MINUSMAUnited Nations Multidimensional Integrated Stabilization Mission in Mali: Kraft und Schweiß für den guten Zweck

MINUSMAUnited Nations Multidimensional Integrated Stabilization Mission in Mali: Kraft und Schweiß für den guten Zweck

  • Einsatz
  • MINUSMA
Datum:
Ort:
Gao
Lesedauer:
4 MIN

Laufen für den guten Zweck. Das hat sich ein Drittel der multinationalen Soldatinnen und Soldaten des Camps Castor nicht nehmen lassen. Insgesamt 404 Teilnehmende nahmen am Kameradschaftslauf teil. Der Erlös kommt den 13 Soldaten zugute, die am 25. Juni 2021 beim Selbstmordanschlag auf eine MINUSMAUnited Nations Multidimensional Integrated Stabilization Mission in Mali-Patrouille nordöstlich von Gao verwundet wurden. Auch die Kontingentangehörigen, die von der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen betroffen waren, werden mit den Spenden bedacht.

Lauf der Solidarität

Sechs Sporttreibende laufen nebeneinander durchs Ziel. Das Zielbanner wird von zwei Lastkraftwagen gehalten

Eine Laufgruppe um den Kontingentführer Oberst Rittelmann (2.v.l.) kommt nach zweieinhalb Kilometern im Ziel an

Bundeswehr/Dirk Jechow

Nach dem Anschlag galt es zunächst, die Verwundeten zu versorgen und zur Weiterbehandlung nach Deutschland zu fliegen. Nachdem der angegriffene Aufklärungstrupp vollständig ins Camp Castor zurückgekehrt und die notwendigen militärischen Maßnahmen weitestgehend abgeschlossen waren, kam im Kontingent der Gedanke auf: „Da müssen wir doch was für die Kameraden auf die Beine stellen.“

Der Gedanke einer Spendenaktion wurde geboren und es wurde schnell seitens der Kontingentführung die Entscheidung gefällt, dass ein Spendenlauf – durchzuführen als Kameradschaftslauf mit anschließendem Staffelwettkampf – das richtige Zeichen für die Verbundenheit mit den Kameraden sei. Unterdessen hatte Militärdekan Michael Rohde in der Stiftung „Courage – Die Gerberding Stiftung“ eine Organisation gefunden, die das Vorhaben mit finanziellen Mitteln unterstützen wollte. Die Stiftung ist bekannt durch das weit verbreitete „Gelbe Band der Verbundenheit“, das auch hier in Mali in den deutschen Camps zu finden ist.

Vor dem Lauf gilt es zu organisieren

In mehreren Besprechungen wurde ausgiebig geplant, wie der Lauf unter Corona-Bedingungen organisiert werden kann. Bei einem solchen Lauf unter den gegebenen klimatischen Bedingungen gibt es einige Dinge zu beachten, die anders sind als in Deutschland. Da in Gao die Temperaturen in den Morgenstunden sehr schnell steigen, war klar, dass der Lauf mit den ersten Sonnenstrahlen beginnen und die „kühle Zeit“ um halb sechs mit 27 Grad sowie einer Luftfeuchtigkeit von fast 80 Prozent ausgenutzt werden sollte.

Zunächst waren grundlegende technische Vorbereitungen zu treffen: Die Laufstrecke musste erkundet, vermessen und ausgeschildert, Streckenposten eingeteilt werden. Diese waren für die Dauer des Laufes mit Funkgeräten auszustatten und Sanitätskräfte mit Erste-Hilfe-Rucksäcken auf der Strecke zu verteilen, sodass keine Verletzung oder Schwächephase eines Laufenden unbemerkt bleiben würde.
Bezüglich der Laufstrecke einigte sich das Organisationsteam auf eine Distanz von zweieinhalb Kilometern quer durch das Camp Castor auf roten Laterit-Pisten.

In der Morgendämmerung starteten die ersten Läuferinnen und Läufer. Die Temperaturen stiegen schnell. Bereits kurz nach neun Uhr betrug die Temperatur 33 Grad und das bei einer Luftfeuchtigkeit von fast 60 Prozent.

Siegerinnen und Sieger für die Kameradschaft

Vier Teilnehmer laufen auf einer roten Sandstrecke durch das Camp. Ein Getränkestand steht an der Seite.

Vor der Martinskirche haben Soldatinnen und Soldaten einen Stand mit Getränken aufgebaut, um die Läufer zu erfrischen

Bundeswehr/Dirk Jechow

Eingerichtete Posten entlang der Laufstrecke boten den Läuferinnen und Läufern Getränke an. Mit Plakaten, Musik und Applaus motivierten die Streckenposten die Teilnehmenden. Aufgrund der Corona-Auflagen konnte immer nur eine kleine Gruppe von bis zu 15 Sportlerinnen und Sportlern gemeinsam starten, um keine große Menschenansammlung zu erzeugen.

In unterschiedlichen Startblöcken ging es mit zeitlichem Abstand auf die Bahn. Nach dem Kameradschaftslauf gab es für alle eine Erfrischung in Form eines isotonischen Getränkes. Viele feuerten danach entlang der Strecke die Läuferinnen und Läufer des Staffelwettkampfs an. Für die Teilnehmenden gab es zum Abschluss kleine Andenken als Erinnerung an das sportliche Ereignis.

Staffellauf mit internationaler Beteiligung

Zwei Läufer wechseln den Staffelstab. Ein belgischer Schäferhund läuft mit.

Hundeführer Mario E. gibt den Staffelstab weiter. Sein belgischer Schäferhund ist mit dabei

Bundeswehr/Stephan Voges

Am auf den allgemeinen Kameradschaftslauf folgenden Staffellauf nahmen insgesamt zwölf Mannschaften unterschiedlicher Nationen in unterschiedlicher Zusammensetzung teil. So bildeten zum Beispiel die Kompaniefeldwebel der Einheiten eine eigene Laufgruppe. Die deutsche Feldjäger-Einheit war sogar mit einem belgischen Schäferhund – einem Malinois namens Ernst – dabei. „Ernst konnte wegen der noch nicht so heißen Temperaturen gut mithalten, aber eine Laufpause haben wir uns zwischendurch schon gegönnt“, so Hundeführer Oberfeldwebel Mario E.

Britisches Team erläuft den ersten Platz

Fünf britische Soldaten in Uniform und zwei deutsche Uniformierte halten ein gelbes Band der Solidarität

Die Siegermannschaft der Fünfer-Staffel direkt nach dem Staffellauf

Bundeswehr/Stephan Voges

Die britische Mannschaft siegte im Staffellauf vor der Mannschaft des deutschen Stabes und der Objektschutzkompanie, die auf den dritten Platz kam. Die Erstplatzierten bekamen einen Coin vom Kontingentführer überreicht, der sie an diesen gelungenen Tag erinnern wird. Gemeinsam zeigten alle Nationen, dass sie nicht nur in Operationen Seite an Seite funktionieren, sondern auch im Sport.

Der Kontingentführer Oberst Christoph Rittelmann zeigte sich begeistert von dem Ereignis: „Mit so viel Engagement wurde das ein richtig guter Kameradschaftslauf, mit einer wirklich tollen Stimmung.“ Er dankte den Organisatoren und Streckenposten, der „Courage – Die Gerberding Stiftung“ und dem Militärdekan Michael Rohde für das gezeigte Engagement.

Während des Kameradschaftslaufes in Gao haben 404 Läuferinnen und Läufer eine Summe von 8.080 Euro erlaufen, die von der Gerberding Stiftung gespendet wird. Die Stiftung hat mitgeteilt, dass die erlaufene Spendensumme auf volle 10.000 Euro aufgerundet wird.

Im Camp Castor standen in den Betreuungseinrichtungen Spendenboxen bereit; für Einzahlungen wurde eine Bankverbindung bekanntgegeben. Insgesamt sind so zusätzlich knapp 2.000 Euro zusammengekommen, die mit der Spendensumme der Gerberding Stiftung an die einzelnen Kontingentangehörigen, die von der Flut oder vom Anschlag betroffen waren, überwiesen werden.


von Stephan  Voges

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