MINUSMAUnited Nations Multidimensional Integrated Stabilization Mission in Mali: Mit Bauleiter Nick auf Baustellentour

MINUSMAUnited Nations Multidimensional Integrated Stabilization Mission in Mali: Mit Bauleiter Nick auf Baustellentour

  • Einsatz
  • MINUSMA
Datum:
Ort:
Gao
Lesedauer:
4 MIN

Wer wollte als kleines Kind nicht auch mal einen Bagger bedienen? Noch einen drauf setzt die Bauleitung mit der Möglichkeit, eine Vielzahl an unterschiedlichen Gewerken, Vertragspartnern und Baumaschinen als „Kapellmeister“ zu orchestrieren. Genau diesen Traum hat sich Hauptfeldwebel Dominik B. – alias Nick – aus Mittelfranken erfüllt. Als Bauleiter überwacht er mehrere Baumaßnahmen und Bauunterhaltsmaßnahmen im Camp Castor – eine verantwortungsvolle Aufgabe.

Vier Soldaten sitzen im Halbkreis auf Stühlen und besprechen ihre Tagesaufgaben. Vor ihnen steht ein Holztisch mit Kaffee

Täglich heißt es für das Team des Baubüros: angetreten zur Morgenlage, um den kommenden Tag zu besprechen

Bundeswehr/Stephan Voges

Hauptfeldwebel Dominik B. ist einer der Bauleiter im Baubüro, das ein Teil der Einsatzwehrverwaltung ist. In Deutschland ist er Infrastrukturfeldwebel im Kompetenzzentrum Baumanagement in München. Drei weitere Bauleiter mit der Qualifikation Bautechniker, Bauingenieur oder Architekt komplettieren mit dem Leiter des Baubüros das Team der Spezialisten. All das, was im Camp Castor neu gebaut oder unterhalten werden muss, fällt in ihr Zuständigkeitsgebiet – ob Neubau, Entwässerungsgraben oder Wachturm.

Oberstleutnant Lars T. ist Leiter des Baubüros und berichtet: „Wir haben hier ein tolles Team, das anpackt, vieles möglich macht und Lösungen für die Bedarfe der Truppe findet und realisiert.“ Der Pionier ist froh, mit Hauptfeldwebel Dominik B. und den anderen Bauleitern hier in Gao zusammenarbeiten zu können: „Die Stimmung passt, auch wenn die eine oder andere Hürde genommen werden muss.“ Das Team sitzt jeden Morgen um sieben Uhr zusammen und bespricht, was auf den Baustellen vorangegangen ist und was für den jeweiligen Tag geplant ist. Koordination untereinander ist dabei der Schlüssel zum Erfolg. Das Team ist bunt gemischt und derzeit mit Pionieren des Heeres sowie der Luftwaffe besetzt.

Ohne Bürokratie fließt kein Beton

Ein Soldat sitzt an einem Computer und sieht auf die zwei Monitore, die vor ihm stehen

Ohne Beton, Bits und Bytes geht es auf keiner Baustelle voran

Bundeswehr/Stephan Voges

Nach der Morgenlage erledigt Bauleiter Nick die Büroarbeit. Damit die Baustellen reibungslos laufen, sind im Hintergrund viele Hebel in Bewegung zu setzen. Hauptfeldwebel Dominik B. stimmt mit dem Produzenten die Zusammensetzung des Betons ab. Je nach Bedarf gibt es speziellen Beton. „Dafür muss ich wissen: Wann brauchen wir welchen Beton? Und in welcher Menge?“ Als ausgebildeter Bautechniker stimmt er nicht nur das entsprechende Betonrezept mit dem Hersteller ab, sondern koordiniert auch die Vielzahl seiner Baustellen. Hierbei bedürfen die Neubauten nicht nur der Bauüberwachung vor Ort, sondern auch der Abstimmung mit Kräften in Deutschland.


Spezialgerät – ohne Kran geht nichts

Auf einem roten Sandweg, der mit Betonfertigbauteilen begrenzt ist, steht ein Baustellenkran

Ein Sicherungssoldat hat das Kranfahrzeug fest im Blick

Bundeswehr/Stephan Voges

Die Arbeiter der unterschiedlichen Firmen, die im Auftrag der Bundeswehr die einzelnen Projekte umsetzen, kommen bereits früh am Morgen in das Camp Castor, um sich einem aufwendigen Sicherheitscheck zu unterziehen. Der Objektschutzkompanie kommt dabei eine wichtige Aufgabe zu. Sie stellt unter anderem die vielen Baustellensicherer, welche die Arbeiter dauerhaft begleiten und somit für Sicherheit und den entsprechenden Baufortschritt im Camp Castor sorgen.

Auch wenn meist alles läuft, kommt es manchmal anders als geplant. Beispielsweise dann, wenn ein geplantes Baustellenfahrzeug ausfällt. „Da steigt der Puls: Wir brauchen heute noch den Ersatzkran, sonst geht es nicht weiter“, macht Nick deutlich, der via Handfunkgerät alle Hebel in Bewegung setzt. Schnell wechselnde Situationen und der Einfluss des Wetters sind beim Bau immer zu beachten.

Camp Castor verändert sich täglich

Ein Soldat steht mit zwei Mitarbeitern in einem großen Kanal, in dem Rohre liegen

Hauptfeldwebel Dominik B. stimmt sich mit einer Firma für die weiteren Tiefbauarbeiten ab

Bundeswehr/Stephan Voges

Weiter auf seiner Runde geht es auf eine Baustelle, bei der gerade der Tiefbau ansteht. „Die Medien, beispielsweise Strom und Wasser, müssen als Erstes verlegt werden, dann können auch die Fundamente angegangen werden“, so Bauleiter Nick. Dazu stimmt er sich mit der zuständigen Baufirma ab. Abstände und das richtige Gefälle der Rohre werden in englischer Sprache besprochen und immer auch vor Ort gezeigt. „Bei manchen Firmen, die nur lokale Sprachen sprechen, muss der Sprachmittler mit dabei sein oder man verständigt sich mit Händen und Füßen“, so Nick. Die Stimmung ist freundlich und respektvoll. Es ist beeindruckend, wie die Bauarbeiter bei Tageshöchsttemperaturen über 40°C und ohne Schatten richtig ranklotzen.


Laufen und CrossFit als Ausgleich zum Dienst

Ein Soldat läuft auf einem roten Sandweg. Im Hintergrund steht eine beige Halle und ein Zaun

Für Bauleiter Nick ist der Sport ein wichtiger Ausgleich. Am liebsten läuft er durchs Camp oder betreibt CrossFit.

Bundeswehr/Dirk Jechow

Insgesamt betreut Hauptfeldwebel Dominik B. derzeit sechs größere laufende Projekte. Da ist der Vormittag mit der Baustellenrunde und vielen Gesprächen sowie kurzfristig erforderlichen Anpassungen gut ausgefüllt. Um die Mittagszeit sind alle Baustellen mindestens einmal begangen worden und die Arbeiter können sich ihrem Tagwerk widmen. Der Bauleiter lässt das Mittagessen meistens ausfallen und zieht stattdessen seine Runden durch das Camp Castor auf den roten Laterit-Pisten. „Beim Laufen bekomme ich den Kopf frei, das ist einfach ein schöner Ausgleich“, so der Hauptfeldwebel. Als begeisterter Cross-Fit- Anhänger ist Nick aber auch gerne in der Box unterwegs. Bald gibt es neue Trainingsmöglichkeiten im Camp: „Ich freue mich schon auf den neuen Sport- Cross-Fit-Außenbereich, den der zweite Bauleiter, Oberfähnrich Markus M., gerade überwacht. Da kann man alle Muskelgruppen trainieren.“


Mit dem Pick-up durchs Camp

Ein Soldat tankt einen weißen Pick-up. Im Hintergrund fliegt ein Hubschrauber

Um im Camp von Baustelle zu Baustelle zu kommen, muss der Pick-up auch mal frisch getankt werden

Bundeswehr/Stephan Voges

Nach dem Sport bereitet Hauptfeldwebel Dominik B. die einmal in der Woche stattfindende Infrastrukturbesprechung vor. „Da kommen alle Bereiche zusammen, die während einer Koordination von Baumaßnahmen notwendig sind. Jeder Bauleiter trägt den Sachstand über die laufenden Baumaßnahmen vor und stellt den in der Woche erreichten Baufortschritt dar – verbunden mit einem kurzen Ausblick darauf, was in der nächsten Woche erwartet wird.“

Und schon geht es weiter. Ziel sind mehrere Regenrückhaltebecken, die im Bauunterhalt instandgesetzt werden sollen. „Dann sammelt sich das Wasser in den Becken und steht nicht überall im Camp“, führt Hauptfeldwebel Dominik B. aus. Im Anschluss fährt er noch einmal seine Baustellen ab und freut sich, dass es heute wieder vorangegangen ist. Nach dem Abendessen geht es erneut an den PC. Zum Feierabend ist die Sonne bereits über dem Camp Castor untergegangen.


Nutzen Sie bitte nachfolgend die Pfeiltasten (links/rechts) um zum vorherigen/nächsten Slide zu springen. Nutzen Sie die Tabtaste um innerhalb des aktiven Slides Elemente (wie Links) anzuspringen.

Eine olivfarbene Tasse steht auf einem Holztisch. Darauf eingraviert steht: Baubüro Camp Castor, Bauleiter 4

Jeder Angehörige des Baubüros bekommt während der Übergabe von seinem Vorgänger eine Tasse überreicht, in die der Name des Nachfolgers bereits eingraviert ist

Bundeswehr/Stephan Voges
Ein Soldat wirft eine Feldpostkarte in einen gelben Briefkasten. Er trägt einen Mund-Nasen-Schutz

Im Camp Castor gibt es mehrere Feldpostbriefkästen, die am Mittwoch und Sonntag geleert werden

Bundeswehr/Stephan Voges
Mehrere Arbeiter verarbeiten Beton. Im Hintergrund liegen Eisenstangen

Ein Fundament wird gegossen: Der Beton muss schnell verarbeitet werden und möglichst viele Hände müssen tatkräftig mit anpacken

Bundeswehr/Dirk Jechow
Starker Regen und große Pfützen bilden sich auf einer roten Straße mit mehreren Baustellenfahrzeugen

Regenzeit: Auf den unterschiedlichen Baustellen sind Erd- oder Betonarbeiten dabei nur sehr eingeschränkt möglich, schnell bildet sich Oberflächenwasser.

Bundeswehr/Stephan Voges
Ein Arbeiter durchtrennt auf roter Erde stehend mit einem Bolzenschneider mehrere Eisenstangen

Die Bewehrung für ein neues Fundament muss passgenau mit einem Bolzenschneider zugeschnitten werden

Bundeswehr/Stephan Voges

Sie verlassen jetzt das Slide Modul. Drücken Sie die Tabtaste zum Fortfahren oder navigieren Sie andernfalls einfach weiter mit den Pfeiltasten.

von Stephan Voges

Mehr zum Thema