Ich bin iM EINsatz: Als Fitness-Coach in Mali

Ich bin iM EINsatz: Als Fitness-Coach in Mali

  • Ich bin im Einsatz
  • MINUSMA
Datum:
Ort:
Gao
Lesedauer:
3 MIN

Auf drei Kontinenten und zwei Weltmeeren: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Ich bin iM EINsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Ein Soldat sitzt auf einem Sportgerät

Die körperliche Leistungsfähigkeit der Soldatinnen und Soldaten bei MINUSMAUnited Nations Multidimensional Integrated Stabilization Mission in Mali ist seine Berufung

Bundeswehr/Johann Flaum

Ich bin Hauptfeldwebel Alexander H. und 39 Jahre jung. Dies ist mein vierter Einsatz und es ist wieder eine ganz neue Erfahrung. Ob in Afghanistan oder im Kosovo: Es war immer fordernd, fördernd und abwechslungsreich. Zu Hause bin ich an der Unteroffizierschule der Luftwaffe in Appen eingesetzt.
Dort bilde ich Soldatinnen und Soldaten aller Altersgruppen unter anderem in den Themen Schießausbildung, Military-Fitness, Sport und Menschenführung aus. Hierzu gehört auch die körperliche und infanteristische Vorbereitung der Soldatinnen und Soldaten jeder Dienstgradgruppe. Gleichzeitig wird ein Teil der Kameradinnen und Kameraden durch mich so ausgebildet, dass sie bereit dafür sind, selbst Military-Fitness-Ausbilder zu werden – ich bereite sie sozusagen körperlich auf ihre Ausbildung vor.
In meiner Freizeit bin ich im Hundesport tätig. Das kann man sich so vorstellen: Ich laufe, fahre und spiele bei Geländeläufen gemeinsam mit meinen Hunden im Dreck.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Eine Soldatin führt eine Sportübung mit gestreckten Armen aus, ein weiterer Soldat schaut prüfend zu

Alexander H. begleitet die gesamte Trainingseinheit: erst erklären, dann kontrollieren und schließlich besprechen

Bundeswehr/Johann Flaum

Für mich ist es hier ähnlich wie zu Hause, nur unter erschwerten klimatischen Bedingungen. Was einen hier in der malischen Wüste körperlich bis an die Grenzen bringt, ist genau das, worauf wir als Military-Fitness-Instruktoren in der Heimat hinarbeiten. Jede Soldatin und jeder Soldat ist in der Regel körperlich und geistig so gefestigt, dass wir im Einsatz spezifisch an der persönlichen Leistungsfähigkeit arbeiten können.

Zudem sollte nicht vergessen werden, dass Sport zum täglichen Dienstgeschäft einen ganz wichtigen Ausgleich bringt. Deshalb biete ich fast jeden Tag unterschiedliche Kurse an oder erstelle individuelle Trainingspläne. Ich bin Ansprechpartner für die Führung des Kontingents, auch bei den verschiedenen Nationen, die hier im Camp vertreten sind.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Ich bin ein Mensch, der sich immer wieder selbst motivieren kann – kleine Tiefs habe ich, wenn überhaupt, nur kurz. Ich würde sagen, ich bin ein Kämpfer. Während des Einsatzes gibt es natürlich auch Dinge, die besser laufen könnten oder vielleicht einfach etwas anders. Es bleibt letzten Endes ein Einsatz und das bedeutet auch immer, eine klare Herausforderung vor sich zu haben. Am Ende des Tages muss jede und jeder für sich selbst entscheiden, ob und wie er oder sie die Herausforderung gemeistert hat.

Das vermisse ich hier am meisten.

Ein Mann durchquert mit einem Hund einen Bachlauf

Nicht nur der Hund muss durchs Wasser, auch sein Herrchen Alexander H. muss durchs kühle Nass

Privat

Ich vermisse meine Frau, meine Freunde und ganz besonders meine Tiere zu Hause.
Ich vermisse die kühle Brise aus dem schönen Norden in Schleswig-Holstein, dem aus meiner Sicht schönsten Teil Deutschlands.
Wenn ich Ende Oktober wieder zu Hause bin, beginnt die Trainingszeit meiner Hunde und es wird wieder kühl sein, darauf freue ich mich schon sehr. Meine Frau darf sich dann zurücklehnen und sich nach fast fünf Monaten Doppelbelastung auch mal eine Pause gönnen.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Ich grüße von ganzem Herzen meine Familie, Freunde sowie Kameradinnen und Kameraden in Deutschland. Ich wünsche meinen Nachfolgern, die beide von der Unteroffizierschule der Luftwaffe kommen, viel Soldatenglück.
Ansonsten freue ich mich auf zu Hause und die Arbeit mit meinen Tieren.

von Alexander H.

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