sie verwendet

Bundeswehr/Patricia Franke

Für Marcus S. ist es nicht der erste Einsatz. Bereits im vergangenen Jahr war er in Jordanien bei der Mission Counter Daesh und hat dort Erfahrungen gesammelt. „In Jordanien war ich in der Einsatzkantine eingesetzt, das waren andere Voraussetzungen als in Niamey“, erzählt er. Erst vor einigen Wochen wurde das Verpflegungskonzept in Niamey umgestellt – zur Freude aller Angehörigen des Lufttransportstützpunktes.

„Sie hätten mal die Augen der Kameradinnen und Kameraden sehen sollen, als der Verpflegungstrupp hier erstmals gekocht hat“, blickt Oberstleutnant Michael R., Leiter des Lufttransportstützpunktes, erfreut zurück. Seither gibt es regelmäßig Wurst, Käse, Milch und Cerealien. Das habe die ohnehin gute Stimmung auf der Base Aerienne noch einmal deutlich gesteigert, so der 47-Jährige weiter. Das Feedback zur neuen Verpflegung sei überragend gewesen. Kein Wunder, wenn man die Einstellung des zweifachen Familienvaters Marcus S. betrachtet: „Mein Anspruch ist es, sowohl in Deutschland als auch im Einsatzland, immer 100 Prozent zu geben.“ Schließlich heiße es nicht umsonst: „Die Moral der Truppe steht und fällt mit der Verpflegung.“


Absolute Hygiene ist garantiert

Ein Soldat übergibt einem anderen Soldaten ein Paket in einer Halle

Wichtige Vorbereitungen: Stabsunteroffizier Marcus S. holt Waren bei den Kameradinnen und Kameraden in Gao ab

Bundeswehr/Patricia Franke

Die Begeisterung für seinen Beruf ist dem 29-Jährigen deutlich anzumerken: „Es macht viel Spaß und motiviert uns, wenn wir für die Kameradinnen und Kameraden selbst kochen und uns neue Gerichte überlegen können.“ Dabei hat das Einhalten der Hygienevorschriften für ihn sowie die Kameradinnen und Kameraden im Einsatz oberste Priorität. Bei jeder Mahlzeit werden Proben entnommen und das Einhalten der Kühlkette wird überprüft. Privat favorisiert Marcus S. übrigens die italienische Küche. In seiner Familie kommen bevorzugt Spaghetti Bolognese, Tomatencremesuppe, Bruschetta oder Fisch auf den Tisch.

Festtagsessen für zu Hause bereits in Planung

Eine Schüssel mit Tomatensuppe steht auf einem Holztisch

Ein leichtes Essen für heiße Tage: Heute gibt es Tomatencremesuppe mit Knoblauch-Kräuter-Baguette

Bundeswehr/Patricia Franke

Rückblickend ist er sichtlich stolz darauf, zusammen mit seinem Team und dem Verpflegungsamt der Bundeswehr in Oldenburg die Verpflegung auf dem Lufttransportstützpunkt verbessert zu haben.

In wenigen Wochen geht es für Stabsunteroffizier Marcus S. wieder zurück zu seiner Familie. Er berichtet von der großen Vorfreude auf seine einjährige Tochter, seine Freundin sowie die Vorbereitungen für das kommende Weihnachtsfest. An den Festtagen erhält er übrigens Unterstützung aus der Familie und ist zusammen mit seiner Schwiegermutter für das Festtagsessen zuständig. Auf das Kochen muss Marcus S. also auch in seiner Freizeit nicht verzichten.



von Patricia Franke

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